Planungs­dokumente: Bebauungsplan "Sandberg / Mummsche Koppel" (Nr. 302)

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Inhaltsverzeichnis

Begründung

6.2.1 Bauweise

Es wird eine abweichende Bauweise festgesetzt. Die abweichende Bauweise besteht darin, dass auch Gebäude mit mehr als 50 m Länge in offener Bauweise mit seitlichem Grenzabstand zulässig sind. Hiervon unberührt bleibt die Zulässigkeit von Garagen in den Abstandsflächen der Gebäude gem. § 6 Abs. 7 Nr. 1. Diese Festsetzung ermöglicht den Bau von für das urbane Umfeld adäquaten mehrgeschossigen Wohngebäuden in heute üblichen Ausmaßen.

6.2.2 Überbaubare Grundstücksfläche

Die im Plan dargestellten Baugrenzen setzen bewusst enge Grenzen für die Stellung und die Ausmaße der geplanten Gebäude. Die Stadt stellt so sicher, dass das beabsichtigte städtebauliche Konzept umgesetzt werden kann. Auch wird sichergestellt, dass Frei- bzw. Grünräume für die Bewohner und Anwohner mit bestimmten Qualitäten entstehen können.

6.3 Zufahrten, Stellplätze, Garagen und Nebenanlagen

In den allgemeinen Wohngebieten sind Zufahrten und Nebenanlagen i. S. des § 14 BauNVO (wie Sammelanlagen für Abfälle) sowie Fahrradabstellanlagen auch außerhalb der Baugrenzen zulässig. Garagen, mit Ausnahme von Tiefgaragen, sind nur innerhalb der Baugrenzen zulässig. Tiefgargagen sind nur innerhalb der gekennzeichneten Flächen für Nebenanlagen entsprechend ihrer Zweckbestimmung sowie innerhalb der Baugrenzen zulässig. Die für die Tiefgaragen benötigten Lüftungsanlagen und Rettungswege sind auch außerhalb der vorgenannten Flächen zulässig. Im Bereich der Baufenster WA 7 bis WA 9 (östliche Seite des Planbereiches) dürfen Garagen auch außerhalb der Baugrenzen errichtet werden.

Kfz-Stellplätze sind nur auf den ausgewiesenen Flächen zulässig, ihre in der Planzeichnung dargestellte Lage darf geringfügig variiert werden. Offene ebenerdige Stellplätze (mit Ausnahme der barrierefreien Stellplätze) und nicht überdachte Fahrradstellplätze sind mit wasserdurchlässigen Belägen auszuführen. Eine Mischung aus straßenbegleitenden Stellplätzen und Tiefgaragenstellplätzen stellt sicher, dass eine gemäß Stellplatzsatzung ausreichende Anzahl dieser zur Verfügung steht.

Im allgemeinen Wohngebiet kann eine Überschreitung der festgesetzten GRZ durch Flächen für Tiefgaragen und ihre Zufahrten sowie Nebenanlagen bis zu einer GRZ von 0,75 zugelassen werden, soweit sie unterhalb der Geländeoberfläche liegen und die Geländefläche dauerhaft begrünt wird. Die Überschreitung der üblicherweise für die in § 19 Absatz 4 genannten Anlagen zulässigen GRZ um einen Wert von 0,15 wird damit begründet, dass so die zwingend benötigte Anzahl an Stellplätzen gemäß der Flensburger Stellplatzsatzung überwiegend unterirdisch untergebracht werden kann, wodurch die städtebauliche Qualität des Quartiers zunimmt. Dadurch, dass die genannte Ausnahme nur für Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche gilt und die Geländeoberfläche dauerhaft zu begrünen ist, werden die daraus resultierenden Folgen verringert. Durch die Begrünung der Tiefgarage wird zudem den Umweltbelangen (s. Kap. 7) Rechnung getragen. Auch ergeben sich dadurch Gemeinschaftsgärten für die Bewohner*innen. Insgesamt werden durch den Bau der Tiefgaragen die Erschließungsflächen kleiner. Durch die Festsetzung der privaten Grünfläche im Süden wird des Weiteren sichergestellt, dass ausreichend Freiflächen als Ausgleich für eine erhöhte GRZ für die Natur verbleiben. Daher wird die Überschreitung der GRZ durch unterirdische Anlagen als vertretbar angesehen.

In Tiefgaragen sind auch Kellerräume, Fahrradabstellmöglichkeiten und technische Anlagen der Gebäude (wie für Aufzüge) zulässig.