Planungs­dokumente: Bebauungsplan "Sandberg / Mummsche Koppel" (Nr. 302)

Textliche Festsetzungen

4. Bauweise (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 BauGB, § 22 BauNVO)

In den allgemeinen Wohngebieten wird eine abweichende Bauweise festgesetzt. Die abweichende Bauweise besteht darin, dass auch Gebäude mit mehr als 50 m Länge in offener Bauweise mit seitlichem Grenzabstand zulässig sind. Hiervon unberührt bleibt die Zulässigkeit von Garagen in den Abstandsflächen der Gebäude gem. § 6 Abs. 7 Nr. 1 LBO.

5. Grünordnerische Festsetzungen (§ 9 Abs. 1 Nr. 20, 25 und Abs. 6 BauGB)

5.1 Für die in der Planzeichnung als anzupflanzend dargestellten Bäume sind kleinkronige Bäume wie z.B.:

Aesculus hippocastanum „Umbraculifera“ Kugel-Kastanie Acer platanoides „Columnare“ Säulen-Spitzahorn Acer campestre „Nanum“ Feld-Ahorn Carpinus betulus „Columnaris“ Säulen Hainbuche Quercus palustris „Green Dwarf“ Zwerg-Sumpfeiche Tilia cordata „Green Globe“ Kugel-Linde

der Qualität Hochstamm, 3 x verpflanzt, Umfang 16-18 cm, anzupflanzen, zu pflegen und dauerhaft zu erhalten. Der Standort der einzelnen Bäume darf beispielsweise für Grundstückszufahrten ausnahmsweise variiert werden. Die Baumscheibe je Baum muss mindestens 2 x 2m betragen und es ist ein 12 m³ großer Wurzelraum herzustellen.

5.2 Die straßenseitigen Grundstücksflächen sowie die dargestellten Stellplätze sind mit einer Hecke aus einheimischen, standortgerechten Sträuchern einzugrünen. Die Höhe der Hecke darf 1,5 m nicht überschreiten.

5.3 In der an der südlichen Geltungsbereichsgrenze liegenden Grünfläche sind ebenerdige, flächenhafte Bepflanzungen (3x50 m²) mit Sträuchern heimischer Knicks als Grüninseln vorzunehmen sowie dauerhaft zu pflegen und zu erhalten. Es sind ausschließlich Arten gem. Anhang C der „Durchführungsbestimmungen zum Knickschutz“ (Erlass des MELUR-SH - V 534-531.04) zu verwenden.

5.4 Im Bereich der östlichen Geltungsbereichsgrenze ist entlang der dargestellten Gehölzstreifenneuanlage eine Hecke mit einer Breite von mind. 1 m und einer Höhe von mind. 2 m zu pflanzen sowie dauerhaft zu pflegen und zu erhalten. Es sind ausschließlich Buchen und Feldahorn zu verwenden.

5.5 Die als zum Erhalt festgesetzten Bäume sind während der Baumaßnahmen gem. den Bestimmungen der DIN 18920 zu schützen. Bei Abgang von Bäumen, für die der Bebauungsplan eine Erhaltungsbindung festsetzt, ist an gleicher Stelle gleichartiger Ersatz (mit einem Stammumfang von mindestsens 20 cm gemessen in 1,0 m Höhe) zu pflanzen.

5.6 Die in der Planzeichnung festgesetzten Knicks sind dauerhaft zu pflegen und zu erhalten und lückig und spärlich bewachsene Abschnitte sind durch Nachpflanzung zu schließen. Es sind ausschließlich Arten gem. Anhang C der „Durchführungsbestimmungen zum Knickschutz“ (Erlass des MELUR-SH - V 534-531.04) zu verwenden. Es ist ein Knickschutzstreifen von 3,0 m ab Knickwallfuß freizuhalten. Auch bauliche Anlagen, die keine baurechtlichen Genehmigungen erfordern, sind ausgeschlossen. Im nördlichen Planbereich darf der Knickschutzstreifen durch die Straßenverkehrsfläche unterschritten werden. Knickdurchbrüche dürfen in der Lage variiert werden. Für die gesamte Bauzeit ist ein Bauzaun auf der gesamten Länge des Knicks in einem Abstand von 0,5 m zum Knickfuß aufzustellen.

5.7 Knickverschiebung Der Knick an der nordwestlichen Plangebietsgrenze ist vorrangig mit dem Knickmaterial aus dem zu verlegenden Knick herzustellen. Die Vegetation des Knicks ist hierzu im Zeitraum vom 01.10. bis zum 28./29.02. auf den Stock zu setzen. Die fachlichen Standards für Knickverlegungen gem. Anlage 2 der Durchführungsbestimmungen zum Knickschutz (MELUR 20.01.2017) sind zu beachten. Eventl. vorhandene Pflanzlücken im Knick sind mit gebietsheimischen Arten für Schlehen-Hasel-Knicks der Anlage 3 nachzupflanzen, heranzuziehen und dauerhaft zu pflegen.

5.8 Knickneuanlage An der südöstlichen und südlichen Plangebietsgrenze sind 107 m Knick herzustellen und zu bepflanzen. Für die Bepflanzung sind gebietsheimische Gehölze für Schlehen-Hasel-Knicks aus der Liste typischer Gehölzarten Schleswig-Holsteinischer Knicks gem. Anlage 3 der Durchführungsbestimmungen zum Knickschutz (MELUR 20.01.2017) zu verwenden. Es sind auf dem neuen Knickabschnitt je 40 m eine Stiel-Eiche (Quercus robur) als Überhälter zu pflanzen, heranzuziehen und dauerhaft zu pflegen.

Pflanzqualitäten:

Verpflanzte Sträucher, zwischen 3 und 5 Trieben, 100-150 cm, Heister 2 x verpflanzt, 100-125 cm als Überhälter, verpflanzte Heister mit Ballen, 150-200 cm.

5.9 Knickausgleich Ein Knickausgleich von 10 m wird auf dem Flurstück 37 Flur 48 Gemarkung Flensburg-O erbracht.

6. Örtliche Bauvorschriften (§ 9 Abs. 4 BauGB, § 84 Abs. 1 Nr. 3 und Nr. 5 LBO)

6.1 Barrierefreiheit Der Zugang von öffentlichen Verkehrswegen, Stellplätzen und Garagen zu den Gebäudeeingängen muss auch innerhalb der Grundstücke barrierefrei ausgeführt werden. Die Abfallbehälter müssen barrierefrei erreichbar sein.

6.2 Dachformen Es sind nur Flachdächer mit bis zu 5° Neigung zulässig.

6.3 Dachbegrünung In den allgemeinen Wohngebieten müssen die Dächer der Hauptgebäude dauerhaft mit bodendeckenden Pflanzen gemäß DIN 1986-100 mit einer Mindest-Aufbaudicke von 10 cm und einem mittleren Abflussbeiwert cm von 0,2 oder weniger (entsprechend einer Abflussreduzierung von mind. 80%) extensiv begrünt sein. Ausgenommen von dieser Festsetzung sind Flächen für Dachgärten mit den dafür notwendigen Anlagen.

6.4 Dachaufbauten Notwendige Dachaufbauten wie Antennen, Lüftungsanlagen, Treppenhäuser oder Aufzugsanlagen sind zulässig.

6.5 Werbeanlagen Werbeanlagen sind ausschließlich an der Stätte der Leistung zulässig. Sie sind in Form von Schriftzügen, Firmensignets oder Einzelbuchstaben zulässig. Es sind direkt und indirekt beleuchtete, blendfrei ausgeführte Werbeanlagen zulässig. Lauf-, Wechsel-, Blinklichtschaltungen und Anlagen ähnlicher Bauart und Wirkung sind nicht zulässig. Unzulässig sind sich bewegende Werbeanlagen. Lichtprojektionen auf oder am Gebäude, in Schaufenstern, an baulichen Anlagen, auf Grundstücken und auf Straßen, außerdem in den Luftraum abstrahlende Licht- und Laserstrahlen sind unzulässig. Werbeanlagen müssen so konstruiert sein, dass keine Insekten in den Leuchtkörper gelangen können (staubdichte Leuchten). Im Geltungsbereich sind Fahnenmaste unzulässig.

Es sind Leuchtmittel mit für Insekten wirkungsarmem Spektrum (UV-armes Lichtspektrum) gemäß dem Stand der Technik zu verwenden, wie zum Beispiel Natriumdampf-Niederdrucklampen mit monochrom gelblichem Licht oder LED-Lampen mit warm-neutralweißem Licht. Es dürfen nur Leuchten mit geringer Oberflächentemperatur