Planungsdokumente: B-Plan Nr. 6 "Parkplatz am Danewerkmuseum" der Gemeinde Dannewerk für das Gebiet südlich der Hauptstraße und östlich des Ochsenwegs

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Inhaltsverzeichnis

Begründung

2.1.1 Schutzgut Mensch und menschliche Gesundheit

Derzeitiger Zustand

Der Mensch und seine Gesundheit können in vielerlei Hinsicht von Planungsvorhaben unmittelbar oder mittelbar beeinträchtigt werden, wobei sich Überschneidungen mit den übrigen zu behandelnden Schutzgütern ergeben. Im Rahmen der Umweltprüfung relevant sind allein solche Auswirkungen, die sich auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen beziehen, nicht jedoch solche, die wirtschaftliche oder sonstige materielle Grundlagen betreffen (auch wenn dies durchaus Konsequenzen für Gesundheit und Wohlbefinden haben kann). Gesundheit und Wohlbefinden sind dabei an die drei im Plangebiet und den angrenzenden Bereichen bestehenden und geplanten Funktionen Arbeit, Wohnen und Erholen gekoppelt. Dabei werden jedoch nur Wohnen und Erholung betrachtet, da Aspekte des Arbeitsschutzes nicht Gegenstand der Umweltprüfung sind.

Bei der Betrachtung ist von direkten Auswirkungen auf das Wohnumfeld (visuelle Beeinträchtigungen, Lärm) und für die Erholungsfunktion (visuelle Beeinträchtigungen, Lärm) auszugehen.

Der aktuelle und der aufgrund der Planungsabsichten künftig zu erwartende Zustand im Umfeld des Planbereichs stellt sich für die Funktionen ‚Wohnen‘ und ‚Erholung‘ wie folgt dar:

  • Wohnen

Das westliche Plangebiet wird bereits als öffentlicher Parkplatz, u.a. durch Besucher des Danewerkmuseums und durch die Freiwillige Feuerwehr genutzt. Die Wiese im östlichen Plangebiet wird durch die Gemeinde für Sport und Veranstaltungen genutzt. Eine wohnbauliche Nutzung erfolgt innerhalb des Plangebietes nicht und ist auch nicht geplant. Die nächstgelegenen Wohngebäude befinden sich ca. 40 m westlich und ca. 10 m nördlich. Westlich angrenzend an das Plangebiet verläuft der Ochsenweg (K 27).

  • Erholung

Das westliche Plangebiet dient u.a. als Parkplatz für das westlich gelegene Danewerkmuseum sowie den Archäologischen Park und weist somit einen sekundären Erholungsnutzen auf.

Die Wiese im östlichen Plangebiet dient der Gemeinde als Sport- und Veranstaltungsfläche. Sie weist somit eine Bedeutung für die lokale Erholung auf.

Prognose bei Nichtdurchführung der Planung

Bei Verzicht auf die Planung wird der vorhandene Parkplatz weiter wie bisher genutzt werden. Die Wiese im östlichen Plangebiet wird nicht überbaut, sondern kann weiterhin durch die Gemeinde für Sport- und Veranstaltungszwecke genutzt werden. Veränderte Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch und menschliche Gesundheit ergeben sich bei Ausbleiben der Planung nicht.

Auswirkungen der Planung

Mit der Planung wird der vorhandene Parkplatz in Richtung Osten vergrößert, um ausreichend Parkmöglichkeiten für die vorhandenen und geplanten Nutzungen zu schaffen. Wohngebäude sind davon nicht unmittelbar betroffen. Da die Fläche bereits als Parkplatz genutzt wird, ergibt sich keine neue Geräuschsituation. Es werden künftig geringfügig mehr Parkplätze zur Verfügung stehen. Mit einer erheblichen Zunahme der Lärmimmissionen, die von der Fläche ausgehen (an-/abfahrende Pkw, Gespräche, schlagende Autotüren), ist jedoch nicht zu rechnen. Auch von dem geplanten Kiosk mit öffentlichen Toiletten und Ausgabe für den angrenzend geplanten Adventuregolfplatz sind keine erheblichen Emissionen zu erwarten. Weiterhin ist davon auszugehen, dass die Anlagen nur tagsüber genutzt werden, wo höhere Immissionsgrenzwerte gelten. Erhebliche Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch und menschliche Gesundheit sind nicht zu erwarten.

Die Auswirkungen des Vorhabens auf das Schutzgut Mensch und menschliche Gesundheit sind mit einer geringen Erheblichkeit zu bewerten. Der bestehende Parkplatz wird geringfügig erweitert, wodurch keine neue Immissionssituation entsteht. Auch von dem neu entstehenden Gebäude sind keine erheblichen Lärmemissionen zu erwarten.

2.1.2 Schutzgut Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt

Im Juni 2022 erfolgte eine Ortsbegehung zur Feststellung der aktuellen Flächennutzungen und Biotoptypen. Nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz bestehen differenzierte Vorschriften zu Verboten besonders und streng geschützter Tier- und Pflanzenarten. Die hierzu zählenden Arten sind nach § 7 BNatSchG im Anhang der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie von 1992 aufgeführt. Vor diesem Hintergrund wird der Geltungsbereich hinsichtlich möglicher Vorkommen von geschützten Arten betrachtet.

Nachfolgend sind die aktuellen Flächennutzungen für die einzelnen Teilbereiche aufgeführt. Die Einordnung der dargestellten Lebensräume erfolgt entsprechend der „Standardliste der Biotoptypen in Schleswig-Holstein“ (LLUR 2022) aufgeführt.

Parkplatz (SVs)

Das westliche Plangebiet ist bereits als Parkplatz in Nutzung und bietet Platz für ca. 60 Pkw. Die Fläche ist gepflastert. Es existiert je eine Zufahrt und nach Westen und nach Norden. Nach Westen und Osten begrenzen flache Wälle die Fläche. Auf dem westlichen Wall stocken fünf Rot-Buchen (Ø = ca. 40-50 cm), eine Eberesche (Ø = ca. 15 cm) sowie Haselnuss-, Flieder-, Schneebeeren- und Rosensträucher.

Auf dem Wall an der östlichen Grenze des Parkplatzes stocken ebenfalls fünf Rot-Buchen (Ø = ca. 40-50 cm), wobei ein Baum unmittelbar südlich des Plangebietes stockt. Der mittlere Wallabschnitt ist offen belassen worden und mit Gras bewachsen. Hier befinden sich fünf Fahnenmasten.

Die Wälle sind aufgrund ihres Bewuchses, ihrer Nutzung und ihrer Pflege nicht als geschützte Knicks einzustufen.

Ver- und Entsorgungseinrichtungen (SIe/FXt)

Nördlich des Parkplatzes befinden sich eine Transformatorenstation (SIe) sowie ein kleines Regenrückhaltebecken (FXt). Die Anlagen befinden sich im Bereich einer kleinen, gepflegten Rasenfläche. Das Regenrückhaltebecken ist abgezäunt.

Sport- und Freizeitfläche (SEy)

Das östliche Plangebiet umfasst einen Teil einer größeren zusammenhängenden Wiese, die der Gemeinde Dannewerk für Sport- und Freizeitzwecke dient (z.B. Bolzplatz, Lagerfeuer). Die Wiese wird regelmäßig gemäht und ist als artenarm einzustufen. Im überplanten Bereich befinden sich aktuell Container, in denen der Ausweichstandort des Danewerkmuseums untergebracht ist.

Straßenbäume (HEy)

Nördlich der überplanten Wiese stocken einzelne Bäume entlang der Hauptstraße. Es handelt sich um zwei Rot-Buchen (Ø = je ca. 15 cm), zwei Schwedische Mehlbeeren (Ø = je ca. 15 cm), eine Blut-Buche (Ø = ca. 30 cm) sowie einen Spitz-Ahorn (Ø = ca. 25 cm), der stark zurückgeschnitten wurde.

Hauptstraße (SVs)

Das nördliche Plangebiet umfasst einen Teil der Hauptstraße. Diese ist als vollversiegelte Verkehrsfläche angelegt. Ein straßenbegleitender Fußweg verläuft unmittelbar nördlich außerhalb des Plangebietes.

Außerhalb grenzen im Süden das Feuerwehrgerätehaus sowie das Sport- und Schützenheim der Gemeinde Dannewerk an. Westlich verläuft der Ochsenweg (K 27) mit straßenbegleitendem Fußweg und nördlich die Hauptstraße. Nördlich der Hauptstraße befinden sich Gebäude, die z.T. wohnbaulich genutzt sind. Östlich und südöstlich grenzen Grünflächen an, die ebenfalls zur Freizeitanlage der Gemeinde gehören.

Pflanzen

Derzeitiger Zustand

Die Vegetation im Plangebiet ist stark durch die regelmäßigen Pflegemaßnahmen geprägt (Mähen der Wiese, Rückschnitte an den Bäumen und Sträuchern) und somit insgesamt als eingeschränkter Pflanzenstandort einzuordnen.

Streng geschützte Pflanzenarten - Schierlings-Wasserfenchel (Oeanthe conioides), Kriechender Scheiberich (Apium repens), Schwimmendes Froschkraut (Luronium natans) - sind im Planbereich nicht zu erwarten. Die betroffenen Standorte dieser Pflanzen sind in Schleswig-Holstein gut bekannt und liegen außerhalb des Plan- und Auswirkungsbereichs.

Prognose bei Nichtdurchführung der Planung

Bei Nichtdurchführung der Planung bliebe der Parkplatz im westlichen Plangebiet weiterbestehen. Die Wiese würde nicht überbaut werden und könnte weiterhin für Sport- und Freizeitveranstaltungen genutzt werden. Der vorhandene Baum- und Strauchbestand im Plangebiet würde nicht beeinträchtigt.

Auswirkung der Planung

Der im östlichen Plangebiet überplante Teil der Wiese wird künftig als Parkplatzerweiterung bzw. für ein Kiosk-/Toilettengebäude überbaut werden und somit nicht mehr als Pflanzenstandort zur Verfügung stehen.

Die vorhandenen Bäume sollen erhalten werden. Die stärkeren Bäume werden in der Planzeichnung (Teil A) als ‚zu erhaltend‘ festgesetzt und sind bei Abgang zu ersetzen. Zusätzlich ist die Pflanzung von mind. fünf heimischen Laubgehölzen innerhalb des Plangebietes vorgesehen.

Die Gemeinde wird bei der Durchführung des Vorhabens auf eine naturnahe Gestaltung der Fläche mit einer geeigneten Pflanzenauswahl achten. Hier können zum Beispiel gebietseigene Gehölze sowie Regiosaat verwendet werden.

Das Vorhaben hat Auswirkungen mit mittlerer Erheblichkeit auf das Schutzgut Pflanzen, da die intensiv gepflegte Wiese als potentieller Pflanzenstandort verloren geht. Die vorhandenen Gehölze werden erhalten. Artenschutzrechtlich relevante Pflanzenarten sind im Plangebiet nicht betroffen.

Tiere

Im Mittelpunkt der Potentialanalyse steht die Prüfung, inwiefern durch vorgesehene Planung Beeinträchtigungen auf streng geschützte Tierarten zu erwarten sind. Neben den Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes ist der aktuelle Leitfaden zur Beachtung des Artenschutzrechts bei der Planfeststellung vom 25. Februar 2009 (Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV SH), aktualisiert 2016) maßgeblich. Nach § 44 Abs. 5 BNatSchG umfasst der Prüfrahmen bei Vorhaben im Sinne des § 18 Abs. 2 Satz 1 BNatSchG - Vorhaben in Gebieten mit Bebauungsplänen nach § 30 BauGB, während der Planaufstellung nach § 33 BauGB und im Innenbereich nach § 34 BauGB - die europäisch streng geschützten Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie (FFH-RL) sowie alle europäischen Vogelarten.

Methode: Das für die artenschutzrechtliche Konfliktanalyse einzustellende Artenspektrum ergibt sich aus den Ergebnissen der Begehung im Juni 2022 sowie aus der Abfrage der LANIS-Daten des LLUR zu nachgewiesenen Tierarten (Stand Mai 2022). Für das Plangebiet und die unmittelbar angrenzenden Flächen sind keine Hinweise enthalten.

Für die Zugriffsverbote des § 44 BNatSchG sind innerhalb einer artenschutzrechtlichen Prüfung nur die im Anhang IV der FFH-Richtlinie aufgeführten Arten sowie sämtliche europäischen Vogelarten relevant. Im Fokus der Erfassung stehen dabei die Gehölze im Plangebiet. Die Möglichkeit eines Vorkommens streng geschützter Arten wurde hinsichtlich einer potentiellen Habitateignung sowie der bekannten Verbreitungssituationen überprüft.

Säuger

Es wurden im Vorhabengebiet keine Indizien (Schlafnester oder charakteristische Fraßspuren) für Vorkommen der nach Anhang IV FFH-RL und BArtSchV streng geschützten Haselmaus (Muscardinus avellanarius) festgestellt. Die Art präferiert nahrungs- und deckungsreiche Gehölzstrukturen als Lebensraum (z.B. Hasel, Weiß-Dorn, Brombeere, Vogelbeere), wie sie im Plangebiet mit seinen wenigen und intensiv gepflegten Gehölzen nicht vorkommen. Eine Lebensraumeignung liegt daher nicht vor. Das bekannte Hauptverbreitungsgebiet der Haselmaus liegt in Schleswig-Holstein zudem vor allem im Südosten (LLUR 2018), sodass keine Vorkommen im Plangebiet zu erwarten sind.

Konkrete Nachweise über das Vorkommen von Fledermäusen liegen im Plangebiet nicht vor. Größere Bäume, die eine grundsätzliche Eignung als Fledermausquartier aufweisen, sind entlang des Parkplatzes vorhanden. An den Bäumen wurden jedoch keine Astlöcher, Stammausrisse oder Spechthöhlen festgestellt, die eine Eignung für höherwertige Fledermausquartiere (Wochenstube, Winterquartiere) böten. Tagverstecke können in den Bäumen jedoch nicht endgültig ausgeschlossen werden. Die Bäume können im Zuge der Parkplatzerweiterung erhalten werden. Gehölzrodungen sind nicht vorgesehen. Für streng geschützte Fledermäuse ist das Eintreten von Verbotstatbeständen nach § 44 Abs. 1 BNatSchG daher auszuschließen.

Ein Vorkommen sonstiger streng geschützter Säugetierarten (z.B. Wald-Birkenmaus, Wolf, Fischotter) kann aufgrund der fehlenden Lebensräume und der bekannten Verbreitungssituation ausgeschlossen werden (BfN 2019). Eine artenschutzrechtliche Betroffenheit liegt nicht vor.

Vögel

Eine eingriffsbedingte Betroffenheit von Rastvögeln ist in dem baulich vorgeprägten Plangebiet im Umfeld der bebauten Ortsteile von Dannewerk auszuschließen.

Aufgrund der vorgefundenen Habitatausprägung des Vorhabengebietes kann unter Einbeziehung der aktuellen Bestands- und Verbreitungssituation ein Brutvorkommen für die in der nachfolgenden Tabelle angeführten Brutvogelarten angenommen werden. Maßgeblich ist dabei die aktuelle Avifauna Schleswig-Holsteins (BERNDT et al. 2003). Lebensraumstrukturen bieten vor allem die Bäume im Plangebiet.

Potentielle Vorkommen von Brutvögeln im Planungsraum sowie Angaben zu den ökologischen Gilden (G = Gehölzbrüter, GB = Bindung an ältere Bäume, O = Offenlandarten, OG = halboffene Standorte). Weiterhin Angaben zur Gefährdung nach der Rote Liste Schleswig-Holstein (KIECKBUSCH et al. 2021) sowie der RL der Bundesrepublik (2021) (1 = vom Aussterben bedroht, 2 = stark gefährdet, 3 = gefährdet, R = extrem selten, V = Arten der Vorwarnliste, + = nicht gefährdet) und zum Schutzstatus nach EU- oder Bundesartenschutzverordnung (s = streng geschützt, b = besonders geschützt, Anh. 1 = Anhang I der Vogelschutzrichtlinie).

Artname (dt.)Artname (lat.)GildeRL SH 2021RL BRD 2021Schutz-status
AmselTurdus merulaG++b
BachstelzeMotacilla albaO++b
BlaumeiseParus caeruleusGB++b
BuchfinkFringilla coelebsG++b
Dompfaff (Gimpel)Pyrrhula pyrrhulaG++b
DorngrasmückeSylvia communisOG++b
EichelhäherGarrulus glandariusGB++b
ElsterPica picaGB++b
FasanPhasianus colchicusO++b
FeldsperlingPasser montanusGB+Vb
FitisPhylloscopus trochilusG++b
GartenbaumläuferCerthia brachydactylaGB++b
GartengrasmückeSylvia borinG++b
GartenrotschwanzPhoenicurus phoenicurusGB++b
GrauschnäpperMusciapa striataG+Vb
GrünfinkCarduelis chlorisG++b
HänflingCarduelis cannabinaOG+3b
HaussperlingPasser domesicusOG++b
HeckenbraunellePrunella modularisG++b
KlappergrasmückeSylvia currucaG++b
KleiberSitta europaeaGB++b
KohlmeiseParus majorGB++b
MisteldrosselTurdus viscivorusG++b
MönchgrasmückeSylvia atricapillaG++b
RabenkräheCorvus coroneGB++b
RingeltaubeColumba palumbusGB++b
RotkehlchenErithacus rubeculaG++b
SingdrosselTurdus philomelosG++b
StarSturnus vulgarisGBV3b
StieglitzCarduelis carduelisOG++b
TürkentaubeStreptopelia decaoctoGB++b
ZaunkönigTroglodytes troglodytesG++b
ZilpzalpPhylloscopus collybitaG++b

Diese umfangreiche Auflistung umfasst ausschließlich Arten, die in Schleswig-Holstein nicht bzw. nur auf der Vorwarnliste (Star) der gefährdeten Arten stehen (RL SH 2021). Deutschlandweit gelten Feldsperling und Grauschnäpper als Arten der Vorwarnliste. Als „gefährdet“ sind bundesweit Hänfling und Star eingestuft (RL BRD 2021). Aufgrund der wenigen Gehölze und der geringen Größe des Plangebietes wird die tatsächliche Artenvielfalt deutlich geringer ausfallen als in der tabellarischen Potentialanalyse aufgeführt. Zudem sind vergleichsweise wenig Individuen zu erwarten.

Der Großteil der aufgeführten Arten ist von Gehölzbeständen abhängig (Gebüsch- oder Baumbrüter wie z.B. Amsel, Mönchsgrasmücke oder Ringeltaube). Auch für die Bodenbrüter (z.B. Rotkehlchen, Fitis oder Zilpzalp) sind Knicks und Gehölzstrukturen wichtige Teillebensräume. Generell stellt das aufgeführte Artengefüge sogenannte „Allerweltsarten“ dar, die in der Kulturlandschaft und am Rand von Siedlungsgebieten regelmäßig anzutreffen sind und eine hohe Bestandsdichte zeigen. Die vorkommenden Arten sind an die Nähe zum Menschen sowie die bisherigen Nutzungen im Plangebiet gewöhnt.

Sonstige streng geschützte Arten

Die Ausstattung des Planbereichs mit Lebensräumen lässt ein Vorkommen sonstiger streng geschützter Arten nicht erwarten.

Für den Nachtkerzenschwärmer (Proserpinus proserpina) fehlen die notwendigen Futterpflanzen (Nachtkerze, Weidenröschen, Blutweiderich), sodass Vorkommen auszuschließen sind. Zudem beschränkt sich das aktuelle Verbreitungsgebiet dieser Art vor allem auf den südlichen Landesteil, sodass keine Vorkommen in Dannewerk zu erwarten sind (BfN 2019).

Die totholzbewohnenden Käferarten Eremit (Osmoderma eremita) und Heldbock (Cerambyx cerdo) sind auf abgestorbene Gehölze als Lebensraum angewiesen. Die Gehölze innerhalb des Planbereichs sind für diese Arten ungeeignet. Wird außerdem die aktuell bekannte Verbreitungssituation berücksichtigt (BfN 2019), ist ein Vorkommen im Raum Dannewerk als unwahrscheinlich einzustufen.

Für streng geschützte Reptilien (z.B. Zauneidechse) liegen im Plangebiet keine geeigneten Lebensräume vor. Das Regenrückhaltebecken im nordwestlichen Plangebiet ist strukturarm gestaltet, wird intensiv gepflegt und unterliegt starken Wasserstandsschwankungen. Für streng geschützte Amphibien mit hohen Lebensraumansprüchen bietet das Gewässer keine Eignung. Streng geschützte Libellenarten, Fische, Weichtiere und der Schmalbindige Breitflügel-Tauchkäfer sind aufgrund fehlender geeigneter Gewässer im Planbereich auch auszuschließen.

Vorbelastungen für potentiell vorhandene Arten bestehen in Störungen durch die bislang regelmäßig durchgeführte Mahd der Wiese und die insbesondere in den Sommermonaten erhöhte Nutzung des Parkplatzes sowie der öffentlichen Sport- und Freizeitfläche. Es ist insgesamt von einer geringen Empfindlichkeit der potentiell vorkommenden Tierarten auszugehen.

Prognose bei Nichtdurchführung der Planung

Bei Nichtdurchführung der Planung würde der Parkplatz in seiner jetzigen Form fortgenutzt werden. Die Wiese bliebe erhalten. Beeinträchtigungen der vorhandenen Bäume blieben aus. Vorhandene Lebensräume blieben unverändert.

Auswirkung der Planung

Die Gehölze im Plangebiet bieten geeignete Lebensräume für heimische Brutvögel. In den stärken Bäumen entlang des Parkplatzes können außerdem Tagverstecke von Fledermäusen nicht endgültig ausgeschlossen werden. Eingriffe in die Gehölzstrukturen sind im Zuge der Planung nicht vorgesehen, sodass die dort befindlichen Lebensräume erhalten werden können. Da die überplanten Flächen bereits als Parkplatz bzw. Freizeitfläche der Gemeinde genutzt werden, sind die zu erwartenden Arten an die räumliche Nähe zum Menschen und die damit verbundenen Störungen gewöhnt. Mit einer Verschiebung des Artenspektrums ist daher nicht zu rechnen. Ein Eintreten von Verbotstatbeständen gem. § 44 Abs. 1 BNatSchG erfolgt nicht.

Das Plangebiet hat aufgrund der tatsächlichen Nutzung eine allgemeine Bedeutung für das Schutzgut Tiere. Geeignete Lebensräume bieten die Sträucher und Bäume. Gehölzrodungen sind nicht vorgesehen. Ein Eintreten von Verbotstatbeständen gem. § 44 BNatSchG erfolgt nicht. Die Erheblichkeit des Eingriffs für das Schutzgut Tiere wird insgesamt als gering eingestuft.

2.1.3 Schutzgut Fläche

Derzeitiger Zustand

Das westliche Plangebiet wird bereits als Parkplatz, u.a. für das Danewerkmuseum und die Freiwillige Feuerwehr, genutzt. Der Parkplatz ist gepflastert angelegt. Das östliche Plangebiet dient der Gemeinde Dannewerk als Sport- und Freizeitfläche. Im Norden der überplanten Wiese sind derzeit Container aufgestellt, in denen die Ausstellung des Danewerkmuseums während der Neubauarbeiten untergebracht und zugänglich ist.

Prognose bei Nichtdurchführung der Planung

Bei Nichtdurchführung der Planung würden die bisherigen Flächennutzungen fortgeführt. Der Parkplatz würde nicht erweitert. Die Wiese würde unversiegelt bleiben.

Auswirkung der Planung

Als ein Ziel der Bauleitplanung ist die Erweiterung des Parkplatzes in Richtung Osten vorgesehen, um künftig ausreichend Parkplätze für die Besucher des Danewerkmuseums zur Verfügung stellen zu können und Engpässe auch im Hinblick auf die teilweise Mitnutzung des Parkplatzes durch die Feuerwehr zu vermeiden. Im Zuge der Neubauarbeiten des Museums westlich des Ochsenweges (B-Plan Nr. 4) sind die ehemaligen Parkplätze unmittelbar am Museumsgebäude entfallen. Zudem wird nach der Modernisierung des Museums und der Erweiterung des Archäologischen Parks mit einer steigenden Besucherzahl gerechnet. Für die Feuerwehr sollen künftig separate Parkplätze ausgewiesen werden.

Weiterhin ist im Plangebiet die Errichtung eines Kiosks und öffentlicher Toiletten geplant. Für diese baulichen Maßnahmen wird die bislang unversiegelte Wiese überbaut werden. Eine Nutzung für gemeindliche Sport- und Freizeitveranstaltungen ist in dem überplanten Teil der Wiese künftig nicht mehr möglich. Südlich und südöstlich außerhalb verbleiben jedoch Teile der Wiese, die weiterhin für gemeindliche Veranstaltungen oder als Bolzplatz nutzbar sind.

Der im Plangebiet verursachte Flächenverlust ist in der qualitativen und quantitativen Aufwertung des Angebots rund um die Welterbestätte Danewerk begründet und an dieser Stelle nicht vermeidbar.

Größe des Geltungsbereiches ca. 7.310 m²

Verlust bislang unversiegelter Fläche ca. 2.980 m²

Die Auswirkungen auf das Schutzgut Fläche sind mit einer mittleren Erheblichkeit zu bewerten, da eine bislang unversiegelte Wiese für die Planung beansprucht wird. Der Flächenverlust ist in einem Gesamtkonzept zur Aufwertung der Welterbestätte Danewerk als touristische Destination begründet und an dieser Stelle nicht vermeidbar.