Planungs­dokumente: Bebauungsplan Nr. 107, 2. öffentliche Auslegung

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Inhaltsverzeichnis

Textliche Festsetzungen

10. Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft (§ 9 Abs. 1 Nr. 20, Nr. 25 a und b sowie § 9 Abs. 1 a BauGB)

  1. Auf der mit der Entwicklungsmaßnahme E1 festgesetzten Fläche sind die feuchtgeprägten Vegetationsbestände insgesamt zu erhalten. Entwässerungsmaßnahmen sind grundsätzlich unzulässig. In Folge einer ordnungsgemäßen Gewässerunterhaltung anfallende Erdmassen dürfen die Vernässung der Fläche nicht behindern. Die Maßnahmenfläche E1 ist zur Grünfläche G1 und G2 hin mit einem 1,20 m hohen Weidezaun mit mind. 3 Runddrähten einzufrieden.
  2. Auf der mit der Entwicklungsmaßnahme E2 festgesetzten Fläche ist ein naturnaher Bach auszubilden. Verbleibende Flächen sind zu einer Gras- und Krautflur zu entwickeln. Im Rahmen einer naturnahen Gewässerunterhaltung ist ein sukzessiver Gehölzaufwuchs entlang des Gewässerlaufes zulässig, solange mind. 30 % des Gewässerlaufes weiterhin besonnt sind. Innerhalb der Fläche ist ein wassergebundener öffentlicher Weg zulässig. Die feuchtgeprägten Vegetationsbestände sind insgesamt zu erhalten und Entwässerungsmaßnahmen grundsätzlich unzulässig. Die Maßnahmenfläche E2 ist zu den Baugrundstücken und zur Grünfläche G2 hin mit einem 1,20 m hohen Weidezaun mit mind. 3 Runddrähten einzufrieden.
  3. Auf der mit der Entwicklungsmaßnahme E3 festgesetzten Fläche ist eine Feuchtzone mit einem stehenden Gewässer, feuchten Hochstaudenfluren und Feuchtgebüschen zu entwickeln.
  4. Auf den mit den Entwicklungsmaßnahmen E4 festgesetzten Flächen ist ein naturnaher Wald zu entwickeln.
  5. Auf der mit der Entwicklungsmaßnahme E5 festgesetzten Fläche ist ein naturnahes Kleingewässer mit mind. 200 m² Grundfläche anzulegen und von Gehölzbewuchs freizuhalten. Die verbleibenden Flächenanteile sind zu einer Gras- und Krautflur zu entwickeln.
  6. Die mit den Entwicklungsmaßnahmen E6 festgesetzten Flächen sind zu einem Extensivgrünland zu entwickeln. Auf dem Flurstück 14 ist an der westlichen Flurstücksgrenze mit einem Mindestabstand von 2 m zum Knickfuß ein wassergebundener öffentlicher Weg zulässig. Auf dem Flurstück 146 ist an der nordwestlichen Flurstücksgrenze eine befestigte Wegefläche zulässig.
  7. Die festgesetzten Knickschutzstreifen auf den Grünflächen G3 und G3.1 sind durch eine extensive Nutzung zu einer Gras- und Krautflur zu entwickeln. Innerhalb der Knickschutzstreifen auf der Grünfläche G3 sind mit einem Mindestabstand von 2 m zum Knickfuß öffentliche Wege in wassergebundener Ausführung zulässig.
  8. Bauliche Anlagen sowie Versiegelungen jeder Art und Ablagerungen sind im Bereich des als Grünfläche festgesetzten Knickschutzstreifens - K -, im Kronentraufbereich vorhandener Bäume sowie auf allen Maßnahmenflächen unzulässig.
  9. Der Geländeverlauf ist im Bereich der unbebauten Baugrundstücksflächen zu erhalten bzw. nach Abschluss der Bauarbeiten wieder herzurichten.
  10. Das Regenrückhaltebecken innerhalb der festgesetzten Fläche für Versorgungsanlagen ist naturnah auszugestalten.
  11. Die oberen Abdeckungen von Tiefgaragen außerhalb darüber liegender Geschosse müssen eine Begrünung mit einem Substrataufbau von mindestens 50 cm aufweisen. Für die begrünten Flächen ist eine Begehbarkeit sicherzustellen. Wegeführungen sind zulässig.
  12. Dem Plangebiet werden rd. 67.930 m² Ausgleichsfläche ohne Biotopbezug, 31.580 m² Ausgleichsfläche als Waldersatz sowie 155 lfm Knickneuanlage als externe Kompensationsmaßnahmen zugeordnet. Die Ausgleichsmaßnahmen setzen sich wie folgt zusammen:
Ausgleichserfor-dernisAusgleichsmaßnahme
Bezeichnungtatsächliche Flächeanrechenbare Fläche
Schutzgut Boden
16.400 m²
  • Ökokonto „Trenthorst“*
  • 16.400 Ökopunkte
Schutzgut Wasser
Retention / Rückhaltung
  • Versorgungsfläche RRB (Teilfläche aus Flurstücken 9/8, 11/4, Flur 20, Gemarkung Oldesloe) **
  • Maßnahme E3 (Teilfläche aus Flurstück 147, 180, Flur 20, Gemarkung Oldesloe)**
Feuchtwald
52.950 m²
  • Maßnahme E4 (Teilfläche aus Flurstücken 146,147, 180, Flur 20, Gemarkung Oldesloe)**
  • 22.410 m²
  • 21.370 m²
  • Aufforstung an der Grabauer Straße (Flurstücke 33/4, 35/3, 36/1, Flur 1, Gemarkung Oldesloe)*
  • 31.580 m²
  • 31.580 m²
Schutzgut Arten und Lebensgemeinschaften
86.320 m²
  • Maßnahme E2 (Teilflächen aus Flurstücken 13, 11/4 Flur 20, Gemarkung Oldesloe)**
  • 3.900 m²
  • 3.900 m²
  • Maßnahme E3 (Teilfläche aus Flurstück 147, Flur 20, Gemarkung Oldesloe)**
  • 3.610 m²
  • 3.610 m²
  • Maßnahme E5 (Teilfläche aus Flurstück 14, Flur 20, Gemarkung Oldesloe)**
  • 1.070 m²
  • 856 m²
  • Maßnahme E6 (Teilfläche aus Flurstück 146, 147, 180, 14, Flur 20, Gemarkung Oldesloe)**
  • 30.740 m²
  • 28.740 m²
  • Ökokonto „Pölitzer Weg“ (Flurstücke 16/3, 17/2, 18/2, Flur 20, Gemarkung Oldesloe)*
  • 26.201 m²
  • 20.961 m²
  • Ökokonto „Untere Trave 2“*
  • 30.569 Ökopunkte
394 m Knickausgleich
  • Knickergänzungspflanzung (Teilflächen aus Flurstücke 146, 147, 180, 14, Flur 20, Gemarkung Oldesloe)*
  • 239 m
  • 239 m
  • Ökokonto „Pölitzer Weg“ (Flurstücke 16/3, 17/2, 18/2, Flur 20, Gemarkung Oldesloe)**
  • 105 m
  • 105 m
  • Auf städtischer Fläche (Zuordnung bis zum Satzungsbeschluss)
  • 50 m
  • 50 m
Schutzgut Landschaftsbild
Eingrünung
  • Einzelbaumpflanzung auf Maßnahmenfläche E6 (Teilfläche aus Flurstück 14, Flur 20, Gemarkung Oldesloe)**
  • 1 St.
  • 1 St.

* externe Kompensationsmaßnahme ** Kompensationsmaßnahme innerhalb des Plangebietes

Für den Ausgleich nach Landeswaldgesetz müssen Neuwaldbildungen in einer Größe von 35.300 m² nachgewiesen werden. Dieser Ausgleich erfolgt multifunktional mit dem Ausgleich der Eingriffsregelung über die Maßnahmenflächen E4 und die Aufforstungsfläche an der Grabauer Straße.

Die Zuordnung des Ausgleichs erfolgt gem. § 9 Abs 1a BauGB.

11. Geh-, Fahr- und Leitungsrechte (§ 9 Abs.1 Nr. 21 BauGB)

Die Geh-, Fahr- und Leitungsrechte sind jeweils 4,50 m breit, sofern in der Planzeichnung keine andere Breite angegeben ist. Sie dienen jeweils den in der Planzeichnung benannten Begünstigten.

12. Flächen für Gemeinschaftsanlagen (§ 9 Abs. 1 Nr. 22 BauGB)

  1. In den WA 1 - und WA 10 - Gebieten ist das Aufstellen von Abfall- und Wertstoffbehältern nur innerhalb der Flächen für Gemeinschaftsanlagen – Gemeinschaftsstellplätze – zulässig.
  2. Von den festgesetzten Flächen für Gemeinschaftsanlagen - Abfallbehältersammelplätze - sind Abweichungen von bis zu 5 m zulässig.