Bebauungsplan "Hauptpost" (Nr. 303) - erneute Auslegung

Flensburg

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Sie können an dieser Stelle Einsicht in die Dokumente des Verfahrens nehmen.

Ergänzende Unterlagen

Eine Reihe von Unterlagen entsprechen denen aus der ersten öffentlichen Auslegung und Beteiligung. Soweit es sich um neue Unterhandelt ist dies durch Zusatz im Titel entsprechend gekennzeichnet.

Hier sehen Sie die Stellungnahmen, die von Beteiligten zu diesem Verfahren eingereicht und zur Veröffentlichung freigegeben wurden, nachdem der Verfahrensträger dem zugestimmt hat.

Stellungnahme #1003

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte entschieden Widerspruch gegen das geplante Bauvorhaben zwischen Bahnhofsstraße und Schleswiger Straße einlegen.

Der Wald muß erhalten bleiben ,die Menschen,die in dieser Stadt leben benötigen solche grünen Oasen und der Lebensraum für etliche Tiere darf nicht zerstört werden. 

Ich kann über diese Verfahrensweise nur Unverständnis empfinden und mein Vertrauen in die Politik wurde ein weiteres Mal erschüttert. 

Stellungnahme #1002

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Einwendung zum B-Plan Hauptpost

  1. Meinem im August erhobenen Einspruch ist mit den Veränderungen der Planung und den Antworten nur teilweise abgeholfen worden.

Unzureichend sind die Antworten in folgenden Punkten:

  1. Die Hangstabilität bei Durchführung der geplanten Baumaßnahmen an seinem Fuß ist weiterhin unzureichend untersucht. Nach der jetzt vorliegenden Planung sollen die anerkannt notwendigen Untersuchungen (neben Standsicherheitsberechnungen auch hydraulische Untersuchungen für die Böschungsbereiche) auf die Zeit des Baugenehmigungsverfahrens verschoben werden. Das bedeutet aber, einen Bau in Aussicht zu stellen, ohne zu wissen, ob dieser nicht zu Hangrutschen führen wird. Das ist nicht akzeptabel: Die Stabilität des Hanges muss geklärt sein, bevor der Bebauungsplan beschlossen wird. Eine Untersuchung im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens ist schon deshalb zu spät, als dann womöglich die Waldumwidmung schon geschehen ist und mit Abholzungs-Maßnahmen vollendete Tatsachen geschaffen worden sind, die das Biotop irreversibel geschädigt haben und die Hang-Stabilität noch weiter verschlechtern – es darf nicht passieren, dass das Biotop zerstört wird und dann doch nicht gebaut werden kann!

Aus den Unterlagen bei der Unteren Forstbehörde geht hervor, dass die in Aussicht gestellte Waldumwandlung verweigert würde, wenn zur Hangsicherung technische Abstützungen benötigt würden. Dies kann ohne eine gründliche Untersuchung der Hangstabilität auch unter den zu erwartenden Bedingungen der Bauphase aber gar nicht beurteilt werden. Deshalb darf auch der Bebauungsplan, der von der Waldumwidmung abhängt, nicht vorher beschlossen werden.

Des Weiteren nimmt kein einziges der vorhandenen geologischen und hydrogeologischen Gutachten Bezug auf den in Gang befindlichen Klimawandel und die dadurch zu erwartende Zunahme von Starkregen-Ereignissen in Häufigkeit und Heftigkeit, sowie die Zunahme von langen völlig verregneten Perioden wie diesen Winter und den Sommer vor 3 Jahren, sowie von langen trockenen Perioden wie den beiden letzten Sommern (Bekanntermaßen führt der Klimawandel zur Verlangsamung des Jetstreams in der höheren Atmosphäre mit der Folge der Zunahme von langen Perioden gleichartigen Wetters). Dies aber verändert die Anforderungen an die Hang-Stabilität erheblich und muss unbedingt mit bedacht werden, wenn nicht alle Berechnungen unrealistisch sein sollen. Die Gutachter sollten zu entsprechenden Ergänzungen ihrer Gutachten aufgefordert werden, das noch ausstehende Gutachten muss unbedingt diesen Gesichtspunkt mit untersuchen. Vorher kann auch keine begründete Aussage zu gegebenenfalls notwendige Abstützungen getroffen werden, also der Wald nicht entwidmet werden.

  1. Mein Hinweis auf die Notwendigkeit, innerstädtische Wälder auch unter dem Aspekt der Anpassung an den Klimawandel zu erhalten wegen des durch sie erzeugten Kühlungseffektes wurde abgetan mit der Behauptung, kühle Luft entstehe hauptsächlich nachts über freien Flächen am Stadtrand. Zwar wird bestätigt, dass Wald „aufgrund seiner Speicherfunktion auch tagsüber als Kaltluftspeicher bzw. Kaltluftproduzent wirkt“. (Tatsächlich ist Wald durch die Verdunstung aus seinen Millionen Blättern und die Abschattung seiner Fläche der effektivste Kaltluft-Produzent überhaupt, im Wald kann die Temperatur um mehr als 10 °C niedriger liegen als in der Umgebung.) Logischer Unsinn ist dann aber die darauf folgende widersinnige Behauptung: „Insofern ist eine Verschlechterung des Flensburger Klimas aufgrund dieser Änderung nicht anzunehmen.“ Hier liegt ganz offensichtlich eine fehlerhafte Abwägung vor!

  1. Mein Hinweis auf die Bedeutung des Wäldchens einschließlich des Unterholzes und der übrigen, abzuholzenden Grünflächen für das Kleinklima der Innenstadt wurde von Ihnen mit der Antwort abgefertigt: Aufgrund der Reduzierung an Bäumen wird die Oberfläche kleiner, die Staub bindet. Weder an dem Ort, noch gesamtstädtisch wird dies zu einer Überschreitung von Grenzwerten für Feinstaub führen.Ist das die Flensburger Version des Prinzips des Vorbeugenden Gesundheitsschutzes? Jede Verschlechterung ist erlaubt, solange nicht die maximalen Grenzwerte überschritten werden? Es sollte auch der Verwaltung in Flensburg und dem SUPA bekannt sein, dass die Grenzwerte für Feinstaub sehr umstritten sind und die WHO deutlich schärfere Grenzwerte empfiehlt als die derzeit in Deutschland gültigen. Was will die Stadt tun, wenn die Grenzwerte in 5 Jahren nach unten korrigiert werden und der Wald weg ist? Fahrverbote einführen? Auch hier liegt offensichtlich eine fehlerhafte Abwägung vor.

  1. Mein Einwand zum Artenschutz, dass die geplante Entfernung des Totholzes zur biologischen Verarmung des Waldgebietes führen würde, beantwortete die Stadt mit der Behauptung, im betroffenen Gebiet gäbe es gar kein nennenswertes Totholz: „Der in der Einwendung erhobene Verlust von Totholzstrukturen trifft im Vorhabengebiet nicht zu. Das Unterholz des aktuellen Wald-bereiches ist größtenteils sehr jung und der Anteil sowohl vertikalen, wie auch horizontalen Totholzes gering bis in großen Teilen gar nicht vorhanden. Das Vorhandensein einer ausgeprägten Totholzfauna kann daher für den aktuellen Wald-bestand des Vorhabengebietes ausgeschlossen werden.“ Man fragt sich, ob der Gutachter wirklich vor Ort gewesen ist, so schreiend widerspricht diese Behauptung der Wirklichkeit. Ich habe in 18 Fotografien das vorhandene Totholz dokumentiert und bin gerne bereit, alle diese Bilder der Stadt zur Verfügung zu stellen. Hier sollen 2 davon exemplarisch belegen, dass die Abwägung der Stadt auch in dieser Beziehung in hohem Grade fehlerhaft ist:

  1. Die Verminderung der Licht-Emissionen aus den Hotelfenstern in das Fledermaus-Habitat reduziert die Beleuchtung um 40%. Es verbleibt also eine Beleuchtungsstärke von mehr als der Hälfte. Nirgends wird begründet, wieso das hinreichend sein soll. Weder in dem ergänzenden Gutachten noch in der Begründung des B-Planes wird klargestellt, wie hoch die Beleuchtung eines Fledermaus-Habitats sein darf, ohne dass ein Verstoß gegen §44 BNSchG auftritt. Eine maximale Beleuchtungsstärke wird nicht festgesetzt. Dann aber ist es mindestens mutig, wenn nicht irreführend, dass die Verwaltung behauptet, „Verbotstatbestände nach §44 BNSchG treten nicht auf.“ Diese Behauptung ist wissenschaftlich nicht haltbar und muss möglicherweise gerichtlich geklärt werden. - Vollends unsinnig ist die Vorstellung, eine am Rande des Grünbereiches gepflanzte Hecke könne das Licht aus 7 Etagen – davon die oberen 5 als Hoteletagen – abfangen. Sie kann bestenfalls in Bodennähe einen Effekt haben für das Licht vom Postbetrieb und für das Licht von PKW-Scheinwerfern auf dem Weg zur oder aus der Tiefgarage. Oder ist geplant, ein Dornröschen-Schloss entstehen zu lassen? Dort brauchte die Hecke allerdings 100 Jahre zum Wachsen …

Der Verfasser des artenschutzrechtlichen Ergänzungs-Gutachtens vom Januar 2020 stellte mir gegenüber am Telefon klar, dass seine Einschätzung des Nicht-Eintretens von Verbotstatbeständen steht und fällt mit dem Erhalt der großen Rotbuche und ihrer dichten Krone. Nur diese schütze die Wochenstuben und den übrigen Wald vor der an sich unverträglichen Beleuchtung aus den Hotelfenstern. Dieser Schutz ist aber zweifelhaft: Nicht nur, weil Rotbuchen durch den Klimawandel generell gefährdet sind, wie sich an den vielen Rotbuchen zeigt, die durch die beiden trockenen Sommer 2018 und 2019 geschädigt wurden; diese Buche steht noch dazu am Rande der Baugrube und wird durch sie einen Teil ihrer Wurzeln verlieren, möglicherweise auch durch veränderten Wasserhaushalt (Entwässerung in die Baugrube bzw. Stauwasser vor der geplanten Bohrpfahlwand) in ihrem Wurzelbereich gefährdet werden. Bedenkt man weiter, dass in der Bauphase durch Baumaschinen eine Bodenverdichtung im Bereich der Baumwurzeln eintreten wird, vielleicht auch die Äste gekürzt werden, dann kann es nur zu leicht passieren, dass auch dieser Baum zum Opfer der Baumaßnahmen wird trotz der Festsetzung zum Erhalt – und damit das ganze Fledermaus-Habitat ungeschützt dem Licht ausgesetzt wird. Dies wäre der Eintritt des Verbotstatbestandes nach §44 BNSchG. Im Bebauungsplan ist dagegen keinerlei Vorsorge getroffen. Auch sonst gibt es keinerlei Festlegung, die verhindern würde, dass Baumaschinen über den Wurzelbereich der zu erhaltenden Bäume fahren und den Boden so verdichten, dass diese absterben. Angesichts der Erkenntnisse, die der Naturschutz-Beauftragte der Stadt, Herr Uwe Maßheimer, auf der SUPA-Sitzung vom 12.11.2019 über die Nicht-Beachtung von Umweltauflagen bei anderen Baumaßnahmen vorgetragen hat und über die mangelnde Kontrolle ihrer Einhaltung, ist selbst bei entsprechenden Festsetzungen im Baugenehmigungsverfahren der Verlust des Fledermaushabitats zu befürchten.

Wissenschaftlich gesehen kann jede Kunstlicht-Emission die Fledermäuse vertreiben. Gerade in ihren Wochenstuben sind Fledermäuse extrem lichtscheu – ich erinnere daran, dass in diesem Wäldchen laut Artenschutz-Gutachten Fledermaus-Wochenstuben anzunehmen sind. Schon Lichtstärken unterhalb des Vollmond-Lichtes können zu hell sein. Das gilt auch für das „Himmelsleuchten“, die Licht-Reflexion der Stadtlichter von den Wolken, besonders, wenn die Baumkronen nicht mehr geschlossen sind. Auch unter diesem Aspekt wird die geplante Waldumwidmung mit der daraus folgenden Öffnung des Kronenschlusses also eine „Störung“ der Fledermaus-Population nach §44 BNSchG bewirken. Umso mehr kann dies das Licht aus den Fensterfronten auf 87 Metern Breite und 5 Etagen in Kronenhöhe, auch wenn es um 40 % gemindert wird. Detaillierte Informationen und Planungs-Anweisungen sind z. B. zu finden in dem 2019 erschienenen „Leitfaden für die Berücksichtigung von Fledermäusen bei Beleuchtungsprojekten“ nach dem Europäischen Abkommen zur Erhaltung der europäischen Fledermauspopulationen (UNEP/ EUROBATS ), https://www.eurobats.org/sites/default/files/documents/publications/publication_series/EUROBATS_PS08_DE_RL_web_neu.pdf Die Stadt sollte VOR einem Satzungsbeschluss über den B-Plan unbedingt diesen Leitfaden berücksichtigen. Ich zitiere aus der Einleitung: „Gemäß den grundlegenden Verpflichtungen muss jedes Land, welches das EUROBATS Abkommen unterzeichnet hat, wichtige Quartiere und Jagdgebiete von Fledermäusen identifizieren und diese Standorte und Gebiete vor Schäden oder Störungen wie nächtlichem Kunstlicht schützen. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Abk.: FFH-Richtlinie) verlangt von den EU-Mitgliedsstaaten mehr, als nur den weiteren Rückgang der Populationen der in der Richtlinie aufgeführten Arten zu verhindern. Stattdessen ist es ein Ziel der FFH-Richtlinie, den günstigen Erhaltungszustand aller Fledermausarten zu bewahren oder wieder herzustellen. Daher müssen die zuständigen Behörden aller EU-Mitgliedsstaaten sicherstellen, dass Fledermauspopulationen auch vor den Auswirkungen der Lichtverschmutzung geschützt werden.“

  1. Die Alternativen zum Parkhaus an dieser Stelle bleiben unzureichend bewertet.

So steht in der Erwiderung auf meinen Alternativ-Vorschlag, den Eigentümer des Parkplatzes an der Ecke Backensmühle/Schleswiger Str. zum Bau einer öffentlich zugänglichen Parkpalette zu ermuntern: „Allerdings ist diese Fläche viel zu klein, um die Planungsabsichten zum Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes zu realisieren.“ Tatsächlich ist diese Fläche aber deutlich größer als die Fläche, die in der derzeitigen Planung für das Parkhaus verplant wird. Selbst die schon jetzt versiegelte Parkfläche an dieser Stelle wäre nicht kleiner als die am Bahnhofswald vorgesehene. Aber der nutzbare Platz umfasst neben den Flurstücken 140 und 123, die heute Parkfläche sind, auch das Flurstück 121 und den größten Teil des Flurstücks 57, an dessen südlichen Rand die Straße Backensmühle verlegt worden ist. Die beiden folgenden Luftbilder sind im exakt gleichen Maßstab aufgenommen; ich habe die für das Parkhaus mögliche Fläche jeweils mit rot markiert:

Damit erweist sich die Abwägung der Verwaltung als fehlerhaft. Es wird auch nicht dargestellt, ob entsprechende Gespräche mit dem Eigentümer der Flurstücke 140 und 123 stattgefunden haben und ihm die Flurstücke 121 und 57 angeboten wurden, bzw. im Falle eines Verkaufs seines Grundstücks Nutzungsrechte für seine Mieter in einem zu erstellenden öffentlichen Parkhaus auf dieser Fläche versprochen wurden.

Die Möglichkeiten, eine mehrgeschossige Tiefgarage unter dem neuen Feuerwehr-Gebäude zu errichten, sind nicht ausgelotet worden. Die Behauptung, dieses Gelände sei zu weit vom Bahnhof entfernt, ist nicht überzeugend – es sind nur etwa 50 – 100 Meter mehr als das am Bahnhofswald geplante Parkhaus. Angesichts der Plätze, die heute schon auch in noch weiterer Entfernung von Bahnreisenden für das Abstellen ihrer PKW verwendet werden, wirkt die Behauptung unglaubwürdig. Zumal eine Alternative in größerer Nähe ja nicht bestünde. Darüber hinaus werden die Parkflächen um den Carlisle-Park, die durch das Parkhaus ersetzt werden sollen, ja keineswegs nur von Bahnreisenden belegt, sondern laut Begründung des Bebauungsplanes in hohem Umfang auch von PKW-Pendlern, die im Umfeld ihren Arbeitsplatz haben. Für diese wäre eine Tiefgarage unter dem Feuerwehr-Gebäude sogar näher an ihrem Arbeitsplatz und damit attraktiver. Der Baugrund an dieser Stelle ist gewiss nicht schwieriger als der unter dem geplanten Hotel, wo eine Tiefgarage geplant ist.

Völlig ignoriert wurde mein Vorschlag, statt eines Parkhauses einen Shuttle-Dienst von den kostenlosen Parkplätzen auf der Exe zum Bahnhof und zur Innenstadt einzurichten. Wenn parallel die Parkmöglichkeiten am Bahnhof bewirtschaftet würden, ergäbe sich sehr schnell eine erhebliche Reduzierung der PKW-Mengen um den Carlisle-Park, so dass sich die gewünschte Möglichkeit der Umgestaltung und Errichtung von Fahrrad-Stellplätzen auch so eröffnete – ohne dass ein Wald umgewidmet und zerstört werden müsste. Ich erinnere daran, dass ein Wald nur umgewidmet werden DARF, wenn das Planungsziel nicht auf anderem Wege erreicht werden kann.

  1. Es ist sogar so, dass das erklärte Planungsziel einer Aufwertung des Flensburger Bahnhofes mit verbesserten Einsteiger-Zahlen, einer Erleichterung des Umstiegs vom PKW auf die Bahn und einer Reduktion des Parksuchverkehrs durch das geplante Parkhaus nach aller Wahrscheinlichkeit gerade nicht erreicht werden kann. Es ist naheliegend, dass bei Wegfall der kostenlosen Parkplätze um den Carlisle-Park zahlreiche Autofahrer versuchen werden, die Parkgebühren im Parkhaus zu vermeiden. Sie werden nach Abstellmöglichkeiten in der Umgebung suchen und die umliegenden Wohngebiete (Rude, Waitzstraße, Munketoft, die neu geplanten Wohnviertel östlich des Parks usw.) zuparken und den Parksuchverkehr verschlimmern! Autofahrer aus dem Umland und aus Dänemark werden den Bahnhof in Flensburg meiden und stattdessen in Tarp, Schleswig oder Pattburg einsteigen, wo es kostenlose Parkplätze am Bahnhof gibt – oder eben ganz mit dem Auto zu ihrem Ziel fahren statt mit der Bahn. Die Einsteigerzahlen im Flensburger Bahnhof werden dadurch sinken, der Bahnhof weiter entwertet werden, der PKW-Verkehr verstärkt statt reduziert, wie es eigentlich Ziel des Masterplans Mobilität ist.

Diese Effekte können grundsätzlich nicht durch ein gebührenpflichtiges Parkhaus in privater Trägerschaft vermieden werden. Dafür bräuchte es ein kostenloses Parkhaus – oder eben ganz andere Konzepte. Eine einfache Lösung wäre das von mir oben dargestellte Konzept eines kostenlosen Shuttle-Dienstes von der Exe in Kombination mit einer Bewirtschaftung der Parkflächen am Carlisle-Park, die dann reduziert werden könnten. Eine andere Möglichkeit wäre es, den Busverkehr zum Bahnhof erheblich auszubauen, auch nachts, evtl. auch mit kleineren Einheiten, die angepasst an den Bahnfahrplan oder on demand fahren. Oder der Haltepunkt Weiche würde wiedereröffnet und dort für kostenlose Parkmöglichkeiten gesorgt – wenn denn alle Züge dort auch halten würden. Oder – die beste und am meisten zukunftsweisende Idee – die vor 2 Jahren ins Gespräch gebrachte Förde-S-Bahn würde realisiert mit enger Taktung, so dass der Bahnhof einfach, schnell und kostengünstig per S-Bahn erreichbar wäre und PKW-Fahrer ihre Fahrzeuge an den S-Bahnstationen verteilt abstellen könnten. Die Bundesregierung hat ihre Fördermittel für solche Projekte um viele Milliarden aufgestockt – Flensburg sollte zugreifen! Und bei den Parkhaus-Plänen bei der Hauptpost die Reißleine ziehen!

Wenn aber das erklärte Planungsziel durch die geplanten Maßnahmen erkennbar verfehlt werden wird, ist eine Umwidmung des Waldes zu verweigern!

  1. Auch die Platzierung eines großen Hotels an dieser Stelle ist nicht zwingend begründet. Derzeit sind in Flensburg 3 weitere große Hotels in Planung bzw. im Bau (Hilton-Hotel am Rathaus, Central-Hotel und Sonwik-Hotel). Ob darüber hinaus für ein viertes großes Hotel ausgerechnet an diesem ökologisch und geologisch sensiblen Ort ein so zwingender Bedarf besteht, dass die erheblichen Eingriffe in einen Wald, ein ökologisch wertvolles Habitat und Refugium streng geschützter Tiere erlaubt und hinnehmbar sind, ist durch keine Zahlen untermauert. Das vor vielen Jahren erstellte Hotelgutachten ist durch die inzwischen angelaufenen Planungen überholt. Ebenso wenig ist begründet, warum nicht ein Intercity-Hotel (wenn es denn wirklich gebraucht würde) auf der anderen Seite des Carlisle-Parks gebaut werden könnte, wo derzeit 600 Wohneinheiten vorgesehen sind – vielleicht wären da ja 500 Wohneinheiten auch genug. Ebenso könnte der Investor selbst das Gebäude der Hauptpost zu einem Hotel umbauen. Die Post muss nicht unbedingt in so zentraler Lage ihren Paket-Umschlagplatz haben. Sie kann sehr viel leichter an den Stadtrand umziehen als der Wald und die Fledermäuse. Dass der Investor selbst diese Möglichkeit für einige Jahre durch Pachtvertrag mit der Post verbaut hat, kann nicht die Stadt verpflichten, ökologisch wertvolle Gebiete zu opfern. Schon gar nicht begründet ein hier vorhandener Angstraum den Hotelbau: Um den zu entschärfen würde einfach eine bessere Beleuchtung des Fußwegs am Rande des Carlisle-Parks neben der Bahnhofstraße genügen.

Nicht vergessen sollte man, dass der derzeitige Platzmangel nur noch wenige Jahre besteht: Die Brauerei plant einen Wegzug von ihrer alten Position, und auch die Hauptpost wird nicht auf Dauer den jetzigen Standort aufrechterhalten. Dann werden riesige versiegelte Flächen in unmittelbar angrenzender Position frei, auf denen ohne Konflikt mit dem Naturschutz gebaut werden könnte. Auch auf Geruchsprobleme muss dann keine Rücksicht mehr genommen werden. Es braucht nur ein paar wenige Jahre Geduld, und eine weit bessere stadtplanerische Lösung für die Umgestaltung wird möglich. Man sollte nicht aus Ungeduld einen Wald und Refugium bedrohter Tierarten leichtfertig irreversibel zerstören.

Dr. med. Helmreich Eberlein

Stellungnahme #1001

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Hallo,

nachdem ich mir den Bebauungsplan angesehen habe, bin ich erstaunt, wie groß dieses Hotel werden soll! Ich wohne in der Schleswiger Straße und laufe oft durch die Serpentine und dann durch die Bahnhofstraße in die Stadt. Vom Grundsatz her finde ich es nicht schlecht, wenn in diesem Waldstück mal etwas passiert. Denn momentan dient es ausschließlich zur Müllentsorgung (Hausmüll und Sperrmüll)! Abends gehe ich den Weg ungern, weil es immer dreckig, schlecht beleuchtet und unheimlich dort ist. Meine Idee wäre, alles etwas freundlicher zu gestalten. Man könnte auch den Park mit einbeziehen. Da gehen wir auch nicht gern hin, weil alles voll Hundekot ist und ich Angst um meine zwei Söhne habe, wenn dort alle Hunde unangeleint unterwegs sind. Wäre es nicht toll, wenn man im Park einen eingezäunten Bereich schafft, in dem die Hunde frei herumtollen können? Vielleicht mit ein paar Bänken für die Besitzer und Hürden, etc. In dem Waldgebiet könnte man vielleicht einen kleinen Kletterpark oder Naturspielplatz errichten. Gegen ein Parkhaus wäre vielleicht auch nichts einzuwenden. Es gibt in Aarhus ein automatisiertes unterirdisches Parkhaus. Das bedeutet: kein Lärm, kein Gestank, wenig Luftverschmutzung. Über dem Parkhaus könnte man dann ein kleines Restaurant o.ä. bauen. Von dort hätte man einen tollen Blick auf den Park.