Planungs­dokumente: Bebauungsplan "Sandberg / Mummsche Koppel" (Nr. 302)

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Inhaltsverzeichnis

Begründung

2.5 Aufzuhebende Satzungen

Ein kleiner Teil im Nordwesten des Bebauungsplanes „Sandberg / Mummsche Koppel“ (Nr. 302) liegt in einem Bereich, der bereits von der 1. Änderung des Bebauungsplans Nr. 37 überplant ist.

Mit In-Kraft-Treten des Bebauungsplanes „Sandberg / Mummsche Koppel“ (Nr. 302) wird innerhalb des räumlichen Geltungsbereiches die 1. Änderung des Bebauungsplan Nr. 37, rechtskräftig seit 13.01.1973, aufgehoben.

Darüber hinaus führt die Aufstellung der vorliegenden Bauleitplanung zu keiner Aufhebung von bestehenden Satzungen.

3. Beschreibung des Gebietes

Das Plangebiet „Sandberg / Mummsche Koppel“ umfasst die Flurstücke 173, 175 und 280 der Flur 44 und liegt im südöstlichen Bereich der Stadt Flensburg. Das Plangebiet befindet sich nördlich des Campusbades und südöstlich der Schulze-Delitzsch-Straße. Westlich und nordöstlich grenzen Fuß- und Radwege zwischen Schulze-Delitzsch-Straße und Campusbad sowie zwischen Schulze-Delitzsch-Straße und dem Campus an. Unmittelbar östlich angrenzend befindet sich ein Teil der Kleingartenkolonie 130.

Abbildung 4: Übersicht Luftbild mit Lage des Planbereiches

(Quelle: Digitaler Atlas Nord, ohne Maßstab)

Auf dem Flurstück 280 befindet sich eine auch im Flächennutzungsplan ausgewiesene Grünfläche mit Zweckbestimmung „Dauerkleingärten“. Die Kleingartennutzung ist bereits aufgegeben worden.

Die Erschließung des Plangebietes soll über die Flurstücke 173 und 175 erfolgen. Bei letzterer handelt es sich um eine kleine, wenige Quadratmeter messende Rasenfläche. Flurstück 173 wird derzeit überwiegend als Fuß- und Radweg genutzt. Diese Nutzung soll beibehalten werden. Um die verkehrliche Erschließung des Plangebietes zu sichern, wird bis zur Einfahrt des Plangebietes auch eine Nutzung durch PKW zulässig sein.

4. Gründe für die Planaufstellung

Nördlich des Campus-Geländes, auf der Fläche der sogenannten „Mummschen Koppel“, ist ein neues Wohngebiet mit ca. 185 Wohneinheiten geplant. Anschließend an die vorhandene Wohnbebauung der angrenzenden Schulze-Delitzsch-Straße wird hier eine innerstädtische Fläche nachverdichtet, um weiteren, in der Stadt Flensburg dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Das Plangebiet wurde zuvor als Kleingartenkolonie genutzt. Die Kleingartennutzung wurde bereits aufgegeben.

Gemäß integriertem Stadtentwicklungskonzept (ISEK, 2018) hat die Stadt Flensburg als Oberzentrum mit vielseitigem Profil eine starke Magnetwirkung und erfreut sich als Wohnsitz wachsender Beliebtheit. Im Gegensatz zu Teilregionen in der Fläche, die mitunter extremen Schrumpfungsprozessen ausgesetzt sind, wird für Flensburg und Teile des angrenzenden Umlands von einem weiterem Bevölkerungswachstum ausgegangen. Zwischen 2006 und 2016 hat die Stadt fast 7.000 Einwohnerinnen und Einwohner dazugewonnen. Alle Bevölkerungsprognosen gehen davon ausgehen, dass der Wachstumstrend der vergangenen 10 Jahre weiter anhält.

Weiter heißt es im ISEK, dass es bereits heute in Flensburg einen Mangel an Wohnraum gibt. Unter Berücksichtigung des prognostizierten Bevölkerungswachstums von ca. 7% bis zum Jahr 2030 wird seitens des Landes Schleswig-Holstein für Flensburg von einem Wohnungsneubaubedarf von knapp 6.000 neuen Wohneinheiten ausgegangen. Laut ISEK wird mit Verweis auf unabsehbare Zuwanderungswellen eine weitere Sicherheitsreserve als erstrebenswert angesehen, Innenentwicklung und Stadtsanierung im Sinne der kompakten urbanen Stadt werden weiter erforderlich sein. Dabei genießen Wohnformen mit höherer Dichte vor dem Hintergrund des vorhandenen Bedarfs Priorität, u.a. weil Wanderungsgewinne, steigende Geburtenraten und der Trend des Umzuges „zurück in die Stadt“ zu einer steigenden Nachfrage nach Wohnraum führen.

Die zusätzlichen Raumansprüche treffen laut ISEK in der kreisfreien Stadt Flensburg auf ein begrenztes Flächenangebot, was den Nutzungsdruck auf die vorhandenen Freiflächen erhöht. Gleichzeitig wird im Entwicklungskonzept darauf verwiesen, dass die Kleingartenanlagen im Stadtgebiet teilweise einen hohen Leerstand haben und durch ihre Lage als potentielle Wohnbau- oder Gewerbeflächen unter Druck geraten. Ziel ist es, vor dem Hintergrund des begrenzten Flächenangebots, die unterschiedlichen Ansprüche der wachsenden Stadt hinsichtlich Wohnen, Arbeiten und Erholen gut auszubalancieren.