Planungs­dokumente: Bebauungsplan Nr. 11 der Gemeinde Selk "Baugebiet östlicher Moorredder" für das Gebiet nördlich und östlich der Straße Moorredder

Begründung

1.4.5 Landschaftsplanung

Der Landschaftsplan der Gemeinde Selk sowie dessen 1. Änderung stellen das Plangebiet als Fläche für die Landwirtschaft dar. Der nordöstliche Bereich um den vorhandenen Güllebehälter ist als Siedlungsfläche gekennzeichnet. lm Umfeld des Planbereiches sieht der Landschaftsplan Selk keine Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes vor.

1.4.6 Schutzverordnungen

Innerhalb des Plangebietes gelten Schutzverordnungen und der Schutz aus unterschiedlichen Gesetzen. Stichpunktartig sind hier zu nennen:

  • Ausweisungen nach §§ 23 bis 29 BNatSchG sind nicht gegeben.
  • Die Knickbestandteile im Plangebiet sind nach § 21 LNatSchG geschützt.
  • Der nächstgelegener Bestandteil des europäischen Netzes Natura 2000 ist das Gebiet 1423-394 "Schlei incl. Schleimünde und vorgelagerter Flachgründe" ca. 400 m westlich des Plangebietes. Zwischen dem FFH-Gebiet und der Planbereichsfläche liegen etliche bebaute Grundstücke und die Straße Plettenberg (Kreisstraße 36). Aufgrund dieser Entfernung und der zwischen den Planbereichsflächen und dem FFH-Gebiet liegenden genutzten Flächen sowie durch den Höhenunterschied von ca. 20 m ist eine Beeinträchtigung der Erhaltungsziele des Gebietes aufgrund der von dem Baugebiet ausgehenden Wirkfaktoren Versiegelung und Neugestaltung des Landschaftsbildes nicht zu erwarten.

2 Ziel und Zweck der Planung

Zur Ordnung der städtebaulichen Entwicklung im Rahmen der baulichen und sonstigen Nutzung wird für das o.g. Plangebiet der Bebauungsplan Nr. 11 aufgestellt. Er trifft innerhalb seines räumlichen Geltungsbereiches rechtsverbindliche Festsetzungen für die städtebauliche Entwicklung entsprechend den kommunalen Zielsetzungen.

Die Aufstellung des Bebauungsplanes wurde notwendig, um in dem Planbereich auf einer Gesamtfläche von ca. 0,76 ha eine den Funktionsbedürfnissen der Gemeinde Selk entsprechende Entwicklung zu ermöglichen.

Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 11 sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Realisierung von Wohnbauflächen geschaffen werden.

In der Gemeinde Selk besteht weiterhin ein Bedarf an Wohnungen. Um kontinuierlich die weitere Nachfrage bedienen zu können, möchte die Gemeinde weitere Wohnbauflächen entwickeln.

Die Gemeinde Selk hat sich intensiv mit den vorhandenen Innenentwicklungspotentialen auseinander gesetzt. Die Aktualisierung der Untersuchung aus dem Jahr 2018 ergab für die Gemeinde ein Potential von 15 Wohneinheiten in 14 Potentialflächen. Die Flächen stehen alle in Privatbesitz, so dass die Gemeinde deren Verfügbarkeit über eine schriftliche Abfrage bei den Grundstückseigentümern geprüft hat. Die Befragung hat ergeben, dass in den nächsten 5 Jahren lediglich 4 oder 5 Grundstücke für eine Bebauung zur Verfügung stehen werden. Eines dieser Grundstücke beabsichtigt der Eigentümer zur Eigennutzung zu bebauen. Bis zum Jahr 2030 stehen dann weitere 3 oder 4 Grundstücke für eine Bebauung zur Verfügung.

Aufgrund der Abfrage geht die Gemeinde Selk derzeit davon aus, dass sich in den nächsten 9 Jahren ein Neubau von ca. 8 Wohneinheiten in den Innenbereichen der Ortslage realisieren lässt. Dies entspricht etwa 55 % der Potenzialflächen der Kategorien A und B.

Dem gegenüber steht (auf der Grundlage des 2. Entwurfes zur Fortschreibung des LEP 2020) ein verbleibender wohnbaulicher Entwicklungsrahmen bis zum Jahr 2030 von 31 Wohneinheiten. Aus dieser Aufstellung wird deutlich, dass die vorhandenen Innenentwicklungspotentiale nicht ausreichen, um den vorhandenen und den zu erwartenden Bedarf an Wohnbauflächen zu decken. Hinsichtlich des aktuellen Bedarfes an Baugrundstücken liegen der Gemeinde und dem Erschließungsträger eine umfangreiche Liste mit konkreten ortansässigen Interessenten vor. Auch etliche Interessenten, die bei der Vergabe der Baugrundstücke in der Nachbargemeinde Fahrdorf (dortige Bebauungspläne Nr. 12 und 14) nicht berücksichtigt werden konnten, haben ihr Interesse an einem Baugrundstück in der Gemeinde Selk bekräftigt.

In den Jahren 2016 bis 2020 sind in der Gemeinde Selk 17 Wohneinheiten entstanden. Die Gemeinde geht aktuell nicht davon aus, dass sich an diesem Trend in den nächsten Jahren wesentliche Änderungen ergeben werden. Bei einer gleichbleibenden Entwicklung würden bis zum Jahr 2030 in Selk demnach ca. 31 Wohneinheiten benötigt, was genau dem verbleibenden landesplanerischen Wohnbaukontingent der Gemeinde entspricht.

Zudem hat die Gemeinde Selk in den vergangenen Jahren über ihre Bauleitplanung (Bebauungspläne Nr. 9 und Nr. 10 sowie 1. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 1) vorwiegend Nachverdichtungspotentiale im Innenbereich verfügbar gemacht und ihren Siedlungsbereich nicht in den Außenbereich hinein ausgedehnt.

In der jüngeren Vergangenheit sind in Selk kaum Leerstände zu verzeichnen gewesen. Diese konnten jeweils in kurzer Zeit wieder einer entsprechenden Nutzung zugeführt werden. Die Gemeinde erwartet derzeit auch keine Veränderung dieses Zustandes.

Im Hinblick auf die weitere Siedlungsentwicklung hat die Gemeinde Selk im Jahr 2018 eine Vereinbarung mit der Stadt Schleswig und weiteren Umlandgemeinden getroffen (Schleswig-Umland-Kooperation), in der eine Verteilung von Kontingenten für Wohneinheiten bis zum Jahr 2025 vorgenommen wurde. Im Zusammenhang mit der Fortschreibung des Landesentwicklungsplanes (2. Entwurf 2020) und den zwischenzeitlichen Entwicklungen wird im sog. Arbeitskreis Wohnen aktuell an einer Fortschreibung dieser Vereinbarung gearbeitet. Die Gemeinde Selk hat ihre Planungen mit den Nachbargemeinden abgestimmt.

Das kleine Wohngebiet soll schwerpunktmäßig dem Bau von Einfamilienhäusern (mit max. 1 bis 2 Wohneinheiten) dienen. Andere Bauformen wie z.B. Mehrfamilienhäuser, kleinteiliges oder altengerechtes Wohnen sollen nach Auffassung der Gemeinde eher zentrumsnah, mit besserer Anbindung an den ÖPNV angesiedelt werden.

Aus diesen Gründen hat sich die Gemeinde entschieden, zur Deckung des Bedarfes an Wohnbauflächen, solche Flächen am Rande der Ortslage von Nieder-Selk auszuweisen.

Derzeit sind im Bereich des Bebauungsplanes Nr. 11 ca. 8 Grundstücke mit einer Durchschnittsgröße von ca. 810 m² projektiert.

Die Planung entspricht aus Sicht der Gemeinde den in Ziffer 2.7 LEP 2010 dargelegten Grundsätzen für eine geordnete, unter städtebaulichen, ökologischen und landschaftlichen Aspekten verträgliche Siedlungsentwicklung, wonach u.a. neue Bauflächen an vorhandene Siedlungsbereiche anzubinden sind.

Die Planung entspricht aus Sicht der Gemeinde außerdem den in Ziffer 3.9 des 2. Entwurfs zur Fortschreibung des LEP (2020) dargelegten Grundsätzen, wonach neue Bauflächen nur in guter räumlicher und verkehrsmäßiger Anbindung an vorhandene, im baulichen Zusammenhang bebaute, tragfähige und zukunftsfähige Ortsteile und in Form behutsamer Siedlungsabrundungen ausgewiesen werden sollen.