Planungs­dokumente: Bebauungsplan "Sandberg / Mummsche Koppel" (Nr. 302)

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Inhaltsverzeichnis

Begründung

6.4 Grünordnerische Festsetzungen

Für die in der Planzeichnung als anzupflanzend dargestellten Bäume sind kleinkronige Bäume wie z.B.:

Aesculus hippocastanum „Umbraculifera“ Kugel-Kastanie
Acer platanoides „Columnare“ Säulen-Spitzahorn
Acer campestre „Nanum“ Feld-Ahorn
Carpinus betulus „Columnaris“ Säulen Hainbuche
Quercus palustris „Green Dwarf“ Zwerg-Sumpfeiche
Tilia cordata „Green Globe“ Kugel-Linde

der Qualität Hochstamm, 3 x verpflanzt, Umfang 16-18 cm, anzupflanzen, zu pflegen und dauerhaft zu erhalten. Der Standort der einzelnen Bäume darf beispielsweise für Grundstückszufahrten ausnahmsweise variiert werden. Die Baumscheibe je Baum muss mindestens 2 x 2m betragen und es ist ein 12 m³ großer Wurzelraum herzustellen. Ziel ist es, dass ein allee-artiger Charakter den Straßenraum des Wohngebietes prägen und aufwerten soll.

Die straßenseitigen Grundstücksflächen sowie die dargestellten Stellplätze sind mit einer Hecke aus einheimischen, standortgerechten Sträuchern einzugrünen. Die Höhe der Hecke darf 1,5 m nicht überschreiten. Die Hecken dienen der Schaffung von Grün im Wohngebiet und sollen den Straßenraum aufwerten.

In der an der südlichen Geltungsbereichsgrenze liegenden Grünfläche sind ebenerdige, flächenhafte Bepflanzungen mit Sträuchern heimischer Knicks vorzunehmen sowie dauerhaft zu pflegen und zu erhalten. Es sind ausschließlich Arten gem. Anhang C der „Durchführungsbestimmungen zum Knickschutz“ (Erlass des MELUR-SH - V 534-531.04) zu verwenden. So entstehen mehrere „Grüninseln“ aus einheimischen Gehölzen, die sowohl die ökologische Qualität als auch die Aufenthaltsqualität der Grünfläche erhöhen. Obwohl Arten gemäß „Durchführungsbestimmungen zum Knickschutz“ zu verwenden sind, müssen die ebenerdigen Pflanzinseln nicht als Knicks angelegt sein. Sie sind in der folgenden Umweltvorprüfung nicht auf den Knickausgleich angerechnet worden.

Im Bereich der östlichen Geltungsbereichsgrenze ist entlang der dargestellten Gehölzstreifenneuanlage eine Hecke mit einer Breite von mind. 1 m und einer Höhe von mind. 2 m zu pflanzen sowie dauerhaft zu pflegen und zu erhalten. Es sind ausschließlich Buchen und Feldahorn zu verwenden. Die Hecke dient der Abgrenzung zwischen Wohngebiet und benachbarter Kleigartenkolonie bzw. als Abschirmung zum vorhandenen Weg hin.

Die als zum Erhalt festgesetzten Bäume sind dauerhaft zu erhalten. Während der Baumaßnahmen sind sie gem. den Bestimmungen der DIN 18920 zu schützen.

Ein Knickdurchbruch mit einer Breite von 3 m ist im Norden und zwei sind im Westen für einen Gehweg vorzusehen. Im Süden wird der Knickdurchbruch für die Zeit einer Baustraße eine Breite von 6 m benötigen. Der Knickdurchbruch im Süden wird wieder geschlossen und entsprechend wieder hergestellt. Die Knickdurchbrüche dürfen in der Lage variiert werden. Die in der Planzeichnung festgesetzten Knicks sind dauerhaft zu pflegen und zu erhalten und lückig und spärlich bewachsene Abschnitte sind durch Nachpflanzung zu schließen. Es sind ausschließlich Arten gem. Anhang C der „Durchführungsbestimmungen zum Knickschutz“ (Erlass des MELUR-SH - V 534-531.04) zu verwenden. Es ist ein Knickschutzstreifen von 3,0 m ab Knickwallfuß freizuhalten. Auch bauliche Anlagen, die keine baurechtlichen Genehmigungen erfordern, sind ausgeschlossen. Im nördlichen Planbereich darf der Knickschutzstreifen durch die Straßenverkehrsfläche unterschritten werden. Für die gesamte Bauzeit ist ein Bauzaun auf der gesamten Länge des Knicks in einem Abstand von 0,5 m zum Knickfuß aufzustellen.

Knickverschiebung
Der Knick an der nordwestlichen Plangebietsgrenze ist vorrangig mit dem Knickmaterial aus dem zu verlegenden Knick herzustellen. Die Vegetation des Knicks ist hierzu im Zeitraum vom 01.10. bis zum 28./29.02. auf den Stock zu setzen. Anschließend erfolgt das Versetzen ganzer Knickabschnitte mit einer großen Radladerschaufel. Der Arbeitsgang ist so durchzuführen, dass das Wallgefüge ungestört bleibt. Inbegriffen ist vor dem Versetzen des Walles die Herstellung einer Mulde in einer Tiefe von 30 cm und 3,0 m Breite am neuen Standort. Die fachlichen Standards für Knickverlegungen gem. Anlage 2 der Durchführungsbestimmungen zum Knickschutz (MELUR 20.01. 2017) sind zu beachten. Eventuell vorhandene Pflanzlücken im Knick sind mit gebietsheimischen Arten für Schlehen-Hasel-Knicks der Anlage 3 nachzupflanzen, heranzuziehen und dauerhaft zu pflegen.

Knickneuanlage
An der südöstlichen und südlichen Plangebietsgrenze sind 107 m Knick herzustellen und zu bepflanzen. Für die Herstellung der neuen Knicks wird im Kern mineralischer Boden verwendet, der mit einer mindestens 10 cm starken Schicht aus abgesiebten Oberboden angedeckt und zu einem Erdwall mit den folgenden Abmessungen aufgesetzt wird: Fuß = 3,0 m, Krone = 1,0 m, h = 1,0 m, V. = 2,0 m³/m. Auf der Krone des neuen Erdwalls ist eine ca. 15 cm tiefe Pflanzmulde zu bilden. Der neue Wall ist beidseitig mit einem 1,8 m hohen Wildschutzzaun zu umgrenzen. Der hergestellte Erdwall erhält eine zweireihige Bepflanzung mit einer Pflanzdichte von 3 Pflanzen je lfd. m. Für die Bepflanzung sind gebietsheimische Gehölze für Schlehen-Hasel-Knicks aus der Liste typischer Gehölzarten Schleswig-Holsteinischer Knicks gem. Anlage 3 der Durchführungsbestimmungen zum Knickschutz (MELUR 20.01. 2017) zu verwenden. Es sind auf dem neuen Knickabschnitt je 40 m eine Stiel-Eiche (Quercus robur) als Überhälter zu pflanzen, heranzuziehen und dauerhaft zu pflegen. Pflanzqualitäten: Verpflanzte Sträucher, zwischen 3 und 5 Trieben, 100-150 cm Heister 2 x verpflanzt, 100-125 cm Als Überhälter, verpflanzte Heister mit Ballen, 150-200 cm.

Knickausgleich
Ein Knickausgleich von 10 m wird auf dem Flurstück 37 Flur 48 Gemarkung Flensburg-O erbracht.

6.5 Örtliche Bauvorschriften

Barrierefreiheit
Der Zugang von öffentlichen Verkehrswegen, Stellplätzen und Garagen zu den Gebäudeeingängen muss auch innerhalb der Grundstücke barrierefrei ausgeführt werden. Die Abfallbehälter müssen barrierefrei erreichbar sein. Im Hinblick auf die Gestaltung des Außenraumes des Wohngebietes legt die Stadt Flensburg besonderen Wert auf eine barrierefreie Nutzbarkeit für die gesamte Bevölkerung.

Dachformen
Es sind nur Flachdächer mit bis zu 5° Neigung zulässig. Durch Flachdächer wird eine dem städtebaulichen Konzept entsprechende Gebäudekubatur erreicht. Zudem orientiert sich die gewählte Dachform an der umliegenden Bebauung, um ein nahtloses Einfügen in das Stadtbild zu gewährleisten.

Dachbegrünung
Im allgemeinen Wohngebiet müssen die Dächer der Hauptgebäude dauerhaft mit bodendeckenden Pflanzen gemäß DIN 1986-100 mit einer Mindest-Aufbaudicke von 10 cm und einem mittleren Abflussbeiwert cm von 0,2 oder weniger (entsprechend einer Abflussreduzierung von mind. 80%) extensiv begrünt sein. Ausgenommen von dieser Festsetzung sind Flächen für Dachgärten mit den dafür notwendigen Anlagen. Auf allgemeinen Beschluss der Stadt Flensburg sind bei der Aufstellung neuer Bebauungspläne alle Flachdächer und leicht geneigte Dächer als Gründächer festzusetzen. Ausnahmen können aus funktionalen Gründen möglich sein. Dies dient einerseits der ökologischen Aufwertung des Wohngebietes und andererseits wirkt es sich positiv auf den natürlichen Wasserhaushalt aus.

Dachaufbauten
Notwendige Dachaufbauten wie Antennen, Lüftungsanlagen, Treppenhäuser oder Aufzugsanlagen sind zulässig.

Werbeanlagen
Werbeanlagen sind ausschließlich an der Stätte der Leistung zulässig. Sie sind in Form von Schriftzügen, Firmensignets oder Einzelbuchstaben zulässig. Es sind direkt und indirekt beleuchtete, blendfrei ausgeführte Werbeanlagen zulässig. Lauf-, Wechsel-, Blinklichtschaltungen und Anlagen ähnlicher Bauart und Wirkung sind nicht zulässig. Unzulässig sind sich bewegende Werbeanlagen. Lichtprojektionen auf oder am Gebäude, in Schaufenstern, an baulichen Anlagen, auf Grundstücken und auf Straßen, außerdem in den Luftraum abstrahlende Licht- und Laserstrahlen sind unzulässig. Werbeanlagen müssen so konstruiert sein, dass keine Insekten in den Leuchtkörper gelangen können (staubdichte Leuchten). Im Geltungsbereich sind Fahnenmaste unzulässig. Es sind Leuchtmittel mit für Insekten wirkungsarmem Spektrum (UV-armes Lichtspektrum) gemäß dem Stand der Technik zu verwenden, wie zum Beispiel Natriumdampf-Niederdrucklampen mit monochrom gelblichem Licht oder LED-Lampen mit warm-neutralweißem Licht. Es dürfen nur Leuchten mit geringer Oberflächentemperatur

6.6 Gestaltung der Gebäude

Details zur äußeren Gestaltung der Gebäude werden im vor dem Satzungsbeschluss zu schließenden städtebaulichen Vertrag behandelt (siehe Punkt 9 „Inhalte des städtebaulichen Vertrags“).