Planungs­dokumente: Bebauungsplan Nr. 107, 2. öffentliche Auslegung

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Inhaltsverzeichnis

Textliche Festsetzungen

13. Lärmschutzmaßnahmen (§ 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB)

  1. Lärmschutzanlage

Innerhalb der festgesetzten Schutzfläche mit der Zweckbestimmung Lärmschutzanlage ist eine 188 m lange und 3 m hohe Lärmschutzanlage, gemessen von der Oberkante der Gleishöhe zu errichten. Die Lärmschutzanlage muss mit einem Schalldämmmaß von min. 24 dB errichtet werden und ist mindestens bis zu einer Höhe von 2,50 m über gewachsenen Boden auf der Ostseite dauerhaft zu begrünen.

  1. Außenwohnbereiche Erdgeschoss

Innerhalb der festgesetzten Flächen für den Ausschluss von Außenwohnbereichen im Erdgeschoss sind offene Freisitze und Terrassen nicht zulässig. Außenwohnbereiche in geschlossener Bauweise (nicht beheizte Wintergärten) sind zulässig. Diese Außenwohnbereiche sind auch offen zulässig, wenn mit Hilfe einer Immissionsprognose nachgewiesen wird, dass in der Mitte des jeweiligen Außenwohnbereichs der Orientierungswert für allgemeine Wohngebiete von 55 dB(A) tags um nicht mehr als 3 dB(A) überschritten wird.

  1. Außenwohnbereiche Obergeschosse

Innerhalb der festgesetzten Flächen für den Ausschluss von Außenwohnbereichen in den Obergeschossen sind offene Balkone und Dachterrassen nicht zulässig. Außenwohnbereiche in geschlossener Bauweise (nicht beheizte Wintergärten und geschlossene Loggien) sind zulässig. Diese Außenwohnbereiche sind auch offen zulässig, wenn mit Hilfe einer Immissionsprognose nachgewiesen wird, dass in der Mitte des jeweiligen Außenwohnbereichs der Orientierungswert für allgemeine Wohngebiete von 55 dB(A) tags um nicht mehr als 3 dB(A) überschritten wird.

  1. Lärmschutzmaßnahmen für Außenbauteile

Zum Schutz der Wohn- und Büronutzungen und weiterer schutzbedürftiger Nutzungen werden in der Planzeichnung maßgebende Außenlärmpegel differenziert in schutzbedürftige Räume (MAw) und Räume, die überwiegend zum Schlafen genutzt werden (MAs) gemäß DIN 4109 (Juli 2016) und den Entwürfen der 1. Änderungen (Januar 2017) festgesetzt. Die schalltechnischen Eigenschaften der Gesamtkonstruktion (Wand, Fenster, Lüftung) müssen den Anforderungen des jeweiligen maßgebenden Außenlärmpegels genügen.

Bei Errichtung, Änderung oder Nutzungsänderung des Gebäudes sind in den nicht nur vorübergehend zum Aufenthalt von Menschen vorgesehenen Räumen die Anforderungen an das resultierende Schalldämm-Maß gemäß DIN 4109 (Juli 2016) und den Entwürfen der 1. Änderungen (Januar 2017) in den jeweiligen maßgebenden Außenlärmpegeln einzuhalten.

Im Rahmen der jeweiligen Baugenehmigungsverfahren ist die Eignung der für die Außenbauteile der Gebäude gewählten Konstruktionen nach den Kriterien der DIN 4109 (Juli 2016) und den Entwürfen der 1. Änderungen (Januar 2017) nachzuweisen.

Den festgesetzten maßgebenden Außenlärmpegeln (MAw und MAs) entsprechen folgende Anforderungen an den passiven Lärmschutz:

Maßgeblicher Außenlärmpegel Laerforderliches bewertetes Schalldämm-Maß der Außenbauteile 1) R´w,res
db(A)Wohnräume db(A)Büroräume 2) db(A)
61-653530
66-704035
71-754540

1) resultierendes Schalldämmmaß des gesamten Außenbauteils (Wände, Fenster und Lüftung zusammen)

2) An Außenbauteile von Räumen, bei denen der eindringende Außenlärm aufgrund der in den Räumen ausgeübten Tätigkeiten nur einen untergeordneten Beitrag zum Innenraumpegel leistet, werden keine Anforderungen gestellt.

Von den vorgenannten Festsetzungen kann abgewichen werden, wenn im Rahmen eines Einzelnachweises gemäß DIN 4109 ermittelt wird, dass aus der tatsächlichen Lärmbelastung an den Gebäudefassaden geringere Beurteilungspegel resultieren.

  1. Schallgedämmte Lüftungen

Zum Schutz der Nachtruhe sind im gesamten Plangeltungsbereich bei Neu-, Um- und Ausbauten für Schlaf- und Kinderzimmer schallgedämmte Lüftungen vorzusehen, falls der notwendige hygienische Luftwechsel nicht auf andere geeignete, dem Stand der Technik entsprechende Weise sichergestellt werden kann und die Anforderungen an das resultierende Schalldämmmaß gemäß den ermittelten und ausgewiesenen maßgeblichen Außenlärmpegel nach DIN 4109 erfüllt werden.

14. Maßnahmen zum Schutz vor Erschütterungen (§ 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB)

Für Wohngebäude innerhalb der Umgrenzung der Flächen für besondere Anlagen und Vorkehrungen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen, hier Erschütterungen, wird gem. DIN 4150 eine Hochabstimmung der Deckeneigenfrequenzen gegenüber den Anregungsfrequenzen des Schienenverkehrs auf eine Mindesteigenfrequenz von 16 Hz festgesetzt.

15. Anpflanzungen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen und Bindungen für Bepflanzungen (§ 9 Abs. 1 Nr. 25a und b BauGB)

  1. Die mit der Bezeichnung P1 festgesetzte Fläche für das Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen ist mit den Arten des Schlehen-Hasel-Knicks zu bepflanzen und naturnah zu entwickeln. Vorhandene Gehölze sind in die Anpflanzung zu integrieren.
  2. Auf der mit der Bezeichnung P2 festgesetzten Fläche für das Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen sind Lärmschutzwälle, Lärmschutzwände sowie weitere Anlagen, die dem Lärmschutz dienen, zulässig. Die erforderlichen aktiven Lärmschutzmaßnahmen (Lärmschutzwall / Lärmschutzwand) sind zur bahnabgewandten Seite hin mit standortgerechten, heimischen Gehölzen zu begrünen. Erforderliche Unterhaltungswege sind zulässig.
  3. Auf den mit der Bezeichnung P3 festgesetzten Flächen für das Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen ist eine 2 m breite freiwachsende Heckenstruktur mit den Arten des Schlehen-Hasel-Knicks anzupflanzen. Die Anpflanzfläche darf an max. drei Stellen für die Erschließung der angrenzenden öffentlichen Grünfläche unterbrochen werden.
  4. Die mit der Bezeichnung P4 festgesetzte Fläche für das Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen ist mit den Arten des Schlehen-Hasel-Knicks zu bepflanzen und als standortgerechtes, heimisches Gehölz zu entwickeln.
  5. Die innerhalb der Verkehrsflächen festgesetzten anzupflanzenden Einzelbäume sind als Hochstamm mit einem Stammumfang von mind. 18 - 20 cm zu pflanzen. Es sind heimische, standortgerechte, klein- bis mittelkronige Laubbäume zu verwenden. Die innerhalb der Verkehrsfläche mit besonderer Zweckbestimmung – Fußgängerbereich – anzupflanzenden Einzelbäume sind mit Obstbäumen einer alten Kultursorte als Hochstamm mit einem Stammumfang von mind. 12 – 14 cm zu pflanzen. Von dem festgesetzten Pflanzstandort sind Abweichungen von bis zu 5 m möglich. Alle zu pflanzenden Bäume sind mit gras-, stauden- oder strauchbewachsenen Vegetationsflächen/Baumscheiben von mind. 5 m² zu versehen. Die Vegetationsflächen/Baumscheiben sind gegen ein Befahren durch Fahrzeuge zu sichern.
  6. Die innerhalb der Grünflächen mit der Bezeichnung G2 festgesetzten Einzelbäume sind als Hochstamm mit einem Stammumfang von mind. 12 – 14 cm zu pflanzen. Es sind mindestens 7 Obstbäume einer alten Kultursorte zu verwenden. Innerhalb der Grünfläche G2 ist ein wassergebundener öffentlicher Weg zulässig, dieser darf von Rettungsfahrzeugen befahren werden.
  7. Der innerhalb der Entwicklungsmaßnahmen E6 festgesetzte Einzelbaum ist als Stieleiche (Quercus robur) als Hochstamm mit einem Stammumfang von mind. 16 -18 cm zu pflanzen. Der Baum ist dauerhaft gegen Viehverbiss zu sichern.
  8. Der im Bereich der Fläche für Versorgungsanlagen – Regenrückhaltebecken – festgesetzte Einzelbaum ist als Schwarzerle (Alnus glutinosa) als Hochstamm mit einem Stammumfang von mind. 16 - 18 cm zu pflanzen.
  9. Es ist innerhalb der festgesetzten Flächen für Gemeinschaftsstellplätze je sechs Stellplätze ein Baum in einem gleichmäßigen Baumraster, als Begrünung der Stellplatzanlage zu pflanzen. Zu verwenden sind standortgerechte, heimische, großkronige Laubbäume mit einem Stammumfang von 18 - 20 cm. Alle zu pflanzenden Bäume sind mit gras-, stauden- oder strauchbewachsenen Vegetationsflächen/Baumscheiben von mind. 5 m² zu versehen. Die Vegetationsflächen/Baumscheiben sind gegen ein Befahren durch Fahrzeuge zu sichern.
  10. Die festgesetzten anzupflanzenden Knicks sind mit standortheimischen Arten des Schlehen-Hasel-Knicks mit einem 1 m hohen, im Fuß 2,50 m breiten und in der Krone 1 m breiten Erdwall anzulegen.
  11. Die festgesetzten anzupflanzenden Feldhecken sind ebenerdig, dreireihig mit standortheimischen Arten des Schlehen-Hasel-Knicks anzulegen. Von dem festgesetzten Pflanzstandort auf der Grünfläche G1 sind zum Schutz der Uferbereiche des angrenzenden Kleingewässers Abweichungen in nördliche Richtung von bis zu 10 m möglich.
  12. Alle anzupflanzenden oder mit einem Erhaltungsgebot versehenen Vegetationselemente sind auf Dauer zu erhalten. Abgänge sind in gleicher Art und Qualität zu ersetzen.