Planungs­dokumente: Bebauungsplan Nr. 17 der Gemeinde Kosel für das Gebiet "Baugebiet 'Zum Strand' im Ortsteil Weseby" - erneute Beteiligung

Begründung

1.4.5 Landschaftsplan

Für das Plangebiet sind im Landschaftsplan der Gemeinde Kosel die damals vorhandenen Strukturen (Gebäude und Bäume) dargestellt. Entwicklungsziele sind für den Planbereich nicht enthalten.

1.4.6 Schutzverordnungen

Innerhalb des Plangebietes gelten Schutzverordnungen und der Schutz aus unterschiedlichen Gesetzen. Stichpunktartig sind hier zu nennen:

  • Das Plangebiet liegt innerhalb des großflächigen Naturparks ‚Schlei‘ (§ 27 BNatSchG)
  • Weitere Ausweisungen nach §§ 23 bis 29 BNatSchG sind nicht gegeben.
  • Die Knicks sind nach § 21 Abs. 1 Nr. 4 LNatSchG geschützte Biotope.
  • Das Plangebiet liegt in einem Überschwemmungsgebiet.
  • Flächen des Netzes NATURA 2000 sind von der Planung nicht betroffen. Die nächstgelegenen Natura 2000 Gebiete FFH-Gebiet 1423-394 ‚Schlei incl. Schleimünde und vorgelagerter Flachgründe‘ sowie das flächengleiche EU-Vogelschutzgebiet 1423-491 ‚Schlei‘ befinden sich ca. 30 m südlich. Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele dieser Gebiete sind nicht zu erwarten.
  • Der Plangeltungsbereich liegt teilweise im 50 m Schutzstreifen gem. § 61 BNatSchG i.V.m. § 35 LNatSchG zum Wesebyer See und teilweise im 150 m Küstenschutzstreifen gem. § 61 BNatSchG i.V.m. § 35 LNatSchG zur Schlei.

2 Ziel und Zweck der Planung

Mit der Aufstellung dieses Bebauungsplanes sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für ein Baugebiet geschaffen werden, das vorwiegend dem Wohnen dient.

In der Gemeinde Kosel besteht weiterhin ein Bedarf an Wohnraum. Um kontinuierlich die vorhandene Nachfrage bedienen zu können, möchte die Gemeinde weitere Wohnbauflächen entwickeln. Kosel hat sich in den vergangenen Jahren als attraktiver Wohnstandort einen guten Namen gemacht. Die stetige Nachfrage nach Wohnflächen, die auch für die Einfamilienhaus-Bebauung vorgesehen sind, ist ein klarer Beleg hierfür.

Der im Zentrum des Ortsteils Weseby gelegene Bereich soll städtebaulich entwickelt und geordnet werden, um eine ortstypische aufgelockerte Bebauung zu ermöglichen, die sich in das Orts- und Landschaftsbild einfügt. Durch die Bereitstellung von 5 neuen Baugrundstücken soll ein Teil des Wohnbedarfes in der Gemeinde auch im Ortsteil Weseby abgedeckt werden.

Das Plangebiet ist als abgängiger landwirtschaftlicher Betrieb für die wohnbauliche Nachnutzung und Nachverdichtung in Weseby passend geeignet.

Die Gemeinde Kosel hat im Jahr 2011 eine Analyse der Innenentwicklungspotentiale erstellt. Diese Analyse wurde im Jahr 2020 aktualisiert. Sie kommt zusammenfassend zu folgendem Ergebnis:

Wohnbauentwicklung in der Gemeinde Kosel

Auf Grundlage der Ergebnisse der Innenentwicklungsanalyse aus dem August 2020 stellen sich die baulichen Entwicklungsmöglichkeiten für die Gemeinde Kosel bis zum Jahr 2030 derzeit wie folgt dar:

Wohnungsbestand am 01.01.2018 832 WE

abzgl. Wohnungen in Ferien- und WE-Gebieten 222 WE

Bestand an Dauerwohnungen 610 WE

Nach LEP 2010 von 2018 bis 2030 zulässig (10 %) 61 WE

Wohngebäude in Bau (Fertigstellung 2019-2020) 12 WE

abzgl. Entwicklungspotenzial im Innenbereich 10 WE

Verbleibende Wohnungsentwicklung über Bauleitplanung bis 2030 39 WE

Die Gemeinde geht aufgrund der o.g. Zahlen davon aus, dass sich die im B-Plan 17 projektierten 5 Wohneinheiten in den wohnbaulichen Entwicklungsrahmen einfügen.

Um eine städtebaulich sinnvolle Gestaltung innerhalb des Plangebietes unter Beachtung des vorgenannten Entwicklungsspielraumes im Plangebiet zu gewährleisten, hat sich die Gemeinde Kosel zur Aufstellung dieses Bebauungsplanes entschlossen.

Die Lage im Ortsteil Weseby bietet die Möglichkeit, neue Bauflächen in die bestehende Bebauung zu integrieren und so eine maßvolle Nachverdichtung und städtebaulich sinnvolle Nachnutzung des ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebes zu schaffen.

Im Plangeltungsbereich ist der Bau von 5 typischen Einfamilienhäusern vorgesehen, um die vorhandene Nachfrage durch Einwohner und Bauwillige aus der Umgebung auch im Ortsteil Weseby zu decken.

Die Planung entspricht aus Sicht der Gemeinde den in Ziffer 2.5.2 LEP 2010 dargelegten Grundsätzen 'Innenentwicklung vor Außenentwicklung' und vermeidet die zusätzliche Inanspruchnahme von Freiflächen im Außenbereich. Insofern besteht ein öffentliches Interesse an der Umsetzung der vorliegenden Planung.

Die Planung entspricht aus Sicht der Gemeinde weiterhin den in Ziffer 3.6 des Entwurfs zur Fortschreibung des LEP (2018) dargelegten Grundsätzen, wonach für eine bedarfsgerechte Wohnungsversorgung vorrangig Maßnahmen der Innenentwicklung durchgeführt werden sollen.