Planungs­dokumente: 83. Änd. des Flächennutzungsplanes, 44. Änd. des Landschaftsplanes und Bebauungsplan "Katharinen Hospiz" (Nr. 292)

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Inhaltsverzeichnis

Begründung

4. Lage und Abgrenzung des Plangebietes

Gemäß § 2 BauGB wird der Bebauungsplan Nr. 292 "Katharinen Hospiz" für das Gebiet zwischen:

im Norden: der Mühlenstraße (Straßenmitte),

im Nordosten: der Stuhrsallee

im Südosten: dem Grundstück Stuhrsallee 37,

im Südwesten: dem Christiansenpark in einer gedachten, gezackten Linie in einem Abstand von 48 bzw. 60 Metern parallel zur Stuhrsallee bzw. 20 Metern zum Grundstück Mühlenstraße 1 (Hospiz)

aufgestellt.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes befindet sich auf den Flurstücken 481 bis 487 der Flur 45 der Gemarkung Flensburg, wobei das Flurstück 481 (Parkanlage) nur teilweise betroffen ist und die Flurstücke 582 bis 487 gänzlich betroffen sind. Der derzeitige Gebäudebestand befindet sich auf den Flurstücken 483 und 484. Die Zu- und Abfahrt befindet sich bereits heute auf dem stadteigenen Parkflurstück 481. Die B-Plangrenze beinhaltet Teile der Mühlenstraße bis zur Hälfte der Fahrbahn, da über diese schon im Bestand die Erschließung erfolgt und in der zukünftigen Planung erfolgen soll. Nördlich angrenzend (ab Fahrbahnmitte Mühlenstraße) befindet sich der rechtskräftige B-Plan Nr. 69. Der Großteil des Bebauungsplangeltungsbereiches befindet sich im Christiansenpark. Davon ausgenommen ist die im Geltungsbereich enthaltene Fläche der Mühlenstraße.

Der heutige Christiansenpark ist eine Grünanlage auf dem westlichen Höhenzug der Stadt Flensburg und westlich der Förde und ist Teil der ursprünglichen Gärten der Kaufmannsfamilie Christiansen gewesen. Der Park wurde vom Großkaufmann P.C. Stuhr, nach dem auch die Stuhrsallee benannt wurde, angelegt, nachdem er 1797 die 1752 errichtete, erste private Flensburger Windmühle erworben hatte. Während die Mühle später abgebrochen wurde, ist das ebenfalls 1752 errichtete Wohnhaus erhalten geblieben und wurde später durch die KHaP umgebaut und von ihr genutzt.

Das ca. 0,76 ha große Plangebiet des Bebauungsplanes Nr. 292 liegt in ca. 560 m Entfernung zur Förde, in ca. 300 m Entfernung zur Diakonissenanstalt zu Flensburg und in ca. 500 m zur Innenstadt (Luftlinie). Das Plangebiet ist hauptsächlich durch das unter Denkmalschutz gestellte Hauptgebäude (ehem. Müllerhaus) und den auf dem Plangebiet befindlichen, teilweise sehr alten Baumbestand geprägt. Dieses ehemalige Landhaus Stuhr wurde 1992 zum Zentrum für Hospizarbeit und Palliativmedizin umgebaut. Im selben Jahr wurde auch der Christiansenpark für die Öffentlichkeit zugänglich.

Derzeit wird das ehem. Müllerhaus (Mühlenstraße Nr. 1) als Hauptgebäude der KHaP genutzt. Zusätzlich dazu befindet sich südwestlich davon ein weiteres Gebäude des Hospiz- und Palliativzentrums, welches für administrative Aufgaben genutzt wird. Von Westen und Norden durch die zwei Gebäude sowie von Süden und Osten begrenzt befindet sich der Innenhof / Garten. Westlich des Hauptgebäudes befindet sich ein Parkplatz mit ca. 7 Stellplätzen und die Auf- und Abfahrt durch das unter Denkmalschutz stehende Tor auf die Mühlenstraße.

Abbildung 1: Luftbild des Plangebietes.

5. Anlass und Zielsetzungen für die Aufstellung des Bebauungsplanes

Das Katharinen Hospiz am Park mit 6 Betten im Bestand benötigt dringend eine Erweiterung, um der Versorgung der Patienten gerecht werden zu können und dem gestiegenen Bedarf entsprechend mehr Patienten zu versorgen und dementsprechend die bisherige Versorgungslücke im Bereich der Palliativbetreuung in der Region zu schließen.

In der täglichen Arbeit und auch durch externe Zertifizierungen in den Trägerkrankenhäusern hat sich ein vermehrter Bedarf an Palliativbetten gezeigt. Die Förderung eines Neubaus wurde vom Sozialministerium zugesagt. Daher ist ein Neubau südlich des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes im Christiansenpark vorgesehen. Da die Erweiterung des Katharinen Hospizes am Park von sechs auf zwölf Bettenplätzen auf jeden Fall zu einem Eingriff in ein Naturdenkmal (Christiansenpark) führt, hat es nach den frühzeitigen Beteiligungsverfahren nochmals eine intensive Diskussion gegeben, ob es in der Stadt Flensburg nicht alternative geeignete Standorte für eine vergrößerte bauliche Anlage für das Zentrum für Hospizarbeit und Palliativmedizin gäbe. Die dazu durchgeführte Alternativenprüfung wird in Kapitel 3.0 dargestellt. Im Ergebnis dieser Prüfung wurde beschlossen, das Hospiz- und Palliativzentrum am bisherigen Standort zu belassen, wobei nochmals zu überprüfen war, wie der Eingriff in das Naturdenkmal „Christiansenpark“ nochmals verringert werden kann.

Daher soll die Erweiterung an dem bestehenden Standort vorgenommen werden, da die Patienten dort sowohl in unmittelbarer Nähe zur Natur als auch zentral im Stadtgebiet versorgt werden können. Weiterhin besteht eine enge Bindung zwischen dem Zentrum für Hospizarbeit und Palliativmedizin, dem Christiansenpark und dem Förderverein des Christiansenparks.

Diesbezüglich ist es angedacht, einen Neubau mit 12 Bettenplätzen im rückliegenden Bereich der denkmalgeschützten Villa innerhalb des Christiansenparkes zu planen. Innerhalb des Neubaus sollen nur Patientenzimmer sowie dafür notwendige Behandlungs-, Aufenthalts- und Gästezimmer entstehen. Die bestehende Villa soll künftig zur Unterbringung der notwendigen Büros und Seminar- und Veranstaltungsräume dienen. Diese Nutzungen stehen im Zusammenhang mit der Hospiz- und Palliativbetreuung und sind für das Konzept des Hospiz- und Palliativzentrums (z.B. Ausbildung ehrenamtlicher MitarbeiterInnen) essentiell.

Die für den ergänzenden Neubau vorgesehene Fläche ist im Flächennutzungsplan bisher als Grünfläche mit Zweckbestimmung “Parkanlage“ dargestellt. Der Landschaftsplan stellt diese Fläche bisher als Grünfläche mit der Zweckbestimmung „besonders naturnahe Parkanlage oder landschaftlich geprägte Grünfläche extensiv gepflegt“ dar. Die Fläche ist Teil des Naturdenkmals „Baumbestand am Standort Stuhrsallee und Mühlenstraße“. Ein Bebauungsplan gibt es für diese Fläche bisher nicht. Planungsrechtlich handelt es sich um einen Außenbereich im Innenbereich. Aufgrund dieser Ausgangssituation ist eine notwendige Erweiterung nur mittels der Änderung des Flächennutzungsplanes und des Landschaftsplanes sowie der Aufstellung eines Bebauungsplanes möglich. Das Zentrum für Hospizarbeit und Palliativmedizin soll als Sonderbaufläche Hospiz- und Palliativzentrum im Flächennutzungsplan bzw. Sondergebiet „Zentrum für Hospizarbeit und Palliativmedizin“ im Bebauungsplan dargestellt bzw. festgesetzt werden.

Da es sich bei dem Christiansenpark um ein Naturdenkmal i.S.v. § 28 BNatSchG / § 17 LNatSchG handelt und die Erweiterung somit einen Eingriff in das Naturdenkmal darstellt, ist eine naturschutzrechtliche Entlassung aus dem Schutzstatus oder ggf. Befreiungen nach § 67 BNatSchG durch die untere Naturschutzbehörde erforderlich. Die Voraussetzungen für eine solche Entlassung bzw. Befreiung aus Gründen überwiegenden öffentlichen Interesses wird in einem gesonderten Verfahren im Zusammenhang mit der Bauleitplanung geklärt und bearbeitet. Dabei wurde entsprechend dieser Anforderungen konzeptionell in Architektur und Freiraumgestaltung darauf eingegangen. Die Inanspruchnahme des Christiansenparks wird so auf das unablässige Mindestmaß reduziert.

Aufgrund des Naturdenkmals stellt der Baumschutz einen wesentlichen Aspekt der Bauleitplanung dar. Zudem handelt es bei dieser Fläche um ein Gartendenkmal und bei der vorhandenen Villa um ein Kulturdenkmal, weshalb auch die Belange der Denkmalpflege in der Bauleitplanung berücksichtigt werden.

Durch das Vorhaben wird nur in einen untergeordneten Teil des Parks eingegriffen werden. Der übrige Teil bleibt unberührt. Bei dem Eingriff in den Christiansenpark handelt es sich um eine auf die gegebene einzigartige Konstellation bezogene Ausnahme, da die Nutzung durch die KHaP dem öffentlichen Interesse dient und in denkmalpflegerischer Hinsicht mit dem Park in Verbindung steht. Der Park in seiner Ausprägung ist zugleich Teil des Betreuungskonzeptes des Zentrums.

Unter besonderer Rücksichtnahme auf den Park hat das vom Träger beauftragte Architektenbüro Sunder-Plassmann Architekten verschiedene Varianten herausgearbeitet, um einen Entwurf zu entwickeln, der soweit möglich im Einklang mit dem Natur- und Umweltschutz, der Denkmalpflege und der Funktion steht.

Zu dem Bebauungsplan wird ein städtebaulicher Vertrag vor Satzungsbeschluss geschlossen, in welchem insbesondere Maßnahmen zur Eingriffsminimierung und zum Ausgleich verbindlich geregelt werden.

6. Zustand und Umgebung des Plangebietes

Das Plangebiet befindet sich überwiegend innerhalb des Christiansenparks und schließt an diesen in Richtung Süden, Südwesten und Südosten an. Da sich die bisherige Nutzung in alten, teilweise unter Denkmalschutz gestellten Gebäuden befindet, ist für das Plangebiet bisher kein Bebauungsplan entwickelt worden. Innerhalb des Plangebietes besteht ein substantieller und schützenswerter Baumbestand, der auch teilweise als Naturdenkmal unter Schutz gestellt ist.

Das Plangebiet wird von der Bestandsnutzung durch das Hauptgebäude (ehem. Landhaus Stuhr), ein Verwaltungsgebäude (ehem. Kutscherhaus), eine Stellplatzanlage mit ca. 7 Stellplätzen und einem Innengarten (durch das Hauptgebäude in Richtung Norden, durch das Verwaltungsgebäude in Richtung Westen und einen Zaun in Richtung Süden abgegrenzt) genutzt.

Innerhalb dieser Nutzung befindet sich ein Ziergarten (Innengarten), 1 Spitzahorn und 2 Holländische Linden in Richtung Stuhrsallee sowie 3 Holländische Linden, 1 Europäische Stechpalme, 1 Hainbuche, 1 Gewöhnliche Robinie, 1 Bergahorn und 1 Blutbuche zwischen dem Ziergarten und dem Verwaltungsgebäude.

Südlich des Hauptgebäudes befindet sich, an den Zaun angrenzend eine ruderale Staudenflur. In dieser stehen 2 alte Holländische Linden und 1 Lärche.

Westlich an die ruderale Staudenflur und östlich an die Stuhrsallee angrenzend befinden sich von Norden nach Süden 1 Bergahorn, 1 Hainbuche, 1 Rotbuche, 1 Kirschbaum und ein unter Denkmalschutz stehender, aber wenig genutzter Pavillon.

Südöstlich der ruderalen Staudenflur befinden sich 1 Gruppe Europäische Stechpalmen, 7 große Bergahorne und 1 Rotbuche.

Südwestlich der ruderalen Staudenflur befinden sich 3 Feldahorne, 1 Bergahorn und 1 Spitzahorn, weiter zum Park hin stehen noch 2 Rotbuchen.

Westlich der ruderalen Staudenflur befinden sich 1 Spitzahorn und eine Buchengruppe bestehend aus 5 Rotbuchen.

Nördlich des Hauptgebäudes, angrenzend an die Kreuzung Stuhrsallee / Mühlenstraße befindet sich ein urbanes Gehölz mit 1 Rotbuche, 2 Spitzahornen, 1 holländischen Linde, 2 Stieleichen und einem rotblättrigen Spitzahorn.

Nordwestlich des Hauptgebäudes, zwischen der Stellplatzanlage und Auf- und Abfahrt und der Mühlenstraße befindet sich ein urbanes Gehölz mit 3 Rotbuchen, 4 Bergahornen, 1 Gewöhnlichen Robinie, 2 Holländischen Linden und 2 Roteichen.

Westlich des Hauptgebäudes befinden sich direkt an das Verwaltungsgebäude angrenzend 1 Sal-Weide, 1 Sommerlinde, 1 Gemeine Fichte und 1 Europäische Eibe sowie 1 große Roteiche weiter hin zum Park.

Das Gelände wird über eine Auf- und Abfahrt an der Mühlenstraße durch ein unter Denkmalschutz stehendes Tor erschlossen. Für Mitarbeiter und Besucher stehen auf einer Stellplatzanlage westlich des ehem. Landhauses Stuhr und nördlich des ehem. Kutscherhauses ca. 7 Stellplätze zur Verfügung. Im Westen des Hospizgeländes, auf der anderen Seite des durch den Christiansenpark laufenden Fuß- und Radweges befindet sich das '"Eiszeithaus", welches als Museum genutzt wird. Direkt südlich des Eiszeithauses befinden sich 3 kleinere Teiche und eine Grotte.

Das Plangebiet befindet sich innerhalb des Christiansenparks und ist somit Teil eines größeren, innerstädtischen Grünzuges, der sich auf dem westlich der Förde gelegenen Höhenrücken durch die Stadt Flensburg zieht. Teil dieses Grünzuges ist der Christiansenpark südlich und südwestlich des Geländes, der Flensburger Friedhof östlich des Hospizgeländes, auf der gegenüberliegenden Seite der Stuhrsallee und der darauffolgende Teil des Christiansenparks, auf der anderen Seite der Reepschlägerbahn. Aufgrund der großräumigen Grünfläche innerhalb des Stadtgebietes ist dieses ein nach § 35 zu beurteilender "Außenbereich im Innenbereich". D.h. eine Bebauung auf der Rechtsgrundlage des § 34 BauGB ist nicht möglich.

Die nächstgelegene Wohnbebauung zum Plangebiet befindet sich in Richtung Norden, beginnend auf der gegenüberliegenden Seite der Mühlenstraße und beidseitig der Wrangelstraße. Dieses ist überwiegend durch breite Reihensteinpflasterstraßen und Stadtvillen aus der sogenannten Gründerzeit geprägt.