Planungs­dokumente: 83. Änd. des Flächennutzungsplanes, 44. Änd. des Landschaftsplanes und Bebauungsplan "Katharinen Hospiz" (Nr. 292)

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Inhaltsverzeichnis

Begründung

2.2. Flächennutzungsplan

Der Flächennutzungsplan der Stadt Flensburg stellt den überwiegenden Bereich des Plangebietes als öffentliche Grünfläche mit der Zweckbestimmung "Parkanlage" dar. Im Parallelverfahren wird daher die 83. Änderung des Flächennutzungsplanes vorgenommen, die eine Darstellung des Plangebietes als Sonderbaufläche Hospiz und Palliativzentrum vorsieht.

2.3. Landschaftsplan

Der Landschaftsplan der Stadt Flensburg stellt den überwiegenden Bereich des Plangebietes bisher als Grünfläche mit der Zweckbestimmung „besonders naturnahe Parkanlage oder landschaftlich geprägte Grünfläche extensiv gepflegt“ dar. Im Teil II des Landschaftsplanes aus dem Jahr 1995 heißt es zudem, dass der Christiansen-Park als naturnahe historische Parkanlage planerisch gesichert werden soll; Öffnung des gesamten Parks; keine zusätzliche Bebauung (vgl. UVS Christiansen-Park). Um einen Erweiterungsbau für das Katharinen Hospiz am Park planungsrechtlich zu ermöglichen, muss der Landschaftsplan für den Geltungsbereich geändert werden. Für das Vorhaben muss in einen untergeordneten Teil in den Christiansenpark entgegen der Aussage des Landschaftsplanes eingegriffen werden. Im Parallelverfahren wird daher die 44. Änderung des Landschaftsplanes vorgenommen, die eine Darstellung des Plangebietes als Sonderbaufläche vorsieht.

3. Alternativenprüfung zur Standortfindung

Da ein Erweiterungsbau des Katharinen Hospizes am Park einen Eingriff in ein Naturdenkmal bedeutet, wurde eine Standortalternativenprüfung durchgeführt. Als Standortalternativen wurden insgesamt zehn Standorte (Sünderup-Hof, Peelwatt (zukünftiges Zentralkrankenhaus), die Altstandorte der Krankenhäuser (Diako und St. Franziskus Hospital), Westerallee Nord, die derzeitige Schule Ramsharde, Fruerlundhof sowie die gegenüberliegende Obstwiese Fruerlundhof, das Grundstück Keimstraße 25 sowie die Flächen am Friedensweg I Friedenshügel) identifiziert, die anschließend einer detaillierten Untersuchung unterzogen wurden.

Parallel zur Standortsuche wurden Kriterien aufgestellt, anhand derer eine Beurteilung der zehn Standorte erfolgt. Hierbei handelt es sich um die wesentlichen städtebaulichen Kriterien, die auch die Rahmenbedingungen und der besonderen Anforderungen der Hospiz- und Palliativarbeit berücksichtigen. Die aufgestellten Kriterien wurden in die Kategorien „Kriterien mit hoher Gewichtung", „Standortfaktoren" und „Bauleitplanerische Aspekte" unterteilt.

Alle Standorte wurden anhand der Kriterien in einer Matrix mit ++ / + / o / - / -- bewertet.

Für die Auswertung der Standorte wurde ein dreistufiges Bewertungsverfahren nach dem Prinzip des Trichters wie folgt durchlaufen:

Bewertungsverfahren Stufe 1:

In der ersten Stufe wurde zunächst die erstellte Matrix anhand einer Punktevergabe (-2 bis +2) ausgewertet. Hierbei wurden die einzelnen Kriterien unterschiedlich gewichtet. Die Standorte, die insgesamt ein negatives Ergebnis aufweisen, werden von einer weiteren Betrachtung ausgeschlossen, da diese sich für eine Ansiedlung eines Zentrums für die Hospiz- und Palliativarbeit nicht eignen.

Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass die Standorte Fruerlundhof - Obstwiese mit 3 Punkten und der Standort Zentralkrankenhaus mit - 4 Punkte aufgrund ihrer negativen Gesamtergebnisse von einer weiteren Betrachtung ausgeschlossen wurden.

Zur weiteren Untersuchung wurden folgende Standorte empfohlen:

  • Sünderup-Hof
  • Altstandorte der Krankenhäuser
  • Westerallee Nord
  • Schule Ramsharde

- Kelmstraße

- Fruerlundhof

- Friedensweg /Friedenshügel

Bewertungsverfahren Stufe 2:

Aufgrund der derzeitigen Versorgungslücke im Bereich der Hospiz- und Palliativarbeit, dem Krankenhausplan und der zugesagten Fördermittel ist eine zeitnahe Erweiterung notwendig. Diesbezüglich wurden in Stufe 2 insbesondere die Schwerpunktkriterien I Rahmenbedingungen (Flächengröße, Flächenverfügbarkeit, zeitnahe Umsetzbarkeit und weitere Planungsrestriktionen) betrachtet, da diese unabhängig von der Gesamtauswertung der Stufe 1 dazu führen können, dass das Projektziel nicht oder nicht in der notwendigen Zeit umgesetzt werden kann. Für die Auswahl des Standortes zählt zum einen die Bewertung der Kriterien und zum anderen, ob die negativen Bewertungen durch geeignete Maßnahmen verbessert werden können.

Durch die Betrachtung wurde festgestellt, dass die Altstandorte der Krankenhäuser und die Schule Ramsharde aufgrund der derzeitigen Nutzung nicht zeitnah zur Verfügung stehen und sich daher nicht als Alternativ-Standort eignen. Der Standort Kelmstraße scheidet aufgrund der Eigentumsverhältnisse aus, da sich dieser nicht im Besitz der Träger oder der Stadt befindet und nicht zeitnah erworben werden kann. Unter dem Aspekt der weiteren Planungsrestriktionen wird beim Standort Friedensweg I Friedenshügel die unmittelbare Nähe zum Friedhof kritisch gesehen, sodass empfohlen wird, diesen Standort ebenfalls keiner weiteren Untersuchung zu unterziehen.

Zur weiteren Untersuchung wurden nach Abschluss der Stufe 2 folgende Standorte empfohlen:

  • Sünderup-Hof
  • Westerallee Nord
  • Fruerlundhof

Bewertungsverfahren Stufe 3:

Die Standorte Sünderup-Hof, Westerallee Nord und Fruerlundhof erfüllen die äußeren Rahmenbedingungen und lassen somit auf eine zielführende Verhandlung schließen. Da die Nutzung einer Hospiz- und Palliativstation jedoch sehr sensibel und emotional ist, bedarf es über die klassische Standortalternativenprüfung hinaus eine spezielle zusätzliche Untersuchung, da geprüft werden muss, ob der Standort für die tägliche Hospiz- und Palliativarbeit funktionsfähig ist. Dies erfolgt in Stufe 3 mittels einer Träger-/ Hospizleiterbewertung.

Gemäß der Beurteilung der Träger/Hospizleitung fehlen dem Standort Sünderup-Hof ausreichend Grün- und Freiflächen, wodurch die tägliche Arbeit des Hospiz- und Palliativzentrums eingeschränkt werden würde. Auch können aus Sicht der Träger/Hospizleitung Schwierigkeiten mit der Nachbarschaft (Seniorenwohnanlage, Studierendenwohnheim) auftreten.

Der Standort Westerallee Nord eignet sich aus Sicht der Träger/Hospizleitung aufgrund der gewerblichen Prägung des Gebietes nicht für das Katharinen Hospiz am Park.

Nach Einschätzung der Träger/Hospizleitung bestehen an dem Standort Fruerlundhof potenzielle Konflikte mit der näheren Umgebung. Zudem wird aus Sicht der Träger/Hospizleitung die Erschließung des Gebietes durch das vorhandene Wohngebiet negativ bewertet.

Die Bewertung der städtebaulichen Rahmenbedingungen sowie die Beurteilung der Träger l Hospizleitung zeigen insgesamt, dass die untersuchten Standorte die geforderten Kriterien nur unzureichend erfüllen. Auch wenn die Standorte Sünderup-Hof, Westerallee Nord und Fruerlundhof die Rahmenbedingungen erfüllen, weisen sie nach Einschätzung der Träger 1 Hospizleitung nicht die Aspekte auf, die für die tägliche Hospiz- und Palliativarbeit und somit insbesondere für die Patienten und Angehörigen entscheidend sind.

Ergebnisvorschlag:

Auf Grundlage der Ergebnisse aus der Standortprüfung, der Empfehlungen und Beurteilungen der Träger und der Hospizleitung sowie unter Berücksichtigung der negativen Folgen für den bisherigen Standort am Christiansenpark bei Weggang des Hospiz- und Palliativzentrums wurde empfohlen, die Erweiterung am Standort Christiansenpark unter besonderer Berücksichtigung der Eingriffsminimierung umzusetzen. Der entsprechende Beschluss (SUPA-79/2018) wurde am 23.10.2018 im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung der Stadt Flensburg gefasst.

Die Beschlussvorlage (SUPA 79/2018) sowie entsprechende Anlagen können der Anlage zur Begründung der 83. Änderung des Flächennutzungsplanes entnommen werden.