Planungs­dokumente: Bebauungsplan Nr. 17 der Gemeinde Kosel für das Gebiet "Baugebiet 'Zum Strand' im Ortsteil Weseby" - erneute Beteiligung

Begründung

3.7.5 Artenschutz

Für den Planbereich wurde durch das Büro Christoph Stolle aus Kiel ein Fachbeitrag Artenschutz gem. § 44 BNatSchG erarbeitet. Dieser ist im Anhang beigefügt. Der Fachbeitrag Artenschutz wertet eigene Untersuchungen zum Vorkommen von Brutvögeln und Fledermäusen aus. Andere streng geschützte Arten wurden im Zuge einer Potentialanalyse aufgrund fehlender Habitate ausgeschlossen. Der Artenschutzbericht kommt zu folgenden Ergebnissen:

Fledermäuse

Für die Fledermaus-Erfassungen im Rahmen des Fachbeitrags Artenschutz erfolgten zwischen Mai 2020 und September 2020 zwei mehrstündige, nächtliche Detektor-Begehungen inkl. frühmorgendliches Schwärmphase zur Fledermaus-Wochenstubenzeit sowie eine nächtliche Detektor-Begehung zur Erfassung des Spätsommer-/Frühherbstaspekts. Zusätzlich sind fledermauskundliche Gebäude- und Baumkontrollen im Plangebiet durchgeführt worden.

Hinsichtlich der Bäume im Plangebiet kommt der Fachbeitrag Artenschutz zu folgendem Ergebnis:

„Mit Ausnahme der 1 großen Linde mit Brusthöhendurchmesser von ca. 1,1m im Bereich der östlichen Plangebietsgrenze besitzt der Gehölzbestand im Plangebiet keine höherwertige Quartiereignung für Fledermäuse. Diese 1 große Linde weist Wochenstuben geeignetes Quartierpotenzial i.V.m. einer Ausfaulungshöhle an einem nach Süden gerichteten Starkast in ca. 8m Höhe auf, des Weiteren zeigt diese Linde eine potenziell Winterquartier geeignete Ausfaulungshöhle am Hauptstamm in ca. 3,5m Höhe nach Westen gerichtet.

Im Entwurf der Planzeichnung zum B-Plan ist diese Linde als zu erhalten festgesetzt. Die übrigen Bäume im Plangebiet (inkl. der zentral gelegenen, großen Blutbuche) besitzen keine höherwertige Fledermaus-Quartiereignung bzw. (nur) eine geringwertige Quartiereignung für einzelne Fledermausindividuen (sog. Tagesquartiere). Der Gehölzaufwuchs (vornehml. Ahorn und Holunder) sowie die Büsche und Sträucher besitzen keinerlei Fledermaus-Quartiereignung.“

Zu den Gebäuden im Plangebiet trifft der Fachbeitrag Artenschutz folgende Aussage:

„Der zum Abbruch anstehende Gebäudebestand der `Hofstelle Peters´ ist verschiedenartig geeignet, sommerliche Quartiere von (Gebäude bewohnenden) Fledermausarten zu beherbergen (Tages-, Balz-/Paarungs-, Wochenstuben- und Zwischenquartiere). Die durchgeführten Fledermaus-Erfassungen zeigten, dass die vorhandenen Quartierpotenziale – trotz vglw. großem Artenspektrum und teilw. hoher Individuendichte – nur in geringem Maße von Fledermäusen in Anspruch genommen werden.

Hochwertige Winterquartierpotenziale sind mit dem Gebäudebestand der Hofstelle weder für oberirdisch in trockenem Umfeld überwinternde Arten, noch für unterirdisch bei hoher Luft-feuchtigkeit überwinternde Fledermäuse vorhanden. Bei der Detektorbegehung zur Erfassung etwaigen Winterquartierschwärmens ergaben sich auch keine Hinweise auf mit dem Gebäudebestand verbundene Winterquartiere.

Artenspektrum Fledermäuse

Von den 14 (15) in Schleswig-Holstein heimischen Fledermausarten wurden 7 Arten im Zuge der Detektor-Begehungen und Horchboxen-Expositionen im Plangebiet nachgewiesen. […]. Für die […] Arten Zwergfledermaus, Mückenfledermaus, Rauhautfledermaus und Braunes Langohr ergaben sich im Zuge der Detektor-Begehungen und Horchboxen-Expositionen Nachweise bzw. konkrete Hinweise auf eine Quartiernutzung in/an den Gebäuden der `Hofstelle Peters´.

Das Braune Langohr wurde im Dachraum des Bauernhauses nachgewiesen, der Nachweis wird als kleine Wochenstubengemeinschaft gewertet. Die Art ist mittels Detektor/Horchbox schwer bzw. nur in kurzer Distanz nachzuweisen, aufgrund ihres nur wenige Meter weit detektierbaren `Flüstersonars´. Die erfassten Rufe sind daher wahrscheinlich unterrepräsentiert und so wird zur artenschutzrechtlichen Bewertung vorsorglich die Betroffenheit einer kleinen Wochenstubengemeinschaft angenommen.

Für die 3 Pipistrellus-Arten Zwerg-, Mücken- und Rauhautfledermaus wurden jeweils Balz-reviere nachgewiesen, denen entsprechende Paarungsquartiere zuzuordnen sind. Hinweise auf individuenstarke (Wochenstuben-) Quartiere ergaben sich für diese Arten im Plangebiet jedoch nicht. Allerdings wurde östlich knapp außerhalb des Plangebiets, an einem Einfamilienhaus in der Straße `Schleiblick´, ein mittelgroßes Wochenstubenquartier der Mückenfledermaus nachgewiesen (ca. 20 – 50 Indiv.).

Direkt nördlich der Plangebietsgrenze bzw. der `Hofstelle Peters´ wurde eine (Mücken-) Fledermaus-Flugstraße entlang des dortigen Fußweges nachgewiesen. Von der Straße `Schleiblick´ fliegen die Tiere zur Zeit des Quartierausflugs nach Westen Richtung Wesebyer See. Als `Quellquartier´ wurde das oben beschriebene Mückenfledermaus-Quartier identifiziert.

Die Arten Breitflügelfledermaus, Großer Abendsegler und Wasserfledermaus wurden zwar regelmäßig im Zuge der Erfassungen nachgewiesen, für sie besteht bei dem Vorhaben je-doch keine artenschutzrechtliche Relevanz. Es ergaben sich keine Hinweise auf Quartiere dieser 3 Arten im Plangebiet. Auch ist die Funktion des Plangebiets bzw. der `Hofstelle Peters´ als Jagdhabitat für diese 3 und auch für die weiteren 4 Arten nicht essenziell für die jeweiligen lokalen Fledermauspopulationen.

Insgesamt wird festgehalten:

Der Gebäudebestand des Plangebiets beherbergt (sommerliche) Quartiere der Fledermaus-arten Zwergfledermaus, Mückenfledermaus, Rauhautfledermaus und Braunes Langohr. Für letztere ergaben sich konkrete Hinweise auf eine kleine Wochenstubengemeinschaft im Dachraum des Bauerhauses (Gebäude C), welche als Nachweis gewertet werden. Für die 3 Pipistrellus-Arten ergaben sich (nur) konkrete Hinweise auf Tages- und Balz-/Paarungsquartiere im Plangebiet. Die erforderlichen artenschutzrechtlichen Vermeidungsmaßnahmen, und im Fall des Braunen Langohrs eine Ausgleichsmaßnahme, sind entsprechend auszurichten. Die (sommerliche) Quartiernutzung durch die o.g. Fledermausarten im Plangebiet ist mit großer Wahrscheinlichkeit variabel aufgrund der Lebensweise der nachgewiesenen Fledermausarten jeweils in einem Quartierverbund.

Brutvögel

Im Rahmen des Fachbeitrags Artenschutz ist eine durch Brutvogel-Erfassungen erweiterte Potenzialabschätzung im Plangebiet durchgeführt worden.

Das erfasste und potenziell vorkommende Artenrepertoire des Plangebiets setzt sich in erster Line aus den allgemeinhin häufigen und im Hinblick auf den Brutplatz wenig anspruchs-vollen Gehölz und Gebäude brütenden Vogelarten des ländlichen Siedlungsraums zusammen. Darüber hinaus sind aber auch, im Hinblick auf ihre Habitatanforderungen, anspruchs-vollere Arten potenziell vorkommend aufgrund der insgesamt naturnahen und hochwertigen naturräumlichen Ausstattung des (erweiterten) Umfelds. Für die artenschutzrechtliche Bewertung sind die Brutnachweise von Rauchschwalbe (12 Brutpaare) und Star (4 Brutpaare) von besonderer Bedeutung.

Rauchschwalbe (Hirundo rustica)

[…] Im Stall (Gebäude A.1) brüteten in 2020 10 Brutpaare, ein Paar brütete im Vorraum des Kartoffel-Kühllagers (Gebäude A.2) und ein weiteres Paar brütete in der Doppelgarage. Insgesamt 12 Brutpaare brüteten in 2020 in Gebäuden der `Hofstelle Peters´ bzw. im Plangebiet. Landwirtschaftliche Viehhaltung wurde in dem Stall seit Längerem nicht betrieben, letztmalig war 2019 einzelnes Vieh in dem Stall eingestellt. In 2020 war in dem Stall kein Vieh eingestellt.

Anmerkung: Für die Art ist bei Betroffenheit in Koloniestärke ein zeitlich vorgezogener, artenschutzrechtlicher Ausgleich erforderlich (sog. CEF-Maßnahme). Die erforderliche CEF-Maßnahme wurde im September 2020 mit der Naturschutzbehörde des Kreises Rendsburg-Eckernförde/Frau Vollmer abgestimmt. Die Umsetzung der Maßnahme in einer in ca. 340m Entfernung zum Plangebiet gelegenen landwirtschaftlichen Maschinenhalle ist weitestgehend erfolgt. Vor Beginn der Baufeldfreimachung ist die Umsetzung der CEF-Maßnahme mit Zeitpunkt der Funktionsfähigkeit der Naturschutzbehörde mitzuteilen (s. unten, Abschnitt 7.1.2 [des Fachbeitrags Artenschutz] Konfliktanalyse Rauchschwalbe).

Star (Sturnus vulgaris)

[…] An dem offenen Maschinenunterstand (Gebäude B) sind nach Norden gerichtet 3 Starenkästen montiert, alle 3 Kästen wurden in 2020 von Staren zur Brut genutzt. Ein weiterer Starenkasten ist an der zur Fällung anstehenden, großen Blutbuche angebracht, auch dieser Kasten wurde in 2020 von Staren zur Brut genutzt.

Zudem Nachweise von und konkrete Hinweise auf Bruten von: Amsel, Grauschnäpper, Kohlmeise, Rotkelchen, Zaunkönig, Zilpzalp, Hausrotschwanz, Kleiber, Stieglitz.

Hinweise oder gar Nachweise auf Bruten von im Bestand stark gefährdeter oder vom Aus-sterben bedrohter oder streng geschützter Brutvögel ergaben sich nicht.

Zusammenfassend benennt der Fachbeitrag Artenschutz folgende Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen, bei deren Berücksichtigung das Eintreten von Verbotstatbeständen gem. § 44 BNatSchG vermieden werden kann. Eine detaillierte Beschreibung der Maßnahmen kann dem Fachbeitrag Artenschutz im Anhang entnommen werden.

Arten (-gruppe)ZugriffsverbotMaßnahme
Brutvögel: Gruppe allg. häufiger u. wenig anspruchsvoller Gehölz- und GebäudebrüterSchädigungs-/ Tötungsverbot § 44 (1) 1 BNatSchGVermeidungsmaßnahme: Gehölzrodungen und Baumpflegemaßnahmen im Zeitraum 01.10. bis 28./29.02.; Gebäudeabbrüche im Zeitraum 15.09. bis 28./29.02. (Achtung: jeweils weiter eingeschränkt durch Vermeidungsmaßnahme Fledermäuse)
Brutvögel: Gruppe allg. häufiger u. wenig anspruchsvoller Gehölz- und Gebäude-brüterVerbot der Schädigung/ Zerstörung v. FuR-Stätten § 44 (1) 3 BNatSchGAusgleichsmaßnahme: 6 Stk Nicht-Meisen-Kästen
Brutvögel: RauchschwalbeSchädigungs-/ Tötungsverbot § 44 (1) 1 BNatSchGVermeidungsmaßnahme: Gebäudeabbrüche im Zeitraum 15.09. bis 28./29.02.
Brutvögel: RauchschwalbeVerbot der Schädigung/ Zerstörung v. FuR-Stätten § 44 (1) 3 BNatSchGAusgleichsmaßnahme zeitl. vorgezogen als CEF-Maßnahme: 18 Stk Rauchschwalben-Nisthilfen in einem geeigneten Gebäude (Achtung: erhöhte fachl. Anforderungen; Maßnahme abgestimmt mit uNB-RD im Sept20, im Nov20 weitestgehend umgesetzt)
Brutvögel: StarSchädigungs-/ Tötungsverbot § 44 (1) 1 BNatSchGVermeidungsmaßnahme: Beseitigung der Starenkästen im Zeitraum 15.09. bis 28./29.02.
Brutvögel: StarVerbot der Schädigung/ Zerstörung v. FuR-Stätten § 44 (1) 3 BNatSchGAusgleichsmaßnahme: 6 Stk Starenkästen im räumlichen Verbund an geeigneten Bäume und/oder Gebäuden
Fledermäuse: Zwerg-, Mücken- und Rauhautfledermaus sowie Braunes LangohrSchädigungs-/ Tötungsverbot § 44 (1) 1 BNatSchGRodung von Gehölzen mit Quartiereignung und Abbruch gesamter Gebäudebestand im Zeitraum 01.12. bis 28./29.02. Ausweitung des Zeitraums auf 15.09. bis 28./29.02. möglich bei händischem Rückbau Quartierpotenziale unter biol. Begleitung aber vorbehaltlich Brutvogel-Besatz-kontrollen mit Feststellung Nicht-Besatz
Fledermäuse: Braunes LangohrVerbot der Schädigung/ Zerstörung v. FuR-Stätten § 44 (1) 3 BNatSchGAusgleichsmaßnahme: 2 Cluster à 3 Baum-Quartieren (Achtung: erhöhte fachl. Anforderungen)

Bei den Ausgleichsmaßnahmen sind teilw. erhöhte fachliche Anforderungen gegeben, es wird empfohlen, Konzeption und Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen von einem entsprechend qualifiziertem biol. Planungsbüro oder einem solchen Naturschutzverein begleiten zu lassen.

3.7.6 Freihaltung von Gewässern und Uferzonen

Gemäß § 61 Abs. 1 BNatSchG in Verbindung mit § 35 Abs. 2 LNatSchG gelten an Gewässern 1. Ordnung und an Seen mit einer Größe von mehr als 1 ha Schutzstreifen, in denen bauliche Anlagen in einem Abstand von 50 m landwärts von der Uferlinie nicht errichtet oder wesentlich erweitert werden dürfen.

Dieser Abstand zum nordwestlich gelegenen Wesebyer See ist im Bebauungsplan dargestellt und mit der Festsetzung der Baugrenze berücksichtigt worden.

Darüber hinaus ist an Küsten ein Abstand von mind. 150 m landeinwärts von der Mittelwasserlinie der Ostsee (hier der Schlei) einzuhalten. Auch dieser Abstand ist nachrichtlich in der Planzeichnung des Bebauungsplanes dargestellt.

Dieser Schutzstreifen wird gemäß § 65 Abs. 2 LNatSchG (Übergangsvorschriften für bauliche Anlagen im Schutzstreifen an Gewässern) nicht bei der Darstellung der Baugrenzen berücksichtigt, da in dieser Übergangsvorschrift festgesetzt wurde, dass der Schutzstreifen nicht für Flächen gilt, für die in einem am 24. Juni 2016 rechtswirksamen Flächennutzungsplan eine Bebauung vorgesehen ist, oder dessen bisherige Bebauung umgewidmet werden soll. Dies ist hier der Fall, da der Flächennutzungsplan der Gemeinde Kosel die Planbereichsfläche in einem Mischgebiet darstellt.

3.8 Hinweise

Denkmalschutz

Gemäß § 15 DSchG gilt: Wer Kulturdenkmale entdeckt oder findet, hat dies unverzüglich unmittelbar oder über die Gemeinde der oberen Denkmalschutzbehörde mitzuteilen. Die Verpflichtung besteht ferner für die Eigentümerin oder den Eigentümer und die Besitzerin oder den Besitzer des Grundstücks oder des Gewässers, auf oder in dem der Fundort liegt, und für den Leiter der Arbeiten, die zur Entdeckung oder zu dem Fund geführt haben. Die Mitteilung einer oder eines der Verpflichteten befreit die übrigen. Die nach Satz 2 Verpflichteten haben das Kulturdenkmal und die Fundstätte in unverändertem Zustand zu erhalten, soweit es ohne erhebliche Nachteile oder Aufwendungen von Kosten geschehen kann. Diese Verpflichtung erlischt spätestens nach Ablauf von vier Wochen seit der Mitteilung.

Archäologische Kulturdenkmale sind nicht nur Funde, sondern auch dingliche Zeugnisse wie Veränderungen und Verfärbungen in der natürlichen Bodenbeschaffenheit.

Immissionsschutz

Das Plangebiet grenzt an landwirtschaftliche Flächen an. Die aus einer ordnungsgemäßen landwirtschaftlichen Nutzung resultierenden Immissionen (Lärm, Staub und Gerüche) können zeitlich begrenzt auf das Plangebiet einwirken.

Das Plangebiet liegt im Ortsteil Weseby, der stark touristisch geprägt ist. Angrenzend an den Planbereich befindet sich ein großes Wochenendhausgebiet. Die aus der touristischen Nutzung resultierenden Immissionen (insbesondere Verkehrslärm) können zeitlich begrenzt auf das Plangebiet einwirken.

Bodenschutz

Allgemein:

  • Beachtung der DIN 19731 'Verwertung von Bodenmaterial'
  • Der Beginn der Arbeiten ist der unteren Bodenschutzbehörde spätestens 1 Woche vorab mitzuteilen.

Vorsorgender Bodenschutz

  • Die Häufigkeit der Fahrzeugeinsätze ist zu minimieren und soweit möglich an dem zukünftigen Verkehrswegenetz zu orientieren.
  • Bei wassergesättigten Böden (breiig/flüssige Konsistenz) sind die Arbeiten einzustellen.

Bodenmanagement

  • Oberboden und Unterboden sind bei Aushub, Transport, Zwischenlagerung und Verwertung sauber getrennt zu halten. Dies gilt gleichermaßen für den Wiederauftrag / Wiedereinbau.
  • Bei den Bodenlagerflächen sind getrennte Bereiche für Ober- und Unterboden einzurichten. Eine Bodenvermischung ist grundsätzlich nicht zulässig.
  • Oberboden ist ausschließlich wieder als Oberboden zu verwenden. Eine Verwertung als Füllmaterial ist nicht zulässig.
  • Überschüssiger Oberboden ist möglichst ortsnah einer sinnvollen Verwertung zuzuführen.

Hinweise:

Für eine gegebenenfalls notwendige Verwertung von Boden auf landwirtschaftlichen Flächen ist ein Antrag auf naturschutzrechtliche Genehmigung (Aufschüttung) bei der Unteren Naturschutzbehörde zu stellen.

Im Zuge der Maßnahme sind grundsätzlich die Vorgaben des BauGB (§ 202 Schutz des humosen Oberbodens), der Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV, § 12) des Bundesbodenschutzgesetzes (BBodSchG u. a. § 7 Vorsorgepflicht) sowie das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG u. a. § 2 und § 6) einzuhalten.

Innerhalb des Plangeltungsbereichs befinden sich nach heutigem Kenntnisstand (Stand 05/2020) keine Altablage-rungen und keine Altstandorte.

Sollten bei der Bauausführung organoleptisch auffällige Bodenbereiche angetroffen werden (z. B. Plastikteile, Bauschutt, auffälliger Geruch oder andere Auffälligkeiten), ist die untere Bodenschutzbehörde umgehend zu informieren.

Kampfmittel:

Gemäß der Anlage der Kampfmittelverordnung (KampfmV SH 2012) gehört die Gemeinde Kosel nicht zu den Gemeinden mit bekannten Bombenabwurfgebieten. Zufallsfunde von Munition sind jedoch nicht gänzlich auszuschließen und unverzüglich der Polizei zu melden.