Planungs­dokumente: Bebauungsplan Nr. 16 der Gemeinde Fleckeby für den Bereich "südlich der Sportanlagen und westlich der Dorfstraße"

Begründung

1.4.6 Schutzverordnungen

Innerhalb des Plangebietes gelten Schutzverordnungen und der Schutz aus unterschiedlichen Gesetzen. Stichpunktartig sind hier zu nennen:

  • Das Plangebiet befindet sich im Landschaftsschutzgebiet "Hüttener Vorland" sowie im Naturpark "Schlei".
  • Weitere Ausweisungen nach §§ 23 bis 29 BNatSchG sind nicht gegeben.
  • Knicks sind gem. § 21 Abs. 1 Nr. 4 LNatSchG geschützte Biotope.
  • Der Bruchwald ist gem. Landeswaldgesetz und gem. § 30 Abs. 2 Nr. 4 BNatSchG geschützt und zu berücksichtigen.
  • Die nächstgelegenen Flächen des europäischen Netzes Natura 2000 sind das FFH-Gebiet 1423-394 „Schlei incl. Schleimünde und vorgelagerter Flachgründe“ sowie das Europäische Vogelschutzgebiet 1423-491 „Schlei" ca. 0,3 km nördlich des Plangebietes.
  • Teile des Plangebietes liegen im Hochwasserrisikogebiet gemäß § 73 WHG. In diesen Gebieten besteht ein potenziell signifikantes Hochwasserrisiko durch Schlei-Hochwasser (Meeresüberflutungen).

2 Ziel und Zweck der Planung

Zur Ordnung der städtebaulichen Entwicklung im Rahmen der baulichen und sonstigen Nutzung wird für das o.g. Plangebiet der Bebauungsplan Nr. 16 aufgestellt. Er trifft innerhalb seines räumlichen Geltungsbereiches rechtsverbindliche Festsetzungen für die städtebauliche Entwicklung entsprechend den kommunalen Zielsetzungen.

Die Aufstellung des Bebauungsplanes wurde notwendig, um innerhalb des Geltungsbereiches auf einer Gesamtfläche von ca. 2,07 ha eine den Funktionsbedürfnissen der Gemeinde Fleckeby entsprechende bauliche Entwicklung zu ermöglichen.

Die Gemeinde Fleckeby muss nach den Hinweisen der Feuerwehrunfallkasse ihr Feuerwehrgerätehaus im Ortskern erweitern oder durch einen Neubau ersetzen. Wesentliche Gründe hierfür sind die zu kleinen Hallentore für die größer werdenden Fahrzeuge, die Anordnung und Anzahl von Umkleideräumen und sanitären Anlagen sowie die nicht vorhandene Trennung des zu- und abfahrenden Verkehrs im Einsatzfall. Zudem reicht die Anzahl der vorhandenen Stellplätze nicht mehr aus.

Das vorhandene Feuerwehrgerätehaus liegt verkehrsgünstig in der Nähe der Bundesstraße 76. Allerdings ist das derzeit genutzte Grundstück deutlich zu klein, um die unbedingt erforderlichen baulichen Erweiterungen unterzubringen. Insbesondere die PKW der Feuerwehrkameraden können schon heute nicht ausreichend auf dem Grundstück abgestellt werden und blockieren teilweise im Einsatzfall die Straße "Hirschholm". Weiterhin wird das Grundstück in Richtung Osten durch die Au beschränkt und ist entsprechenden Hochwasserrisiken und starker Bodenfeuchte ausgesetzt. Die Gemeinde hat die Möglichkeiten geprüft, benachbarte Flächen hinzu zu kaufen. Diese stehen jedoch aktuell nicht zur Verfügung.

Folglich muss das Feuerwehrgerätehaus an eine andere Stelle des Gemeindegebietes verlagert werden. Dieser neue Standort sollte möglichst zentral im Gemeindegebiet der zweigeteilten Gemeinde Fleckeby liegen und eine gute Verkehrsanbindung ermöglichen.

Der Standort südlich der Tennishalle liegt zwischen den Ortslagen Fleckeby und Götheby-Holm mit kurzer Entfernung zur B 76 und ermöglicht so eine schnelle Erreichbarkeit des gesamten Gemeindegebietes im Eisatzfall. Gleichzeitig ist eine gewisse Entfernung zu den benachbarten Wohngrundstücken und eine Vorbelastung durch die benachbarten Sportstätten gegeben, wodurch weniger Konflikte im Bereich des Immissionsschutzes erwartet werden.

Der Plangeltungsbereich ist zudem bereits durch bestehende Bebauungspläne seit vielen Jahren (1979 bzw. 1982) überplant und nimmt dementsprechend keine unbeplanten Bereiche in neu Anspruch.

Die aktuelle Vorhabenplanung für die Feuerwehr sieht den Neubau einer Fahrzeughalle für vier Einsatzfahrzeuge sowie eines großen Sozialtraktes mit Umkleiden und Sanitärräumen für Damen und Herren und für die Jugendfeuerwehr vor. Weiterhin soll neben ausreichend dimensionierten Lager- und Technikräumen auch ein Besprechungsraum entstehen. Ein großer Versammlungsraum mit angrenzender Küche soll zusätzlich für Feierlichkeiten genutzt werden können. Gleichzeitig soll der Bebauungsplan einen gewissen Spielraum für mögliche zukünftige Erweiterungen der Fahrzeughalle vorhalten, für den Fall dass die Freiwillige Feuerwehr Fleckeby in einigen Jahren zusätzliche Fahrzeuge aufgrund neuer Be- stimmungen der Feuerwehrunfallkasse anschaffen müsste.

Als weitere öffentliche Einrichtungen in Fleckeby sind die bestehenden Kindertagesstätten in der Gemeinde an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. Derzeit gibt es drei Kinderbetreuungseinrichtungen: ein Waldorf-Kindergarten im Ortskern, ein evangelischer Kindergarten im Nordwesten Fleckebys und seit einigen Jahren die gemeindliche Kindertagesstätte für Kinder unter 3 Jahren (Krippe) im Sportlerheim.

Bauliche Erweiterungen der bestehenden Kindergärten und der Krippe sind aufgrund der geringen Grundstücksgrößen an den Standorten nicht möglich, sodass derzeit die Bildung weiterer benötigter Kindergartengruppen nicht umgesetzt werden kann.

Um sowohl den o.g. Ansprüchen zu genügen als auch den Anforderungen durch das neue KiTa-Gesetz gerecht zu werden, plant die Gemeinde Fleckeby den Neubau einer gemeindlichen KiTa, die genügend zusätzliche Gruppenräume bereitstellen und ggf. auch die Krippen-Gruppe mit eingliedern kann. Diese KiTa sollte an beide Ortsteile gut verkehrlich angebunden sein und eine ausreichende Größe für Außenspielbereiche und eventuell zukünftig erforderliche bauliche Erweiterungen bieten.

Die Lage zwischen den beiden Ortsteilen bietet die Möglichkeit, auch eine räumliche Nähe zur Schule, zum Sportplatz und zur Sporthalle herzustellen, wodurch hier neue Synergieeffekte entstehen können.

Um die geplanten Nutzungen Feuerwehr und KiTa im Plangebiet unterzubringen und gleichzeitig die umweltrelevanten Belange innerhalb des Plangeltungsbereiches zu berücksichtigen, werden die geplanten Baukörper möglichst weit im Osten des Plangeltungsbereich untergebracht. So kann neben dem Waldabstandsstreifen im Nordwesten und den Knickschutzstreifen im Süden auch die Hügelkuppe im Zentrum und die prägnante Hanglage im Westen des Hügels von Bebauung freigehalten werden. Ferner wird so auch großzügig der vorhandene Biotopverbund entlang der Großen Hüttener Au berücksichtigt. Durch die Lage der Baukörper im Osten ergibt sich zudem auch eine bessere städtebauliche Anbindung an die bestehende Siedlung.

Da das überplante Grundstück aufgrund seiner Lage und seiner Größe die Möglichkeit bietet, beide erforderlichen gemeindlichen Einrichtungen nebeneinander unterzubringen, und auch die gegebenen Beschränkungen durch die Topographie und den Biotopschutz ausreichend berücksichtigen kann, hat sich die Gemeinde Fleckeby dafür entschieden, den Neubau des Feuerwehrgerätehauses und der KiTa in diesem Bereich durch die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 16 bauplanungsrechtlich abzusichern.

Die Planung entspricht aus Sicht der Gemeinde dem in Ziffer 4.3 LEP 2010 und in Ziffer 5.2 des 2. Entwurfes zur Fortschreibung des LEP (2020) dargelegten Grundsätzen für die Entwicklung der Daseinsvorsorge, wonach u.a. in allen Gemeinden ein bedarfsgerechtes Angebot an Plätzen in Kindertageseinrichtungen zur Verfügung stehen soll.

Das Flurstück 145/22 (Dorfstraße 6) ist Bestandteil des Bebauungsplanes Nr. 6 und dort als Allgemeines Wohngebiet festgesetzt. Da die geplante Zufahrt zum Feuerwehrgerätehaus und zur KiTa die hier festgesetzte Baugrenze beschneidet, soll dieser Teilbereich mit überplant werden. Die Baugrenze und die übrigen Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung sollen den aktuellen Anforderungen angepasst werden.

An der Dorfstraße ist derzeit der Bau einer Tagespflegeeinrichtung vorgesehen. Die Gemeinde begrüßt und unterstützt dieses Vorhaben, das das Versorgungsangebot in der Gemeinde sinnvoll ergänzt.

Da Tagespflegeeinrichtungen als Anlagen für gesundheitliche Zwecke im Allgemeinen Wohngebiet gem. § 4 Abs. 2 Nr. 2 allgemein zulässig sind, ist für die Realisierung dieses Planvorhabens keine Anpassung der bestehenden Gebietsfestsetzung erforderlich.

3 Planinhalt und Festsetzungen