Planungs­dokumente: Bebauungsplan "Sandberg / Mummsche Koppel" (Nr. 302)

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Inhaltsverzeichnis

Begründung

7.1 Einleitung

Es erfolgt eine überschlägige Prüfung der Betroffenheit von Umweltbelangen für den gem. § 13a BauGB (Bebauungspläne der Innenentwicklung) oder § 13b BauGB (Einbeziehung von Außenbereichsflächen in das beschleunigte Verfahren) aufgestellten Bebauungsplan.

7.2 Vorprüfung des Einzelfalls (Screening)

Es erfolgt eine überschlägige Prüfung der Betroffenheit von Umweltbelangen für den gem. § 13a BauGB (Bebauungspläne der Innenentwicklung) oder § 13b BauGB (Einbeziehung von Außenbereichsflächen in das beschleunigte Verfahren) aufgestellten Bebauungsplan.

Tabelle 1: Betroffenheit von Umweltbelangen










































































Vorhaben kann nach überschlägiger Einschätzung zu erheblichen Beeinträchtigungen folgender Umweltbelange führen:janein
Natura 2000-Gebiete (§ 22 LNatSchG)x
Naturschutzgebiete (§ 13 LNatSchG)x
Nationalparke (§24 BNatSchG)x
Biosphärenreservate und Landschaftsschutzgebiete (§§ 14+15 LNatSchG)x
Geschütze Landschaftsbestandteile (§ 18 LNatSchG)
gesetzlich geschützte Biotope gemäß § 30 BNatschG oder § 21 LNatSchGx
Landesweites Schutzgebiets- und Biotopverbundsystemx
Kompensationsflächen/ Ökokontoflächenx
Wasserschutzgebiete/ Trinkwassergewinnungsgebietex
Heilquellenschutzgebietex
Schutzstreifen eines Gewässers (§ 35 LNatSchG)x
Wald, Moor- oder Heideflächex
Naturdenkmal x
Kulturdenkmalx
Gebiete, in denen die in Rechtsakten der Europäischen Union festgelegten Umweltqualitätsnormen bereits überschritten sindx
Gebiete mit hoher Bevölkerungsdichtex
in amtlichen Listen oder Karten verzeichnete Denkmäler, Denkmalensembles, Bodendenkmäler oder Gebiete, die von der durch die Länder bestimmten Denkmalschutzbehörde als archäologisch bedeutende Landschaften eingestuft worden sindx
Geplantes Vorhaben bewirkt nach überschlägiger Einschätzung nicht vermeidbare erhebliche nachteilige Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima und das Wirkungsgefüge zwischen ihnen sowie die Landschaft und die biologische Vielfaltx
Vorhaben erhöht nach überschlägiger Einschätzung die Risiken für die menschliche Gesundheit, das kulturelle Erbe oder die Umwelt.
Genauer zu prüfen wenn Lage des Vorhabens:
x
im überschwemmungsgefährdeten Bereichx
an einem Landesschutzdeichx
in der Nähe einer Freileitungx
im Lärmschutzbereich eines Flugplatzesx
in einem Gebiet für das eine Schutzbereichsanordnung des Bundesministeriums der Verteidigung bestehtx
im Einflussbereich einer Altlastx
in der Nähe einer Deponie/Abfallbeseitigungseinrichtungx
in einem mit Kampfmitteln belasteten Gebietx
in einem setzungsgefährdeten Gebietx
Massentierhaltung im Abstand von weniger als 1.000 mx
sonstige emittierende Tierhaltung im Abstand von weniger als 300 mx
im Bereich eines sonstigen emittierenden Betriebesx
sonstige Schutzzonenx
Vorhaben führt nach überschlägiger Einschätzung zu erheblichen Beeinträchtigungen durch Kumulierung mit den Auswirkungen von Vorhaben benachbarter Plangebiete unter Berücksichtigung etwaiger bestehender Umweltprobleme in Bezug auf möglicherweise betroffene Gebiete mit spezieller Umweltrelevanz oder auf die Nutzung von natürlichen Ressourcenx
Vorhaben ist nach überschlägiger Einschätzung dazu geeignet das Ausmaß der Treibhausgasemissionen zu verstärken oder anfällig gegenüber den Folgen des Klimawandels zu seinx
Vorhaben ist nach überschlägiger Einschätzung dazu geeignet Risiken für die menschliche Gesundheit, das kulturelle Erbe oder die Umwelt (zum Beispiel durch Unfälle oder Katastrophen) zu bewirkenx

Ergebnis: Die überschlägige Vorprüfung des Einzelfalls (Screening) für den geplanten Bauleitplan ergab Anhaltspunkte für das vorhabenbedingte Entstehen von Beeinträchtigungen der Umwelt, die nach § 2 Abs. 4 Satz 4 BauGB in der Abwägung zu berücksichtigen wären.

Die überschlägige Einschätzung ergibt sich aus dem Vorhandensein von gesetzlich geschützten Knicks, ortsbildprägenden Einzelbäumen und dem voraussichtlichen Eintretens nicht vermeidbarer erhebliche nachteilige Auswirkungen auf Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima und das Wirkungsgefüge zwischen ihnen sowie die Landschaft und die biologische Vielfalt.

Hinweis: Das Screening erstreckt sich nicht auf ggf. durch das Planvorhaben ermöglichte artenschutzrechtliche Zugriffsverbote gem. § 44 BNatSchG.

7.3 Knickschutz

Die an den Plangebietsgrenzen befindlichen Knicks sind zu erhalten. Sie gelten als gesetzlich geschützte Biotope (§ 21 Abs. 1 Nr. 4 LNatSchG). Handlungen, die zu einer Zerstörung oder einer sonstigen erheblichen Beeinträchtigung führen können, sind gemäß § 30 Abs. 2 BNatSchG verboten. Die ordnungsgemäße Pflege der Knicks (auf den Stock setzen von strauchartigen Gehölzen in einem Turnus von ca. 10 Jahren) ist von den Verboten ausgenommen.

Folgende Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen sind in die Festsetzungen des Bebauungsplans aufzunehmen:

• Für die gesamte Bauzeit ist ein Bauzaun auf der Länge des Knicks in einem Abstand von 0,50 m zum Knickfuß aufzustellen.

• Die zu verschiebenden Knickabschnitte sind in dem Zeitraum zwischen dem 01.10. und 28.02. auf den Stock zu setzen.

Durch die Festsetzungen des Bebauungsplans wird die Entfernung bzw. Verschiebung von Knickabschnitten an den Geltungsbereichsgrenzen des B-Plans ermöglicht. Diese Eingriffe in die gemäß § 21 Abs. 1 Nr.4 LNatSchG gesetzlich geschützten Biotope sind gemäß den Durchführungsbestimmungen zum Knickschutz (Erlass des MELUR vom 20.01.17) auszugleichen. Die Eingriffe sind bei der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Flensburg gesondert zu beantragen.

Im Gebiet sind entlang der westlichen Geltungsbereichsgrenze zwei Knickdurchbrüche und im Norden ein Knickdurchbruch von je 3 m für Gehwegeverbindung vorgesehen. Für den Einfahrtsbereich müssen weitere 26 m vom nördlichen und westlichen Knick zur Herstellung des Sichtdreiecks entfernt werden. Der nördlich der Erschließungsstraße gelegene Knick kann verschoben werden. Im Süden wird zur Herstellung einer Baustraße ein Knickdurchbruch mit 6 m vorgenommen, dieser Bereich kann nach Fertigstellung der Arbeiten wieder geschlossen werden. Hier liegt der Charakter einer Verschiebung vor.

Tabelle 1: Eingriffsbilanzierung














BiotoptypLage im
Plangebiet
EingriffEingriffsumfangRKFAusgleichsbedarf
Knick (HWt)NordwestenBeseitigung24 m1:248 m
Knick (HWt)WestBeseitigung11 m1:222 m
Knick (HWt)NordwestVerschiebung48 m1:1,7584 m
Knick (HWt)SüdVerschiebung während Bauzeit6 m21:1,7510,5 m²
Gesamt 164,5 m

An der nordwestlichen und südlichen Plangebietsgrenze werden die aus vorhanden Knickmaterial verschobenen Knicks im Plangebiet auf einer Länge von 48 m wieder hergestellt und mit standortheimischen knicktypischen Laubgehölzen neu bepflanzt.

Die Länge der verschobenen und fachgerecht wiederhergestellten Knicks kann gemäß den Durchführungsbestimmungen zum Knickschutz (2017) vom ermittelten Ausgleichsbedarf wieder abgezogen werden. Dementsprechend verbleibt ein Ausgleichsbedarf für Eingriffe in gesetzlich geschützte Knicks von rund 117 m.

107 m Knick können innerhalb des Geltungsbereichs an der Ostseite der privaten Grünfläche im Süden des Plangebietes durch Neuanlage eines Knicks ausgeglichen werden.

Für die Bepflanzung sind gebietsheimische Gehölze für Schlehen-Hasel-Knicks aus der Liste typischer Gehölzarten Schleswig-Holsteinischer Knicks gem. Anlage 3 der Durchführungsbestimmungen zum Knickschutz (MELUR 20.01. 2017) zu verwenden. Es sind auf dem neuen Knickabschnitt je 40 m eine Stiel-Eiche (Quercus robur) als Überhälter zu pflanzen, heranzuziehen und dauerhaft zu pflegen. Pflanzqualitäten: Verpflanzte Sträucher, zwischen 3 und 5 Trieben, 100-150 cm Heister 2 x verpflanzt, 100-125 cm Als Überhälter, verpflanzte Heister mit Ballen, 150-200 cm.

Es verbleibt eine nicht im Geltungsbereich des Planes auszugleichende Knicklänge von 10 m, die an anderer Stelle des Stadtgebietes auszugleichen ist. Der Ausgleich erfolgt durch bereits hergestellte Knickwälle auf dem Grundstück des Flurstücks 37 der Flur 48, Gemarkung Flensburg-O auf einer Länge von 10 m.