Planungs­dokumente: Gemeinde Grabau, Bebauungsplan Nr. 6

Begründung

1. Vorbemerkung

Nach dem BauGB 2004 ist das Bauleitplanverfahren um eine frühzeitige Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange ergänzt worden. Gemäß § 4 (1) Baugesetzbuch (BauGB) dient diese insbesondere der Festlegung von Umfang und Detaillierungsgrad der Umweltprüfung. Die Unterrichtung soll möglichst frühzeitig erfolgen und beschränkt sich daher gemäß Erlass des Innenministeriums vom 19. März 2014 - IV 269- 512.110 - auf die Erläuterung der allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung. Ausführliche Planunterlagen einschließlich Begründung und Umweltbericht werden im nächsten Verfahrensschritt erstellt.

2. Planungsanlass und Ziele der Planung

Die Gemeinde möchte aufgrund verschiedener Bauanfragen die planungsrechtliche Situation im diesem Teil des nördlichen Siedlungsgebietes klären und die vorhandene mischgebietstypische Nutzung sichern. Es ist beabsichtigt, die örtlich ansässigen Gewerbetriebe in ihrem Bestand zu erhalten und weitere Ansiedlungen zu ermöglichen. Um die bestehenden Nutzungsstrukturen auch zukünftig zu sichern, möchte die Gemeinde die im Gebiet bereits vorhandene sowie sich neu entwickelnde Wohnnutzungen durch städtebauliche Regelungen steuern.

Gleichzeitig besteht in der Gemeinde der Bedarf zur Erneuerung/Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses, zu diesem Zweck soll eine Fläche für den Gemeinbedarf festgesetzt werden.

Die östlich der Ringstraße gelegene Sportplatzfläche mit dem Gemeindehaus soll entsprechend der Darstellung im Flächennutzungsplan gesichert werden.

3. Planungsvorgaben

Der Landesentwicklungsplan (2010) ordnet die Gemeinde Grabau dem Ordnungsraum rund um Hamburg zu, sie befindet sich im 10km Umkreis vom Mittelzentrum Bad Oldesloe. Im Osten verläuft die A21 zwischen Schwarzenbek und Kiel. In den Ordnungsräumen ist unter Berücksichtigung der ökologischen und sozialen Belange eine differenzierte Weiterentwicklung des baulichen Verdichtungsprozesses und eine dynamische Wirtschafts- und Arbeitsentwicklung anzustreben. Die Anbindungen an die nationalen und internationalen Waren- und Verkehrsströme sollen dabei sichergestellt werden und Gewerbe- und Industrieflächen sollen ausreichend vorhanden sein. Als ordnende Strukturelemente werden die zentralen Orte, Siedlungsachsen und regionale Grünzüge gesehen, die als Funktions- und Ausgleichsräume erhalten bleiben sollen. In Ordnungsräumen können bezogen auf ihren Wohnungsbestand bis zu 15 Prozent neue Wohnungen gebaut werden. Für die Gemeinde Grabau bedeutet dies, bezogen auf den Bestand von 2015, ein mögliches Kontingent von 46 Wohnungen bis zum Jahr 2025. Durch vorliegende Planung wird diese Grenze nicht erreicht.

Laut Regionalplan von 1998 befindet sich Grabau im Ordnungsraum zwischen Hamburg und Lübeck und im Nahbereich vom Mittelzentrum Bad Oldesloe. Außerdem verläuft tlw. nördlich und östlich der Ortslage in einigem Abstand ein Regionaler Grünzug. Im Osten direkt im Anschluss an vorhandene Bebauung nördlich der L 226 sowie etwas entfernt im Südwesten befinden sich Flächen mit besonderer ökologischer Funktion und besonderer Bedeutung für den Naturschutz (Biotopverbund, Feuchtgebiete, etc.) nach Landschaftsrahmenplan.

Das Landschaftsprogramm von Schleswig-Holstein für 1999 zeigt für die Gemeinde Grabau keine Besonderheiten in den Bereichen Böden und Gesteine/Gewässer, Landschaft und Erholung sowie Arten und Biotope. Es handelt sich um ein Gebiet mit besonderer Bedeutung für die Bewahrung der Landschaft, ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie als Erholungsraum.

Im Landschaftsplan sind die bebauten Bereiche als Siedlungsflächen dargestellt, für eine Teilfläche östlich des Sportplatzes ist als Planungsziel eine Obstwiese formuliert, daran anschließend ist Grünlandnutzung tlw. bestanden mit Nadelforst und einem Knick vermerkt. Nördlich und südlich befinden sich Biotopstrukturen (Feuchtwald und Kleingewässer). Für den Geltungsbereich des vorliegenden Planentwurfes werden bebaute Außenbereichsflächen ohne weitere Entwicklungsziele dargestellt.

Ausschnitt aus dem Landschaftsplan der Gemeinde Grabau

Die gültige 6. Änderung des Flächennutzungsplanes stellt für den Planbereich gemischte Baufläche und Grünfläche für Sportanlagen dar. Die geplante Fläche für Gemeinbedarf wird mit der Zweckbestimmung Feuerwehr festgesetzt, um der Gemeinde einen Zugriff auf diese Fläche zu ermöglichen. Die geplante Bebauung dieser Fläche entspricht den Darstellungen des Flächennutzungsplanes der hier gemischte Fläche darstellt. Aufgrund der Kleinteiligkeit der beabsichtigten Gebietsausweisung als Fläche für den Gemeinbedarf wird eine Änderung des Flächennutzungsplanes nicht für notwendig erachtet. Der Bebauungsplan entwickelt sich damit aus dem Flächennutzungsplan und entspricht dem Entwicklungsgebot gem. § 8 (2) Baugesetzbuch.

Ausschnitt aus dem Flächennutzungsplan (6. Änderung) der Gemeinde Grabau