Planungs­dokumente: Bebauungsplan Nr. 11 der Gemeinde Selk "Baugebiet östlicher Moorredder" für das Gebiet nördlich und östlich der Straße Moorredder

Begründung

3.7.1 Lärmimmissionen

Zur Ermittlung möglicher Beeinträchtigungen des Plangebietes durch Gewerbelärm wurde von der Schallschutz Nord GmbH eine Prognose von Schallimmissionen erstellt. Diese kommt zusammenfassend zu folgendem Ergebnis:

Die Untersuchungen ergaben, dass im geplanten Wohngebiet der Immissionsrichtwert der TA Lärm von tagsüber 55 dB(A) an den nächstgelegenen Fenstern von schutzbedürftigen Räumen der Immissionsorte Nr. 2 bis Nr. 6 unterschritten wird. Am Immissionsort Nr. 1 wird der Immissionsrichtwert jedoch deutlich überschritten. Hier wird empfohlen die Lage der geplanten Gebäude entsprechend zu verändern. Weitere Hinweise dazu können der 55 dB(A)-lsophone (Linie gleicher Beurteilungspegel) in Beilage Nr. 8 [des Gutachtens] entnommen werden.

Nachts wird der Immissionsrichtwert der TA Lärm von 40 dB(A) an den nächstgelegenen Fenstern von schutzbedürftigen Räumen an allen Immissionsorten unterschritten.

Anforderungen an die Maximalpegel werden erfüllt, da kurzzeitige Geräuschspitzen den Immissionsrichtwert tags um weniger als 30 dB(A) und nachts um weniger als 20 dB(A) überschreiten.

Während der Erntezeit sind auch auf dem angrenzenden Betrieb an wenigen Tagen nächtliche Strohanlieferungen inkl. Abladearbeiten möglich. Dabei handelt es sich um seltene Ereignisse, die an nicht mehr an 10 Tagen bzw. Nächten pro Jahr und nicht an mehr als zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden stattfinden. Der für diesen Fall geltende Immissionsrichtwert von 55 dB(A) wird an allen Immissionsorten unterschritten.

Anforderungen an die Maximalpegel werden erfüllt, da kurzzeitige Geräuschspitzen den Immissionsrichtwert nachts um weniger als 10 dB(A) überschreiten.

3.7.2 Geruchsimmissionen

Zur Ermittlung möglicher Beeinträchtigungen des Plangebietes durch Geruchsimmissionen wurde von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein eine Immissionsschutz-Stellungnahme bzgl. der zu erwartenden Geruchssituation erstellt. Diese kommt zusammenfassend zu folgendem Ergebnis:

Für das geplante Vorhaben ist eine Ausbreitungsrechnung nach dem vorgeschriebenen Ausbreitungsmodell AUSTAL durchgeführt worden.

Nach den bisherigen Auslegungshinweisen der GIRL bzw. nach dem gemeinsamen Erlass des MLUR und des Innenministeriums sollen die Werte für Dorfgebiete und Häuser im Außenbereich in der Regel 15 % der Jahresstunden und für Wohngebiete 10 % der Jahresstunden betragen. In Einzelfällen sind Überschreitungen dieser Immissionswerte zulässig, wenn z.B. eine Situation durch gewachsene bzw. ortsübliche Strukturen vorliegt. Wenn ein Wohngebiet an den Außenbereich angrenzt, ist in dem Grenzbereich die Festsetzung von Zwischenwerten (bei Wohngebieten bis 0,15 bzw. entsprechend 15 % und bei Dorfgebieten bis 0,20 bzw. entsprechend 20 %) zulässig. Die Berechnung der Geruchsimmission soll nach der GIRL auf quadratischen Beurteilungsflächen erfolgen, deren Seitenlange einheitlich 250 m beträgt. In Abweichung von diesem Standardmaß können geringere Rastergrößen - bis hin zu Punktbetrachtungen - gewählt werden, wenn sich die Geruchsimmissionen durch eine besonders inhomogene Verteilung innerhalb der immissionsschutzrechtlich relevanten Beurteilungsflächen auszeichnen. Dies ist häufig in landwirtschaftlich geprägten Bereichen anzutreffen. Um vor diesem Hintergrund die Auflösungsgenauigkeit der Ausbreitungsrechnung bezüglich der zu erwartenden Geruchsstundenbelastung erhöhen zu können, wurde die Kantenlänge der Netzmasche im Beurteilungsgebiet in Abweichung von dem o.g. Standardmaß auf ein Raster der Größe 25 m x 25 m reduziert.

Die grafischen Ergebnisse sind in dem Kapitel 9 [des Gutachtens] in Höhe der zu erwartenden belästigunsrelevanten Kenngrößen für Geruchsstunden wiedergegeben worden:

In der Darstellung sind die zu erwartenden Geruchshäufigkeiten in Form der gewichteten Jahresgeruchsstunden farblich unterlegt dargestellt worden. Die Bereiche mit über 15 % der zu erwartenden Geruchsstundenbelastung sind farblich rot, bis 15 % dunkel- und bis 10 % hellgrün kenntlich gemacht worden. Die Zahlenwerte in den einzelnen Kacheln hingegen geben den genauen Wert für die jeweilige Kachel wieder.

Für den geplanten Bebauungsplan Nr. 11 der Gemeinde Selk ist von einer Gebietsausweisung „Wohngebiet“ auszugehen. Der hierfür relevante Immissionswert beträgt nach Geruchsimmissionsschutzrichtlinie (GIRL) 0,10 bzw. 10 Prozent. Wie aus der Rasterdarstellung der Ergebnisgrafik 1 zu entnehmen ist, liegen die zu erwartenden belästigungsrelevanten Kennwerte zwischen 0,039 und 0,076 bzw. 3,9 und 7,6 Prozent. Der Immissionswert für ein Wohngebiet wird somit sehr deutlich eingehalten. Gegenüber dem Bebauungsplan Nr. 11 der Gemeinde Selk bestehen daher nach GIRL keine Bedenken.

3.8 Natur und Landschaft

Da der Bebauungsplan Nr. 11 nach dem Verfahren über die Einbeziehung von Außenbereichsflächen in das beschleunigte Verfahren gemäß § 13b BauGB aufgestellt wird, wird gem. § 13 Abs. 3 BauGB von der Durchführung einer Umweltprüfung und der Erstellung eines Umweltberichtes abgesehen. Gemäß § 13a Abs. 2 Nr. 4 BauGB gelten die Eingriffe, die aufgrund der Aufstellung des Bebauungsplanes zu erwarten sind, als im Sinne des § 1a Abs. 3 Satz 5 BauGB vor der planerischen Entscheidung erfolgt oder zulässig. Insofern ist diesbezüglich kein naturschutzfachlicher Ausgleich erforderlich. Zu berücksichtigen sind jedoch der Biotop- und der Artenschutz.

Versickerung

Um den Eingriff in den Boden- und Wasserhaushalt so gering wie möglich zu halten, wird die Festsetzung, dass Stellplätze mit ihren Zufahrten aus fugenreichem Material herzustellen sind (z.B. Schotterrasen, Betongrassteine, Pflaster), in den Bebauungsplan aufgenommen. Diese Festsetzung dient ebenfalls dem städtebaulichen Ziel einer offenen durchgrünten Bebauungsstruktur.

Weiterhin wird die textliche Festsetzung aufgenommen, dass das auf den Grundstücken anfallende Niederschlagswasser durch geeignete Vorkehrungen (Versickerungsmulden, -gräben, -schächte) auf den Baugrundstücken zu versickern ist.