94. Änd. des Flächennutzungsplanes "Bahnhofstraße an der Hauptpost" und den Bebauungsplan "Hauptpost" (Nr. 303)

Flensburg
Öffentliche Auslegung
Stadt Flensburg
Zur Belebung des Bahnhofumfeldes soll auf dem Gelände der Hauptpost an der Bahnhofstraße die gewerbliche Nutzung ausgebaut und südlich anschließend ein Hotel sowie ein Parkhaus errichtet werden.
Ansprechpartner für Bürger
Herr Martin Löwe
Tel. 0461 - 85 41 83
Stadtplanung@flensburg.de

Starten Sie hier Ihre Stellung­nahme.

Eine angefangene Stellungnahme können Sie hier wiederfinden und bearbeiten.

Ort markieren

Aktivieren Sie diese Funktion und klicken Sie an einen beliebigen Punkt in der Karte, um den Ort zu Ihrer Stellungnahme zu speichern.

Melden Sie sich an, um eigene Einzeichnungen in der Karte vorzunehmen.

Ihr Ort wurde markiert

___content___

Fehler

___content___

___title___

___title___

___content___

Die Planungsdokumente sind in Kapitel gegliedert. Sie können zu den Kapiteln der Dokumente einzelne Stellungnahmen verfassen. Ihre Stellungnahme wird dem jeweiligen Kapitel automatisch zugeordnet.

Ergänzende Unterlagen

Hier sehen Sie die Stellungnahmen, die von Beteiligten zu diesem Verfahren eingereicht und zur Veröffentlichung freigegeben wurden, nachdem der Verfahrensträger dem zugestimmt hat.

Stellungnahme #1061

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Hiermit möchte ich meine Einwände gegen das geplante Bauprojekt Bahnhofshotel mit Parkhaus

  • Bebauungsplan Nr. 303 "Hauptpost " und  Änd. des Flächennutzungsplanes "Bahnhofstraße an der Hauptpost"

mitteilen.

WENN MÖGLICH BITTE WENDEN – RICHTUNG ZUKUNFT

Seit November 2018 nehme ich mehr oder weniger aktiv Teil in der Debatte um das Bauvorhaben.

Bin sehr interessiert an Stadtgeschichte und somit auch an Naturdenkmäler wie jenes, welches sich am Bahnhofshang befindet.

Mitarbeiter der Stadt und einige Flensburger PolitikerInnen haben immer wieder die Geduld aufgebracht, Kritisierenden wie mir den Hinweis zu geben, dass die Phase der aktiven Bürgerbeteiligung am Planverfahren ganz nach Vorschrift stattfinden wird und sich hier niemand übergangen fühlen sollte.

Und da sind wir nun.

Ein millionenschweres Bauvorhaben ist längst in trockenen Tüchern, aber ich als Bürgerin darf es jetzt vor der Durchführung nochmal kommentieren. Aufregendes Gefühl. Bemerkenswert, wie das organisiert ist mit der Bürgerbeteiligung in Flensburg.

Deshalb wäre das eigentlich schon eine kleine Abhandlung wert, die Öffentlichkeitsbeteiligung bei diesem Bauvorhaben.

Aber das kommt ein andern mal.

Wie in der – m.M. nach sehr lesenwerten- Stellungnahme #1019 möchte ich es auch vorwegnehmen : die unter den ökologischen Gesichtspunkten vorgebrachten Einwände sind in vorangegangenen Stellungnahmen bereits sehr gut erläutert und ich schliesse mich diesen uneingeschränkt an.

Mir persönlich liegen diese auch am meisten am Herzen.

Nur ist es aber eben gerade dieser Themenkomplex, welcher im Flensburger Rathaus einen -beschämend rückständig- geringen Stellen-wert hat. Was zu einem Wortspiel einlädt, denn die untere Naturschutzbehörde ist der Stadt Flensburg personell gerade mal zwei (!) Stellen wert.

(als Vergleich ; für die Stadt Neumünster z.B. arbeiten vier Menschen in der UNB)

Wären da  z.B. noch die verkehrstechnischen Argumente. Natürlich ist es gut, den Pendlern das Überwechseln auf den Bahnverkehr zu erleichtern. Aber doch auf keinen Fall so ! Verkehrskonzept konzeptlos. Mehr Parkplätze in der Innenstadt sind ein Rückschritt.

Ein Parkhaus oben an der Schleswiger Strasse, das hätte die Bezeichnung Konzept verdient. Die ständig vorgebrachten lahmen Argumente wie z.B. die Grundstücke dort befänden sich alle in Privatbesitz, das wäre hinreichend geprüft und abgehakt, zeugt m.M. vor allem von einem; es war eben Niemandem die Mühe wert. Natürlich hat die Politik einen eingeschränkten Handlungsspielraum, aber dadurch lässt sich nicht entschuldigen, dass LANGFRISTIG gewünschte Entwicklungen (wie z.B. die Umsetzung eines nachhaltigen Verkehrtskonzeptes) nicht vorrausschauend den Weg bereitet werden (wie z.B. das rechtzeitige erwerben von Grund wie jener, wo einst die Aral-Tankstelle stand).

Für eine Umgehungsstrasse wiederum kann man einen Privatperson enteignen. Wehe derer, die dem Autombilverkehr im Wege stehen.

Woher kommt eigentlich diese "Religion" ?

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auf den hervorragenden Artikel „die männliche Stadt" verweisen.

aktuell bei Zeit Online. Die Autorin darf hier ja nicht genannt werden. Der Gender-Aspekt im alteingesessenen Verkehrskonzept, welches sich bereits in den 50 er Jahren entwickelte, wird darin sehr gut erklärt.

Das Geschick dieser Stadt liegt scheinbar immer noch überwiegend in den Händen von Menschen, welche die Entwicklung der letzten 20- 30 Jahre nicht mehr so recht mitmachen konnten oder wollten.

Die Ratsversammlung vom 27.06.2019 ist (wie alle Ratsversammlungen) ebenfalls online anzusehen. Vielsagend.

Politik ist die Kunst des Möglichen - unsere Politiker sind natürlich nicht allein verantwortlich dafür dass hier solche Bauvorhaben in dieser Weise durchgeführt werden können. WIR müssen der Politik auch deutlich machen, wohin sich unsere Stadt entwickeln soll. Und wohin NICHT.

Was möglich ist oder was nicht kann dann nochmal anders aussehen.

Denn Städtebau , Verkehrskonzepte, Vermittlung von diversen Interessen, das Budget (Hey, aber wir kriegen das Parkhaus dort umsonst !!! Ein Schnäppchen. Nur eine Grünfläche muss dafür weg...), dazu jetzt noch das – emotionale wie inhaltliche- Verarbeiten all dieser neuen Informationen zum Umwelt/Klimaschutz. Es scheint einige eiskalt zu erwischen. (Huch was soll das denn jetzt ? Können wir das irgendwie aussitzen ...?)

All das ist ganz schön viel Stoff für die Mehrzahl der Menschen , die hier offiziell die Ansprechpartner/Entscheidungsträger sind. Und deshalb nutze ich meine Möglichkeit zur „Stellungnahme“ so, wie sie mir am sinnvollsten erscheint ; für einen Aufruf an Alle ;

HILFE !

Städtebau und Stadtentwicklung in Flensburg braucht dringend EURE Beteiligung !  Überlasst die Organisation,Verteilung und Beplanung der Flächen nicht einigen Wenigen ! Die können es nur von Ihrem eigenen Tellerand aus tun. Dafür ist unser gemeinsamer Lebensraum viel zu schade. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Der neue Flächennutzungsplan der Stadt ist noch nicht festgelegt.

… denn was sonst dabei herauskommt, dafür ist m.M. der B-Plan 303 ein gelungenes Paradebeispiel.

Es liesse sich noch viele Punkte nennen, die gegen die aktuelle Planung sprechen, aber...

-wenn in Abhandlungen des städtischen Sanierungsträgers der Begriff „Blockrandbebauung“ ernsthaft im Sinne von „hey, das ist voll modern" stolz vor sich hergetragen wird,

-wenn in der Vorstellung von Fraktionsmitgliedern der grösseren Parteien das Verkehrskonzept der Zukunft so aussieht, dass nicht etwa genauso viel Autos, sondern sogar mehr als jetzt durch die Stadt rasen werden, nur mit anderem Antrieb

-oder wenn ein weiterer null-acht-fuffzehn Quadratbau einer Hotelkette (bitte gebt mal „Intercity-Hotel“ in die Bildersuche ein) in der Städteplanung Flensburgs als „Meilenstein“ bezeichnet wird, der zukünftig bei Bahnfahrenden ein "modernes Feeling" beim Verlassen des Bahnhofes hervorrufen soll,

- wenn die Frage ob 140 jährige Bäume, als Lebewesen von einer so anderen Art als wir es sind (mal ganz abgesehen von ihrem unmittelbaren Nutzen FÜR uns), VON uns vielleicht grundsätzlich so etwas wie RESPEKT entgegengebracht werden sollte, als völlig realitätsfern empfunden wird, als Spinnkram

wo fängt man da an, wo hört man auf ? Das sind meterdicke Mauern in Zementköpfen.

Ich konnte die letzten Wochen nur feststellen, wie schwer es mir fällt, meine Zeit dafür zu opfern, in mühevoller Kleinstarbeit den Versuch zu machen,hier SACHLICH zu erläutern, warum so ein Bauvorhaben m.M. eigentlich Niemandem nützt, erfreut, ernährt oder entwickelt.'

-ausser jenen, die bauen. Und vielleicht noch Jene, die mit Jenen segeln jehen...?

Der Bahnverkehr lässt sich gelungener fördern. Die zusätzlichen Geschäftreisenden, die sich im Wellness-Bereich des Hotels dort bald ihre angespannten Manager-Nacken massieren lassen können, sind die Grünfläche ganz sicher nicht wert.

Der Automobilverkehr ist aus der Stadt heraus zu holen, nicht hinein.

Fördert den ÖPNV - und der zugeparkte Bahnhof wird Geschichte sein. Da stehen viele die garnicht Bahnfahren wollen.

Und nun schliesse ich ganz unsachlich mit dem Zitieren eines zeitlosen Punkrockssongs,

älter als meine Wenigkeit,

von

HASS

(1981)

Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her



Beton muss her, Beton muss her
Hier fahren bald viele Autos her
Hier führen in kürze Straßen lang
Riesenparkplatz, Bremsprüfstand

Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Apartmenthäuser, immer mehr
Reißt ab die alten Buden
Saniert mit Grau die guten Stuben

Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Der Mischer ist schon wieder leer
Da vorne ist noch grün zu sehen
Das soll im Grau bald untergehen

Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her

Beton muss her, Beton muss her
Die Luft zum atmen gibt's nicht mehr
Gut 20 Stockwerke hoch hinauf
Hier wird nicht nur das Land verkauft

Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her

...

hochachtungsvoll,

H. Kalkutschke

Stellungnahme #1060

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Hiermit erhebe ich Einspruch gegen den Bebauungsplan Nr. 303 („Hauptpost“) und fordere weiterhin entsprechende Stellungnahmen zu allen unten aufgeführten Punkten.

Da in dem betroffenen Waldstück nur die größten Bäume in der Planung als zu fällender Baumbestand berücksichtigt wurden, und der Verdacht naheliegt, dass weitere zu berücksichtigende Bäume unterschlagen wurden, sind nicht nur allein die im Bauplan angegebenen Bäume von einer Fällung betroffen, sondern auch ein zusätzlich Vielfaches an jüngeren Bäumen, die sich schon erheblich größer und kräftiger als entsprechend geeignete Bäume zur Ersatzpflanzung zeigen. Somit ist bei einer bisher geplanten Ersatzpflanzung von 1:4 hier von einem reel deutlich niedrigeren, bis hin zu negativem Verhältnis von gefällten Bäumen zur geplanten Ersatzpflanzung auszugehen.

Ausserdem ist zu Berücksichtigen, dass sämtliche Neupflanzungen unter den zu erwartenden Wetterextremen wie Hitze, Stürmen und Dauerregen nur schwer anwachsen und gedeihen. Hier ist also weder zu erwarten, noch zu garantieren, dass in den nächsten 30 Jahren ein nur annähernd gleichwertiger Ersatz zu den bis dahin gefällten Bäumen entstehen wird.

Bis dahin (2050) hat die Stadt Flensburg Klimaneutralität versprochen, was unter anderem nur über eine radikale Verkehrswende und eine Autofreie Innenstadt zu ermöglichen wäre.

Sprich der Bau eines Parkhauses in Form eines Klotzes aus besonders C02 intensiven Betons, mit der verhältnismäßig kurzen, wahrscheinlich maximalen Nutzungsdauer von weniger als 30 Jahren, wird ein wertvolles Waldstück verdrängen, welches sich schon tlw. ein vier- bis fünffaches dieser Zeit positiv auf unser Klima ausgewirkt hat und noch weiter positiv auswirken würde. Werden diese Bäume gefällt, so können sie nicht nur, kein weiteres C02 binden, sondern sie setzen bis zu 140 Jahre eingespartes C02 wieder frei und belasten das Klima Zusätzlich.

Um dieses mit einer Ersatzpflanzung zu kompensieren, benötig es einen vielfach höheren Faktor der Ersatzpflanzung.

Jedoch können weder diese Ersatzpflanzungen unter genannten Vorraussetzungen die aktuelle Qualität dieses wertvollen Habitats erreichen, noch kann der Bau eines Parkhauses, auch wenn er ein paar Menschen mehr mit der Bahn fahren lassen würde, jemals eine positivere C02 Bilanz und den angepriesenen positiven Effekt auf das Stadt- und Weltklima erreichen, wie es dieser Wald in seinem jetzigem Zustand schafft.

Somit ist jedes Argument der Klimafreundlichkeit dieses Bauvorhabens ein Akt von grüner Augenwischerei und entspricht einem Täuschungsversuch und ist jenseits jedes versprochenen angeblichen Nachhaltigkeitsgedanken seitens der stadt und Investoren.

Sie haben den Klimanotstand abgelehnt, weil Sie sich schon seit mehr als einem Jahrzent für außerordentlich bemüht und vorbildlich in Sachen Klimaschutz betrachten, so werden Sie bitte diesem Anspruch auch gerecht und übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Versprechen.

Desweiteren stellen sich mir die Fragen:

Wer wird die Ersatzpflanzungen überprüfen?

Wer wird die Kosten für die nötige Bewässerung in den Dürreperioden der nächsten Jahre, bis sich ein stabiles, ausreichend tiefes Wurzelwerk gebildet hat übernehmen?

Für wieviele Jahre sind die Neupflanzungen bindend vor Bauvorhaben geschützt, wenn noch nicht einmal Jahrhundertalten Bäume und Naturdenkmälern sicher geschützt sind?

Was wird in 30 Jahren, wenn eine unumgänglich autofreie Innenstadt realisiert wurde, mit dem gigantischen Betonbau geschehen?

Warum wurde nicht schon ab Planungsbeginn mit Ersatzpflanzungen begonnen, um sich für einen möglichst hochwertigen Esatz verantwortlich zu zeigen?

Außerdem schließe ich mich folgenden Zitaten an und wünsche mir hierzu auch eine sorgfältige Stellungnahme:

Ich bin ausdrücklich für den ganzheitlichen Erhalt des Bahnhofswaldes in Flensburg.

Begründung:

In Zeiten wo sich 1.4 Millionen Menschen für deutlich mehr Klima- und Artenschutz mobilisieren und zum demonstrieren auf die Straßen gehen (zu junge, zu alte, Menschen die auf barrierefreiheit angewiesen sind, Menschen die Freitags keine Zeit haben – noch nicht einmal mit dabei), wird in Flensburg über die Entfernung von Bestandsbäumen und somit auch natürliche Lebensgrundlage für viele weitere Lebewesen, auch Kleinstlebewesen, diskutiert. Dies ist inakzeptabel und zeichnet ein trauriges Bild, wie mit den Anliegen und Prioritäten der Bürger und der Gesellschaft allgemein umgegangen wird.

Neben den Argumentationen von den weiteren Einwendungen hier, denen ich mich nur anschließen kann, möchte ich im Folgenden noch selbst auf einige Gründe eingehen.

Fehlerhafte Datengrundlage

Das Gutachten bzw. der Plan zum „Eingriff in den Baumbestand“ basiert auf fehlerhaften Daten.

Bei einer Begehung der Bahnhofsstraße kann bereits zweifelslos, nur anhand der Bäume am Hang zwischen Bahnhofsstraße und dem Mitarbeiterparkplatz der Hauptpost, festgestellt werden, dass sich jahrzehntealte Bäume im Gebiet der geplanten Voll- und Teilversiegelungen befinden, die schlichtweg nicht im Plan verzeichnet und somit nicht berücksichtigt wurden. Es kann von daher nicht davon ausgegangen werden, dass die Pläne und etwaige Gutachten, welche die gleiche Datenbasis verwenden, korrekt sind. Im besten Fall wurde hier auf veraltete Daten aus dem Baumkataster zurückgegriffen ohne eine aktuelle Bestandsaufnahme getätigt zu haben. Im schlimmsten Falle handelt es sich um eine beabsichtigte Täuschung gegenüber dem Flensburger Stadtrats und der Flensburger Bürger. In jedem Fall wurde hier eindeutig nicht die nötige Sorgfalt und Transparenz für ein derartiges Vorhaben an den Tag erbracht.

Ich bitte die Stadt Flensburg daher auf noch einmal eine aktuelle Bestandsaufnahme von den Betroffenen Flächen anzufertigen (insbesondere des Baumbestands) und mit bisher verfügbaren Plänen abzugleichen und die Unterschiede zu kommunizieren.

Luftqualität Kühlwirkung für die Senke Richtung Förde

Der Bahnhofswald hat durch seine erhöhte Stellung im Vergleich zur Innenstadt eine kühlende Wirkung auf eben diese, als auch auf die Bahnhofsstraße selbst. Dies wertet die Luftqualität ungemein auf.

Biotop- und Artenschutz

Neben den Bäumen selbst würden durch das geplante Bauvorhaben auch Tiere vertrieben und deren Lebensgrundlage geraubt. Hierrunter befinden sich sowohl die bereits häufig angeführten Fledermäuse als auch Vogelarten und in den Bäumen und dem Unterholz lebende Insekten, Reptilien und Nagetiere.

Wiederfreisetzen bereits entnommenen Kohlenstoff(dioxid)s

Bäume binden bekanntermaßen den Kohlenstoff des aus der Atmosphäre entnommenen Kohlenstoffdioxids und stoßen den Sauerstoff aus. Bei Oxidation, z. B. durch Verbrennen, wird der Kohlenstoff wieder als Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt. Dies gilt es in Zeiten der Klimakrise, auch im vermeintlich kleinen Umfang, zu vermeiden.

Irreführende Argumentation bzgl. Umweltschutz durch Bahhofsnähe

Die Argumentation bezüglich der Nähe eines Hotels zum Bahnhof und die Unterstüzung von Umweltschonenden Programmen (wie beispielsweise Park & Ride hierdurch) sind zu einfach gedacht und irreführend. Tatsächlich führt die zur Verfügungstellung von öffentlichen Personenverkehrsmitteln zu einer erhöhten Nutzung dieser, nicht aber der Ausbau von Zubringerinfrastruktur des motorisierten Individualverkehrs. Ein (idealerweise auch innovativer), Ausbau und eine erhöhte Taktung des lokalen und regionalen ÖPNV (*insbesondere* für die umliegenden Ortschaften, bei denen die ÖPNV Takung katastrophale Ausmaße annimmt) wäre hier eine weitaus wirksamere Möglichkeit. Dieses Argument ist daher abzulehnen oder ggf. entsprechend im Vorgeld auf seine Wirksamkeit zu prüfen.

Unzureichende Ersatzpflanzungen

Die angestrebten Ersatzpflanzungen von 1:4 sind auf verschiedene Arten unzureichend.

  • Jahrzehnte alte Bestandsbäume lassen sich schlichtweg nicht durch die vierfache Anzahl Jungbäume ersetzen. Auch in den nächsten 10 Jahren haben diese nicht die Größe und Klimawirkung erreicht.

  • Weiterhin sollten derartige Vorhaben entsprechend verpflichtend und bindend festgeschrieben werden, d.h. wo finden die Ersatzpflanzungen statt? Welche Baumarten werden gepflanzt? Kann die Pflege dieser für die ersten Jahre garantiert werden?

  • Während einige Vorhaben Bäume in den Tausenden pflanzen, erscheint das Verhältnis von 1:4 geradezu lächerlich.

Ästhetik & Entspannung

Eine grüne Waldfläche und Bäume sind subjektiv deutlich schöner und entspannender als ein Hotelbau und/oder Parkflächen, die mit motorisierten Vehikeln zugestellt sind. Desweiteren ist es einer der ersten Eindrücke, die mit der Bahn Anreisende Gäste von der Stadt Flensburg erhalten. Daran ändert auch eine Fassade aus Bäumen, die als „Alibi“ vor den Bau geplant wurde nichts.

PS: Die Interaktive Karte für den Ortsbezug funktioniert nicht. Der Ortsbezug ist, offensichtlich, der Bahnhofswald in Flensburg.“


---

Der Bahnhofswald ist ein wichtiger Frischluftlieferant gerade entlang der extrem stark befahrenen Schleswiger Straße. Der geplante Bau würde diese Frischluftschneise verschließen. M.E. ist es mit dem Klimapakt, den die Stadt Flensburg für ein besseres Klima beschlossen hat, und den die Stadtverwaltung mit Plakaten und Beschriftungen auf Bussen und Gebäuden so gefällig anpreist, in keiner Weise vereinbar. Parkhäuser schaffen kein besseres Klima; sie sorgen für stärkere Luftverschmutzung durch vermehrten Autoverkehr.

Bisher hat die Stadt Flensburg das bestehende Hanggutachten nicht veröffentlicht. Warum nicht? Immer wieder sind in der Stadt Flensburg durch Baumaßnahmen und Baumfällungen Hänge zum Abrutschen gebracht worden und bestehende Gebäude gefährdet worden: Durch den Bau des Postgebäudes sackte der Fußweg an der Schleswiger Straße in Höhe Martinsberg ab, es gab einen erheblichen Hangrutsch in der Nähe des Ostseebads nach Baumfällungen… viele weitere Beispiele ließen sich anführen. Im Fall des Bahnhofswaldes kommen noch die ständigen Erschütterungen durch den Verkehr auf der Schleswiger Straße als besonderes Belastungselement des Hanges hinzu.

Ich fordere deshalb die Stadtverwaltung auf, das Hanggutachten umgehend zu veröffentlichen. Anderenfalls ist eine Einschätzung der Gefährdungslage des Hanges durch die geplanten Baumaßnahmen überhaupt nicht möglich.

Angesichts der bereits bestehenden menschengemachten Klimaerwärmung und den daraus resultierenden katastrophalen Folgen, angesichts des weltweiten Artensterbens wegen der ständig kleiner werden Lebensräume vieler Pflanzen und Tiere macht es mich fassungslos, dass die Ratsversammlung Flensburgs ein Bauvorhaben auf den Weg bringen will, das geltendes Recht zum Artenschutz ignoriert und bestehende Wohngebäude mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gefährdet.

1 Öffentliches Interesse am Schutz des bewaldeten Hanges an der Schleswiger Straße überwiegt

Immer wieder wird das „öffentliche Interesse“ oder „Gemeinwohl“ am Bau des Hotels und des Parkhauses am Carlisle-Park als Rechtfertigung für den erheblichen Eingriff in den geschützen Waldbereich am Hang der Schleswiger Straße aufgeführt. Dabei beschränkt sich das öffentliche Interesse am Bau des Hotels auf erhoffte Gewerbesteuereinnahmen, von denen gar nicht sicher ist, ob sie tatsächlich realisiert werden können. Die Proteste gegen das Bauprojekt und die zahlreichen schriftlichen Einwände zeigen, dass das öffentliche Interesse am Erhalt der Bäume deutlich überwiegt. Auch steht die geschätze Höhe der erhofften Gewerbesteuereinnamhen in keinem angemessenen Verhältnis zum Eingriff in die Natur und die sensible Hanglage mit der Folge einer möglichen Gefährdung der Nachbarbebauung.

2. Waldentwidmung: Mangelnde Berücksichtigung von alternativen Umsetzungsmöglichkeiten

Zitat aus dem veröffentlichten Schreiben des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume vom 14.01.2019:

Derjenige, der eine Waldumwandlung beabsichtigt, muss daher ein besonderes, über das allgemeine wirtschaftliche Interesse hinausgehendes Interesse an der Waldumwandlung vorweisen können. Die Träger öffentlicher Vorhaben haben bei Planungen und Maßnahmen, die eine Inanspruchnahme von Waldflächen vorsehen oder die in ihren Auswirkungen Waldflächen betreffen können, die Funktionen des Waldes nach § 1 Abs. 2 Nr. 1 LwaldG angemessen zu berücksichtigen; sie sollen Wald nur in Anspruch nehmen, soweit der Planungszweck nicht auf anderen Flächen verwirklicht werden kann.“

Die bisherigen Darstellungen der Verwaltung zeigen, dass mittelfristig das gesamte Grundstück der Hauptpost neu gestaltet werden soll. U.a. wurde bekanntgegeben, dass hier Platz für einen Nahversorger geschaffen werden soll. Es ist also davon auszugehen, dass das unansehnliche Hauptpostgebäude mittelfristig abgerissen werden wird. Es besteht auf dem ausgesprochen großen Grundstück daher die Möglichkeit, eine Neubebauung mit einem kombinierten Baukörper aus Hotel und Nahversorger zu realisieren. Dies korrespondiert sogar ideal mit der kürzlich getroffenen Entscheidung, dass bei Planungsvorhaben zum Neubau bzw. Umbau von Nahversorgungszentren eingeschossige Verkaufsräume immer mit einem oder mehreren Geschossen für eine zusätzliche Nutzung überbaut werden sollen (vgl. RV-116/2019).

Es wird deutlich, dass die angestrebte Bebauung mit Hotel und auch Parkhaus auf dem gleichen Grundstück verwirklicht werden könnte, ohne dass ein Eingriff in den bewaldeten Hang notwendig würde. Einer Entwidmung des Waldes stehen also m.E. gesetzliche Vorgaben entgegen.

Hier darf auch ein bestehender Mietvertrag mit den Mietern des Hauptpostgebäudes kein Ausschlusskriterium sein. Der Bedarf an Hotelbetten ist in Flensburg nicht so gewaltig, dass nicht zugunsten des Naturschutzes und im öffentlichen Interesse ein paar Jahre auf die Umsetzung dieses Hotelbaus gewartet werden könnte.

Der Ratsversammlung der Stadt Flensburg ist die o.g. Alternative von der Verwaltung nicht oder nicht ausreichend aufgezeigt worden, obwohl grundsätzlich erwünscht ist, dass Beschlussvorlagen auch Alternativenbetrachtungen beinhalten. Ich schlage daher vor, dass der Ratsversammlung möglichst bald eine Alternative zum B-Plan 303 in seiner jetzigen Fassung zur Beschlussfassung vorgelegt wird, die einen ausreichenden Abstand zu den Waldflächen vorsieht und ohne neue Flächenversiegelungen auskommt.

3. Parkplatzgebühren in öffentliche Hand

Zum geplanten Parkhaus: Für mich ist unverständlich, warum die Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung einem privaten Investoren überlassen werden. Die Investoren könnten aus einer Monopolstellung (öffentliche Parkflächen im Bahnhofsumfeld sollen ganz oder teilweise wegfallen) heraus die Preise für das Parken diktieren, ohne dass die Stadt einen Einfluss darauf hätte. Betroffen wären zu einem großen Teil Berufspendler, die keine andere Wahl haben als im privaten Parkhaus zu parken. Die Stadt sollte daher auf den vorhandenen städtischen Flächen am Carlisle-Park selbst ein Parkhaus errichten. Bei der schlechten Haushaltslage der Stadt scheint es mir zudem geboten, die Erträge aus Parkgebühren für die Stadt zu sichern.“


---

Mobilität

Als Begründung für den Bau eines Parkhauses in Bahnhofsnähe wird eine daraus resultierende Mehrnutzung des Bahnverkehrs herangeführt. Nur ist dieses Konzept für uns nicht schlüssig, da die Nutzung des Parkhauses eine Gebührenabgabe fordert. Somit entstehen für Bahnreisende noch zusätzliche Kosten zum Bahnticket, wenn sie die zukünftige Möglichkeit nutzen würden. Auch ist der Gedanke, die kostenlosen Parkflächen am Bahnhof aufgrund der Existenz eines Parkhauses zu entfernen, selbsterklärend zusätzlich nicht förderlich für die Nutzung des Bahnverkehrs. Die Vermeidung von Mehrkosten ist leider einer der Hauptgründe für die Nutzung eines PKWs. Somit fehlt in der Begründung zum Bau des Parkhauses ein wirklich treffendes Konzept, um die Nutzung des Bahnverkehrs zu erhöhen. Wir befürchten sogar, dass ein zusätzliches Parkhaus in Flensburg den innerstädtischen Verkehr erhöhen wird, da ein kostenpflichtiges Parkhaus vorwiegend nur von kurzzeitigen Stadtbesucher*innen genutzt werden würde. Somit fördert die Planung ein Mobilitätskonzept, welches in den nächsten Jahren keinen Bestand haben wird, somit ist der Bau eines kostenpflichtigen Parkhauses nicht zielführend für eine klimafreundliche zukünftige Mobilität.

 Artenschutz

Das biologische Gutachten spricht vom Nachweis von vier streng geschützten Fledermausarten, welche hohen rechtlichen Schutz genießen. (§7 BnatSchG)

§44 BnatSchG

Es ist verboten, ... – (2) wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während er Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs-, und die Wanderungszeiten erheblich zu stören; Eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert.“

Der Bau eines Parkhauses und Hotels in der geplanten Größenordnung ist wohl zweifelsfrei eine erhebliche Störung nach dem Bundesnaturschutzgesetz, zumal auch der massive Eingriff in ihren Lebensraum durch die Rodung der Bäume stattfinden soll. Zusätzlich stehen zwei der nachgewiesenen Fledermausarten, die Rauhhautfledermaus und die Breitfügelfledermaus, auf der Roten Liste der in Schleswig-Holstein gefährdeten  Arten.

Das Fledermausgutachten kommt außerdem zu dem Schluss:

Punkt 5.

Das Plangebiet hat eine lokal bedeutsame ökologische Funktion für Fledermäuse und stellt innerhalb der Stadt Flensburg mit vier nachgewiesenen Arten ein schützenswertes Habitat dar.

Die Planung sieht eine Rodung von 60 Bäumen laut Baumregister vor. Dass dadurch der Schutz des Habitats Beachtung findet, erschließt sich uns nicht und ist unserer Auffassung nach ein Verstoß gegen geltendes Recht. Auch die laut Planungsunterlagen vorgesehene Umwandlung des Habitats in eine begehbare Parkanlage, in der dann das für das Habitat wichtige Totholz entfernt werden würde, ist ein schwerwiegender Eingriff. Totholzvorrat und -qualität sind die zentrale Grundlage für den Erhalt der Biodiversität in Wäldern.Außerdem haben gerade ältere Bäume oder Bäume mit verschiedenen Strukturen durch Rinden-, Stamm- und Kronenschäden noch einen besonderen ökologischen Wert. Sie bilden Kleinstlebensräume (Mikrohabitate) für zahlreiche höchst unterschiedliche Lebewesen und tragen somit maßgeblich zur Erhöhung der biologischen Vielfalt bei. Einige der Bäume im Bahnhofswald weisen genau diese Eigenschaften auf. Allerdings würden diese nach aktueller Planung wegen Sicherheitsbedenken gefällt werden, obwohl dieses schon eine gravierende Veränderung in das schützenswerte Habitat wäre. Auch haben wir Bedenken zur Vollständigkeit des Fledermausgutachtens in Bezug auf die Betrachtung der Lichtemissionen zum Gesamtprojekt. Zwar gibt es eine Aussage im ergänzenden Fledermausgutachten, wonach das geplante Parkhaus die Lichtemissionen vom Fuhrbetrieb der Post abschatten kann, doch neben dem Wald soll nach Vorstellung der Planung ein siebenstöckiges Hotel entstehen, welches aus den Fenstern in Kronenhöhe auf 86 m Breite eine nächtliche Belichtung verursachen würde, die somit eine viel größere Störung darstellt, als der derzeitige Fuhrbetrieb der Post. In den eingereichten Planungsunterlagen lassen sich hierfür keine Lösungen finden. Es hat sogar den Anschein, dass diese eintreffende Situation nicht bedacht wurde. Auch das Fledermaus-Gutachten erwähnt dieses Problem nicht. Im Artenschutz- Gutachten derselben Gutachter-Firma steht jedoch viel darüber, wie wichtig es ist, die unbeleuchtete Lebensraum-Qualität des Habitats zu erhalten, weil sonst „Verbotstatbestände“ aufträten:

Punkt 7.2

Eine Ausstrahlung in den verbleibenden Grüngürtel muss vermieden werden.“

Außerdem lässt sich der Vorteil der Beschattung gegenüber dem Postbetrieb laut dem gleichen Gutachten nicht mit der Fällung von Bäumen gegenrechnen.

Grundsätzlich möchten wir zum Abschluss dieses Teiles auf einen Leitfaden der FFHRichtlinie 92/43/EWG hinweisen, da diese die hohe rechtliche Bedeutung eines Habitats mit streng geschützten Lebewesen wiedergibt:

Leitfaden zum strengen Schutzsystem für Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse im

Rahmen der FFH-Richtlinie 92/43/EWG

Absichtliche Störung der in Anhang IV Buchstabe a) genannten Tierarten, insbesondere während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten (35) Gemäß Artikel 12 Absatz 1 Buchstabe b) ist die absichtliche Störung der in Anhang IV Buchstabe a) genannten Tierarten verboten, insbesondere während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten, in denen die Tiere potenziell besonders bedroht sind 67.

Darüber hinaus gilt dieses Verbot gemäß Artikel 12 Absatz 3 für alle Lebensstadien der betreffenden Tiere. II.3.2.a) Störung (36) Weder in Artikel 12 noch in Artikel 1 der Richtlinie 92/43/EWG wird der Begriff „Störung“ näher erläutert.

Der Leitfaden zu Artikel 668 enthält einige nützliche Informationen zu diesem Begriff in Bezug auf Habitate. Wendet man den Leitfaden der Kommissionsdienststellen auf Artikel 12 an, so lässt sich Folgendes feststellen:

(37) Auch wenn Störungen (z. B. Lärm, Lichtquelle) nicht unbedingt die körperliche Unversehrtheit von einzelnen Tieren direkt beeinträchtigen, so können sie sich doch indirekt nachteilig auf die Art auswirken (z. B. weil die Tiere sehr viel Energie aufwenden müssen, um zu fliehen. Wenn Fledermäuse z. B. im Winterschlaf gestört werden, heizen sie ihre Körpertemperatur hoch und fliegen davon, so dass sie aufgrund des hohen Energieverlustes weniger Chancen haben, den Winter zu überleben). Somit sind die Intensität, Dauer und Frequenz der Störungswiederholung entscheidende Parameter für die Beurteilung der Auswirkungen von Störungen auf eine Art. Verschiedene Arten sind unterschiedlich empfindlich oder reagieren unterschiedlich auf dieselbe Art von Störung, was bei jedem wirkungsvollen Schutzsystem zu berücksichtigen ist. Faktoren, die sich auf eine Art störend auswirken, verursachen für eine andere möglicherweise keine Störung. Auch kann die Empfindlichkeit einer Art saisonal oder in bestimmten Phasen ihres Lebenszyklus (z. B. während der Fortpflanzungszeit) schwanken. In Artikel 12 Absatz 1 Buchstabe b) wird dieser Möglichkeit Rechnung getragen und hervorgehoben, dass Störungen insbesondere während der störungsempfindlichen Phasen der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten zu verbieten sind. Ein artspezifischer Ansatz ist auch hier erforderlich, um den Begriff „Störung“ im Einzelnen zu definieren.

(48) Im Strafrecht wird zwischen vorsätzlichen/absichtlichen und unabsichtlichen Handlungen unterschieden. Mit dem Begriff „absichtlich“ werden auch Situationen abgedeckt, in denen eine Person die Folgen ihrer Handlung nicht direkt gewollt hat, aber den potenziellen Folgen ihrer Handlung hätte Rechnung tragen müssen. Dies zeigt deutlich, dass durch das Auslassen des Wortes „absichtlich“ unter Buchstabe d) unabsichtliche Handlungen, die Beschädigung oder Zerstörungen verursachen, in die Bestimmung ebenfalls einbezogen werden sollten. Hierdurch erhält diese Bestimmung eine besondere Bedeutung: Jede Form der Beschädigung oder Vernichtung von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten ist effektiv zu verbieten, d. h. zu vermeiden.

(54) Aus Artikel 12 Absatz 1 Buchstabe d) ergibt sich somit, dass die betreffenden Fortpflanzungs- und Ruhestätten auch dann zu schützen sind, wenn sie nicht ständig besetzt sind, aber die betreffenden Arten mit einigermaßen großer Wahrscheinlichkeit an diese Stätten zurückkehren werden.“


Klimaschutz

Bäume sind gerade in Zeiten des Klimawandels wichtige CO2 Speicher. Bis der Effekt der CO2-Speicherung der Ersatzplanzungen den jetzigen Umfang des Bahnhofswaldes erreicht, vergehen Jahrzehnte. Sowohl jetzt als auch in den nächsten Jahren besteht ein akuter Handlungsbedarf in der Klimapolitik in allen politischen Gremien, damit eine Verschlechterung des Weltklimas noch verhindert werden kann. Ebenfalls wurde die Bedeutung gerade von innerstädtischen Wäldern im Punkt Naturschutz und Artenvielfalt aktuell vom Bundesumweltministerium im Masterplan Stadtnatur hervorgehoben. Nachzulesen ist dies in einer Pressemitteilung des BUM vom 06.06.2019 und auf den Internetseiten des BUM und des BfN.

Bäume haben aus folgenden Gründen eine positive Wirkung für das Klima in einer

Innenstadt:

-Sie sorgen für eine wichtige CO2 Speicherung

-Sie produzieren Sauerstoff

-Sie dienen als Lärmschlucker und spenden Schatten

-Sie binden Feinstäube und andere Partikel und reinigen somit die Luft

-Sie regulieren über die Beeinflussung der Luftfeuchte ihre Umgebungstemperatur

Die Ersatzpflanzung im Verhältnis 1:4 ist grundsätzlich löblich, kann allerdings den positiven Effekt der existierenden Bäume auf das innerstädtische Kleinklima nicht ausgleichen, da sie am Stadtrand erfolgen soll. Ebenfalls steht dieses Vorgehen zum Klimapakt der Stadt Flensburg im Widerspruch.

Außerdem lässt sich zum Verhältnis der Ersatzpflanzung von 1:4 keine rechtlich verbindliche Vereinbarung zwischen der Stadt Flensburg und den Investoren finden.“

---

Ihr Vorhaben den Bahnhofswald fast vollständig oder auch nur teilweise abzuholzen, um ein Parkhaus und Edelhotel zu errichten, muss ich kategorisch ablehnen.

Die Fakten sind klar.

- Der über 100 Jahre alte Wald bildet eine grüne Lunge für die Innenstadt, ist Habitat von Tieren, darunter gefährdeten Fledermäusen, und die Bäume stabilisieren den Hang und die oberhalb gelegenen Häuser in der Schleswiger Straße.

- Mit einem Parkhaus angeblich Pendlern, die mit der Bahn zur Arbeit fahren, helfen zu wollen, ist ein holpriges Argument – Flensburg hat eine denkbar schlechte Bahnanbindung. Außerdem fahren die Busse des öffentlichen Nahverkehrs gut getaktet zum Bahnhof.

- Das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt und Bahnhofsnähe ist hoch genug. Wollen Sie wirklich mit einem Parkhaus noch mehr PKWs in die Innenstadt locken? Und wie passt das zum Klimapaket der Stadt Flensburg?

- Wenn Sie die Wirtschaft und den Tourismus in Flensburg ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen möchten, stehen Ihnen in der Innenstadt zahlreiche leerstehende Flächen und sanierungsbedürftige Gebäude zur Verfügung. Warum soll ein bewaldeter, schöner Steilhang am Bahnhof, der an einer Kopfsteinpflasterstraße liegt, zerstört werden für die klingelnden Träumereien der Investoren und Bauinteressenvertreter?

- Flensburg braucht Wohnungen, aber um die Flensburger Bürger geht es Ihnen offenbar nicht.

- Eine doppelte oder mehrfache Neuanpflanzung von Bäumen weit außerhalb der Stadt ist kein Ersatz für die Abholzung eines alten innerstädtischen Walds. Dieser ist und bleibt ersatzlos.

Der gewählte Standort für dieses Bauvorhaben ist ungeeignet. Der Versuch seitens der Investoren, Interessenvertreter, Politiker oder Ratsversammlungsmitglieder, dieses Vorhaben schön zu reden, ist zynisch. Die Politiker und Mitglieder der Stadtverwaltung und beteiligten Behörden verdeutlichen damit nur, in wessen Tasche sie stecken.

Ich bin gebürtige Flensburgerin und schätze den Bahnhofswald seit über 50 Jahren. Ich fordere Sie auf, alle Ihnen entgegengebrachten Stellungnahmen und Fragen gewissenhaft zu prüfen und zu beantworten. Bitte vermeiden Sie es, die Bürger für dumm zu verkaufen. In Zeiten von Artensterben, Erkrankung vieler Bäume und besorgniserregender Entwicklung in den Wäldern bundesweit auch nur den Vorschlag einer Abholzung in der Innenstadt und die Erbauung eines Parkhauses zu unterbreiten, zeigt, dass Sie Tatsachen missachten und Investoren mehr Recht zukommen lassen wollen als den Bürgern dieser Stadt. Von Ihrer Missachtung der Natur ganz zu schweigen."

Herzlichen Dank

Stellungnahme #1059

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Sehr geehrte Damen und Herren, 

Stellungnahme zum Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zum Bebauungsplan "Hauptpost" (Nr. 303) sowie dazugehörgiger 94. F-Plan-Änderung.

Ich habe Einwände gegen den geplanten Bau des Hotels ,sowie des Parkhauses.....es gibt das Gesetz zum Schutz des Waldes, es gibt das Gesetz für bedrohte Tierarten die dort leben. Nicht zu verstehen ist, das es Schlupflöcher gibt, die diese Gesetze umgehen oder sogar aufheben können, damit ein "profitabler" Bau entstehen kann. Wer maßt sich an zu entscheiden, dass ein bestehender Wald nicht wichtig ist. Wer kann mit gutem Gewissen entscheiden, dass Tiere die geschütz werden müssen, ihr Recht verlieren dort zu leben. Das Aufhängen von Fledermauskästen ist ein lächerlicher Versuch der Wiedergutmachung. Warum werden diese Gesetze nicht respektiert und findet statt dessen Alternativen für den Bau des Hotels.

Im Zeitalter des Umdenkens macht ein Parkhaus in der Innenstadt nur Sinn, wenn z.B. für Pendler kostenfreie Stellmöglichkeiten angeboten werden, um sie finanziell zu entlasten.

Der Plan wurde 2x in der SUPA Sitzung von vorausschauenden Politikern abgelehnt. Ich glaube, das ist ein deutliches Zeichen, die auch die Meinung vieler Flensburger Bürger vertritt.

Ich habe die dringende Bitte das Vorhaben zu überdenken.

Angie Brückner Flensburg

Stellungnahme #1058

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Liebe Ratsversammlung, Gremien, Gutachter, Investoren, Entscheider und andere Betroffene,

den Bebauungsplan Nr. 303 („Hauptpost“) lehne ich - wie sehr viele Flensburger Bürger, die sich hier nicht zu Wort melden - ab und bitte alle Verantwortlichen um die Kenntnisnahme und Würdigung der Argumente, die sich auf diesem online-Portal gesammelt haben - es sind bislang ausschließlich Gegenargumente.

Im September fand im Rahmen der Freitagsdemonstrationen auch eine Begegnung mit der Oberbürgermeisterin vor dem Rathaus zum Thema "Hotel- und Parkhausneubau" statt. In der Diskussion nannte sie als zentrales Kriterium der Entscheidung immer wieder "Nachhaltigkeit", bzw. dass sie "für eine nachhaltige Lösung" sei, dass sie allerdings keinen Einfluss auf die Entscheidungen des Rates habe bzw. nehmen wolle.

Gegen das Gebot der Nachhaltigkeit verstößt der Bebauungsplan 303 unter anderem auch,

- weil schon im Planungsstadium gravierende Risiken nicht ausreichend untersucht wurden (in bisherigen Stellungnahmen bereits detailliert belegt) und daher nicht einmal die Auswirkungen von Bau und Inbetriebnahme hinreichend realistisch ("nachhaltig") überschaubar sind.

- weil Hotel- und Parkhausneubau sich nicht an erwartbaren und zwingend notwendigen Veränderungen in Mobilitäts- und Verkehrskonzepten orientieren, sondern nur eine Fortschreibung bestehender Trends darstellen würden.

- weil Tourismus weder Ausweg aus einer schwierigen Standortsituation ist, noch langfristig ein nachhaltiger und ökologischer Wirtschaftszweig werden kann (Beispiele? Mallorca, Venedig, Hamburg ...).

Mein Fazit:

Der Bebauungsplan 303 ist kein Baustein in einem nachhaltigen Verkehrs- und Mobilitätskonzept der Stadt Flensburg. Eine Realisierung würde in wenigen Jahren allgemein als Fehler angesehen werden.

Mein Appell:

Lassen Sie den Plan fallen und entwickeln Sie endlich ein tragfähiges, zukunftsweisendes, ökologisches Verkehrs- und Mobilitätskonzept, in dem es jede Menge Chancen für Bürger und Investoren gibt, sich sinnvoll zu beteiligen.

Freundliche Grüße

Bodo Hammen

Stellungnahme #1057

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Hiermit erhebe ich Einspruch gegen den Bebauungsplan Nr. 303 („Hauptpost“) und fordere weiterhin entsprechende Stellungnahmen zu den unten aufgeführten Punkten.

Ich bin ausdrücklich für den ganzheitlichen Erhalt des Bahnhofswaldes in Flensburg.

Begründung:

In Zeiten wo sich 1.4 Millionen Menschen für deutlich mehr Klima- und Artenschutz mobilisieren und zum demonstrieren auf die Straßen gehen (zu junge, zu alte, Menschen die auf barrierefreiheit angewiesen sind, Menschen die Freitags keine Zeit haben – noch nicht einmal mit dabei), wird in Flensburg über die Entfernung von Bestandsbäumen und somit auch natürliche Lebensgrundlage für viele weitere Lebewesen, auch Kleinstlebewesen, diskutiert. Dies ist inakzeptabel und zeichnet ein trauriges Bild, wie mit den Anliegen und Prioritäten der Bürger und der Gesellschaft allgemein umgegangen wird.

Neben den Argumentationen von den weiteren Einwendungen hier, denen ich mich nur anschließen kann, möchte ich im Folgenden noch selbst auf einige Gründe eingehen.

Fehlerhafte Datengrundlage

Das Gutachten bzw. der Plan zum „Eingriff in den Baumbestand“ basiert auf fehlerhaften Daten.

Bei einer Begehung der Bahnhofsstraße kann bereits zweifelslos, nur anhand der Bäume am Hang zwischen Bahnhofsstraße und dem Mitarbeiterparkplatz der Hauptpost, festgestellt werden, dass sich jahrzehntealte Bäume im Gebiet der geplanten Voll- und Teilversiegelungen befinden, die schlichtweg nicht im Plan verzeichnet und somit nicht berücksichtigt wurden. Es kann von daher nicht davon ausgegangen werden, dass die Pläne und etwaige Gutachten, welche die gleiche Datenbasis verwenden, korrekt sind. Im besten Fall wurde hier auf veraltete Daten aus dem Baumkataster zurückgegriffen ohne eine aktuelle Bestandsaufnahme getätigt zu haben. Im schlimmsten Falle handelt es sich um eine beabsichtigte Täuschung gegenüber dem Flensburger Stadtrats und der Flensburger Bürger. In jedem Fall wurde hier eindeutig nicht die nötige Sorgfalt und Transparenz für ein derartiges Vorhaben an den Tag erbracht.

Ich bitte die Stadt Flensburg daher auf noch einmal eine aktuelle Bestandsaufnahme von den Betroffenen Flächen anzufertigen (insbesondere des Baumbestands) und mit bisher verfügbaren Plänen abzugleichen und die Unterschiede zu kommunizieren.

Luftqualität Kühlwirkung für die Senke Richtung Förde

Der Bahnhofswald hat durch seine erhöhte Stellung im Vergleich zur Innenstadt eine kühlende Wirkung auf eben diese, als auch auf die Bahnhofsstraße selbst. Dies wertet die Luftqualität ungemein auf.

Biotop- und Artenschutz

Neben den Bäumen selbst würden durch das geplante Bauvorhaben auch Tiere vertrieben und deren Lebensgrundlage geraubt. Hierrunter befinden sich sowohl die bereits häufig angeführten Fledermäuse als auch Vogelarten und in den Bäumen und dem Unterholz lebende Insekten, Reptilien und Nagetiere.

Wiederfreisetzen bereits entnommenen Kohlenstoff(dioxid)s

Bäume binden bekanntermaßen den Kohlenstoff des aus der Atmosphäre entnommenen Kohlenstoffdioxids und stoßen den Sauerstoff aus. Bei Oxidation, z. B. durch Verbrennen, wird der Kohlenstoff wieder als Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt. Dies gilt es in Zeiten der Klimakrise, auch im vermeintlich kleinen Umfang, zu vermeiden.

Irreführende Argumentation bzgl. Umweltschutz durch Bahhofsnähe

Die Argumentation bezüglich der Nähe eines Hotels zum Bahnhof und die Unterstüzung von Umweltschonenden Programmen (wie beispielsweise Park & Ride hierdurch) sind zu einfach gedacht und irreführend. Tatsächlich führt die zur Verfügungstellung von öffentlichen Personenverkehrsmitteln zu einer erhöhten Nutzung dieser, nicht aber der Ausbau von Zubringerinfrastruktur des motorisierten Individualverkehrs. Ein (idealerweise auch innovativer), Ausbau und eine erhöhte Taktung des lokalen und regionalen ÖPNV (*insbesondere* für die umliegenden Ortschaften, bei denen die ÖPNV Takung katastrophale Ausmaße annimmt) wäre hier eine weitaus wirksamere Möglichkeit. Dieses Argument ist daher abzulehnen oder ggf. entsprechend im Vorgeld auf seine Wirksamkeit zu prüfen.

Unzureichende Ersatzpflanzungen

Die angestrebten Ersatzpflanzungen von 1:4 sind auf verschiedene Arten unzureichend.

  • Jahrzehnte alte Bestandsbäume lassen sich schlichtweg nicht durch die vierfache Anzahl Jungbäume ersetzen. Auch in den nächsten 10 Jahren haben diese nicht die Größe und Klimawirkung erreicht.
  • Weiterhin sollten derartige Vorhaben entsprechend verpflichtend und bindend festgeschrieben werden, d.h. wo finden die Ersatzpflanzungen statt? Welche Baumarten werden gepflanzt? Kann die Pflege dieser für die ersten Jahre garantiert werden?
  • Während einige Vorhaben Bäume in den Tausenden pflanzen, erscheint das Verhältnis von 1:4 geradezu lächerlich.

Ästhetik & Entspannung

Eine grüne Waldfläche und Bäume sind subjektiv deutlich schöner und entspannender als ein Hotelbau und/oder Parkflächen, die mit motorisierten Vehikeln zugestellt sind. Desweiteren ist es einer der ersten Eindrücke, die mit der Bahn Anreisende Gäste von der Stadt Flensburg erhalten. Daran ändert auch eine Fassade aus Bäumen, die als „Alibi“ vor den Bau geplant wurde nichts.

PS: Die Interaktive Karte für den Ortsbezug funktioniert nicht. Der Ortsbezug ist, offensichtlich, der Bahnhofswald in Flensburg.

Stellungnahme #1056

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Ich erhebe Einspruch gegen das obengenannte Bauvorhaben. Der Wald, der durch den Bau eines Parkhauses und eines Hotels vernichtet würde, wurde von der Forstverwaltung als besonders artenreich und von besonders hoher Wertigkeit eingestuft. Nachgewiesenermaßen leben in diesem Waldstück vier streng geschützte Fledermausarten. Ihnen würde durch die Abholzung gerade der älteren Bäume der Lebensraum entzogen. Die geplante Baumaßnahme verstößt damit gegen geltendes Recht, u.a. gegen § 44 Bundesnaturschutzgesetz. Als Bewohnerin der Rude erlebte ich bisher an vielen Frühjahrs- und Sommerabenden wie die Fledermäuse aus dem Bahnhofswald über unserem Garten auf Insektenjagd gingen. Es hat uns und unsere Nachbarn immer sehr gefreut, dass diese geschützten Tiere bisher hier noch einen Lebensraum haben.

Der Bahnhofswald ist ein wichtiger Frischluftlieferant gerade entlang der extrem stark befahrenen Schleswiger Straße. Der geplante Bau würde diese Frischluftschneise verschließen. M.E. ist es mit dem Klimapakt, den die Stadt Flensburg für ein besseres Klima beschlossen hat, und den die Stadtverwaltung mit Plakaten und Beschriftungen auf Bussen und Gebäuden so gefällig anpreist, in keiner Weise vereinbar. Parkhäuser schaffen kein besseres Klima; sie sorgen für stärkere Luftverschmutzung durch vermehrten Autoverkehr.

Bisher hat die Stadt Flensburg das bestehende Hanggutachten nicht veröffentlicht. Warum nicht?Immer wieder sind in der Stadt Flensburg durch Baumaßnahmen und Baumfällungen Hänge zum Abrutschen gebracht worden und bestehende Gebäude gefährdet worden: Durch den Bau des Postgebäudes sackte der Fußweg an der Schleswiger Straße in Höhe Martinsberg ab, es gab einen erheblichen Hangrutsch in der Nähe des Ostseebads nach Baumfällungen… viele weitere Beispiele ließen sich anführen. Im Fall des Bahnhofswaldes kommen noch die ständigen Erschütterungen durch den Verkehr auf der Schleswiger Straße als besonderes Belastungselement des Hanges hinzu.

Ich fordere deshalb die Stadtverwaltung auf, das Hanggutachten umgehend zu veröffentlichen. Anderenfalls ist eine Einschätzung der Gefährdungslage des Hanges durch die geplanten Baumaßnahmen überhaupt nicht möglich.

Angesichts der bereits bestehenden menschengemachten Klimaerwärmung und den daraus resultierenden katastrophalen Folgen, angesichts des weltweiten Artensterbens wegen der ständig kleiner werden Lebensräume vieler Pflanzen und Tiere macht es mich fassungslos, dass die Ratsversammlung Flensburgs ein Bauvorhaben auf den Weg bringen will, das geltendes Recht zum Artenschutz ignoriert und bestehende Wohngebäude mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gefährdet.

Christiane Schmitz-Strempel

Tiesholz 1

24941 Flensburg

Stellungnahme #1054

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachfolgend sende ich Ihnen meine Einwände gegen die Änd. des Flächennutzungsplanes "Bahnhofstraße an der Hauptpost" und den Bebauungsplan "Hauptpost" (Nr. 303)

1 Öffentliches Interesse am Schutz des bewaldeten Hanges an der Schleswiger Straße überwiegt

Immer wieder wird das „öffentliche Interesse“ oder „Gemeinwohl“ am Bau des Hotels und des Parkhauses am Carlisle-Park als Rechtfertigung für den erheblichen Eingriff in den geschützen Waldbereich am Hang der Schleswiger Straße aufgeführt. Dabei beschränkt sich das öffentliche Interesse am Bau des Hotels auf erhoffte Gewerbesteuereinnahmen, von denen gar nicht sicher ist, ob sie tatsächlich realisiert werden können. Die Proteste gegen das Bauprojekt und die zahlreichen schriftlichen Einwände zeigen, dass das öffentliche Interesse am Erhalt der Bäume deutlich überwiegt. Auch steht die geschätze Höhe der erhofften Gewerbesteuereinnamhen in keinem angemessenen Verhältnis zum Eingriff in die Natur und die sensible Hanglage mit der Folge einer möglichen Gefährdung der Nachbarbebauung.

2. Waldentwidmung: Mangelnde Berücksichtigung von alternativen Umsetzungsmöglichkeiten

Zitat aus dem veröffentlichten Schreiben des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume vom 14.01.2019:

„Derjenige, der eine Waldumwandlung beabsichtigt, muss daher ein besonderes, über das allgemeine wirtschaftliche Interesse hinausgehendes Interesse an der Waldumwandlung vorweisen können. Die Träger öffentlicher Vorhaben haben bei Planungen und Maßnahmen, die eine Inanspruchnahme von Waldflächen vorsehen oder die in ihren Auswirkungen Waldflächen betreffen können, die Funktionen des Waldes nach § 1 Abs. 2 Nr. 1 LwaldG angemessen zu berücksichtigen; sie sollen Wald nur in Anspruch nehmen, soweit der Planungszweck nicht auf anderen Flächen verwirklicht werden kann.“

Die bisherigen Darstellungen der Verwaltung zeigen, dass mittelfristig das gesamte Grundstück der Hauptpost neu gestaltet werden soll. U.a. wurde bekanntgegeben, dass hier Platz für einen Nahversorger geschaffen werden soll. Es ist also davon auszugehen, dass das unansehnliche Hauptpostgebäude mittelfristig abgerissen werden wird. Es besteht auf dem ausgesprochen großen Grundstück daher die Möglichkeit, eine Neubebauung mit einem kombinierten Baukörper aus Hotel und Nahversorger zu realisieren. Dies korrespondiert sogar ideal mit der kürzlich getroffenen Entscheidung, dass bei Planungsvorhaben zum Neubau bzw. Umbau von Nahversorgungszentren eingeschossige Verkaufsräume immer mit einem oder mehreren Geschossen für eine zusätzliche Nutzung überbaut werden sollen (vgl. RV-116/2019).

Es wird deutlich, dass die angestrebte Bebauung mit Hotel und auch Parkhaus auf dem gleichen Grundstück verwirklicht werden könnte, ohne dass ein Eingriff in den bewaldeten Hang notwendig würde. Einer Entwidmung des Waldes stehen also m.E. gesetzliche Vorgaben entgegen.

Hier darf auch ein bestehender Mietvertrag mit den Mietern des Hauptpostgebäudes kein Ausschlusskriterium sein. Der Bedarf an Hotelbetten ist in Flensburg nicht so gewaltig, dass nicht zugunsten des Naturschutzes und im öffentlichen Interesse ein paar Jahre auf die Umsetzung dieses Hotelbaus gewartet werden könnte.

Der Ratsversammlung der Stadt Flensburg ist die o.g. Alternative von der Verwaltung nicht oder nicht ausreichend aufgezeigt worden, obwohl grundsätzlich erwünscht ist, dass Beschlussvorlagen auch Alternativenbetrachtungen beinhalten. Ich schlage daher vor, dass der Ratsversammlung möglichst bald eine Alternative zum B-Plan 303 in seiner jetzigen Fassung zur Beschlussfassung vorgelegt wird, die einen ausreichenden Abstand zu den Waldflächen vorsieht und ohne neue Flächenversiegelungen auskommt.

3. Parkplatzgebühren in öffentliche Hand

Zum geplanten Parkhaus: Für mich ist unverständlich, warum die Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung einem privaten Investoren überlassen werden. Die Investoren könnten aus einer Monopolstellung (öffentliche Parkflächen im Bahnhofsumfeld sollen ganz oder teilweise wegfallen) heraus die Preise für das Parken diktieren, ohne dass die Stadt einen Einfluss darauf hätte. Betroffen wären zu einem großen Teil Berufspendler, die keine andere Wahl haben als im privaten Parkhaus zu parken. Die Stadt sollte daher auf den vorhandenen städtischen Flächen am Carlisle-Park selbst ein Parkhaus errichten. Bei der schlechten Haushaltslage der Stadt scheint es mir zudem geboten, die Erträge aus Parkgebühren für die Stadt zu sichern.

Stellungnahme #1053

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:
Mitgezeichnet von: 1

Einwendung zum Hotelprojekt an der Schleswiger Straße.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir von der Umweltschutzorganisation Greenpeace Flensburg haben zu den aktuellen

Planung des Hotels und Parkhauses folgende Bedenken und haben diese in drei Bereiche

gegliedert:

Mobilität

Als Begründung für den Bau eines Parkhauses in Bahnhofsnähe wird eine daraus

resultierende Mehrnutzung des Bahnverkehrs herangeführt. Nur ist dieses Konzept für uns

nicht schlüssig, da die Nutzung des Parkhauses eine Gebührenabgabe fordert. Somit

entstehen für Bahnreisende noch zusätzliche Kosten zum Bahnticket, wenn sie die zukünftige Möglichkeit nutzen würden. Auch ist der Gedanke, die kostenlosen Parkflächen

am Bahnhof aufgrund der Existenz eines Parkhauses zu entfernen, selbsterklärend

zusätzlich nicht förderlich für die Nutzung des Bahnverkehrs.

Die Vermeidung von Mehrkosten ist leider einer der Hauptgründe für die Nutzung eines

PKWs. Somit fehlt in der Begründung zum Bau des Parkhauses ein wirklich treffendes

Konzept, um die Nutzung des Bahnverkehrs zu erhöhen.

Wir befürchten sogar, dass ein zusätzliches Parkhaus in Flensburg den innerstädtischen

Verkehr erhöhen wird, da ein kostenpflichtiges Parkhaus vorwiegend nur von kurzzeitigen

Stadtbesucher*innen genutzt werden würde.

Somit fördert die Planung ein Mobilitätskonzept, welches in den nächsten Jahren keinen

Bestand haben wird, somit ist der Bau eines kostenpflichtigen Parkhauses nicht

zielführend für eine klimafreundliche zukünftige Mobilität.

Artenschutz

Das biologische Gutachten spricht vom Nachweis von vier streng geschützten

Fledermausarten, welche hohen rechtlichen Schutz genießen. (§7 BnatSchG)

§44 BnatSchG

„Es ist verboten, ... – (2) wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der

europäischen Vogelarten während er Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-,

Überwinterungs-, und die Wanderungszeiten erheblich zu stören; Eine erhebliche Störung

liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer

Art verschlechtert.“

Der Bau eines Parkhauses und Hotels in der geplanten Größenordnung ist wohl

zweifelsfrei eine erhebliche Störung nach dem Bundesnaturschutzgesetz, zumal auch der

massive Eingriff in ihren Lebensraum durch die Rodung der Bäume stattfinden soll.

Zusätzlich stehen zwei der nachgewiesenen Fledermausarten, die Rauhhautfledermaus

und die Breitfügelfledermaus, auf der Roten Liste der in Schleswig-Holstein gefährdeten

Arten.

Das Fledermausgutachten kommt außerdem zu dem Schluss:

Punkt 5.

„Das Plangebiet hat eine lokal bedeutsame ökologische Funktion für Fledermäuse und stellt

innerhalb der Stadt Flensburg mit vier nachgewiesenen Arten ein schützenswertes Habitat

dar.“

Die Planung sieht eine Rodung von 60 Bäumen laut Baumregister vor. Dass dadurch der

Schutz des Habitats Beachtung findet, erschließt sich uns nicht und ist unserer Auffassung

nach ein Verstoß gegen geltendes Recht.

Auch die laut Planungsunterlagen vorgesehene Umwandlung des Habitats in eine

begehbare Parkanlage, in der dann das für das Habitat wichtige Totholz entfernt werden

würde, ist ein schwerwiegender Eingriff. Totholzvorrat und -qualität sind die zentrale

Grundlage für den Erhalt der Biodiversität in Wäldern.

Außerdem haben gerade ältere Bäume oder Bäume mit verschiedenen Strukturen durch

Rinden-, Stamm- und Kronenschäden noch einen besonderen ökologischen Wert. Sie

bilden Kleinstlebensräume (Mikrohabitate) für zahlreiche höchst unterschiedliche

Lebewesen und tragen somit maßgeblich zur Erhöhung der biologischen Vielfalt bei.

Einige der Bäume im Bahnhofswald weisen genau diese Eigenschaften auf. Allerdings

würden diese nach aktueller Planung wegen Sicherheitsbedenken gefällt werden, obwohl

dieses schon eine gravierende Veränderung in das schützenswerte Habitat wäre.

Auch haben wir Bedenken zur Vollständigkeit des Fledermausgutachtens in Bezug auf die

Betrachtung der Lichtemissionen zum Gesamtprojekt. Zwar gibt es eine Aussage im ergänzenden Fledermausgutachten, wonach das geplante Parkhaus die Lichtemissionen vom Fuhrbetrieb der Post abschatten kann, doch neben dem Wald soll nach Vorstellung

der Planung ein siebenstöckiges Hotel entstehen, welches aus den Fenstern in

Kronenhöhe auf 86 m Breite eine nächtliche Belichtung verursachen würde, die somit eine

viel größere Störung darstellt, als der derzeitige Fuhrbetrieb der Post.

In den eingereichten Planungsunterlagen lassen sich hierfür keine Lösungen finden. Es hat

sogar den Anschein, dass diese eintreffende Situation nicht bedacht wurde.

Auch das Fledermaus-Gutachten erwähnt dieses Problem nicht. Im Artenschutz-

Gutachten derselben Gutachter-Firma steht jedoch viel darüber, wie wichtig es ist, die

unbeleuchtete Lebensraum-Qualität des Habitats zu erhalten, weil sonst

„Verbotstatbestände“ aufträten:

Punkt 7.2

„Eine Ausstrahlung in den verbleibenden Grüngürtel muss vermieden werden.“

Außerdem lässt sich der Vorteil der Beschattung gegenüber dem Postbetrieb laut dem

gleichen Gutachten nicht mit der Fällung von Bäumen gegenrechnen.

Grundsätzlich möchten wir zum Abschluss dieses Teiles auf einen Leitfaden der FFHRichtlinie

92/43/EWG hinweisen, da diese die hohe rechtliche Bedeutung eines Habitats

mit streng geschützten Lebewesen wiedergibt:

Leitfaden zum strengen Schutzsystem für Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse im

Rahmen der FFH-Richtlinie 92/43/EWG

II.3.2. Absichtliche Störung der in Anhang IV Buchstabe a) genannten Tierarten, insbesondere

während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten

(35) Gemäß Artikel 12 Absatz 1 Buchstabe b) ist die absichtliche Störung der in Anhang IV

Buchstabe a) genannten Tierarten verboten, insbesondere während der Fortpflanzungs-,

Aufzucht-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten, in denen die Tiere potenziell besonders bedroht sind 67. Darüber hinaus gilt dieses Verbot gemäß Artikel 12 Absatz 3 für alle

Lebensstadien der betreffenden Tiere. II.3.2.a) Störung (36) Weder in Artikel 12 noch in Artikel

1 der Richtlinie 92/43/EWG wird der Begriff „Störung“ näher erläutert. Der Leitfaden zu

Artikel 668 enthält einige nützliche Informationen zu diesem Begriff in Bezug auf Habitate.

Wendet man den Leitfaden der Kommissionsdienststellen auf Artikel 12 an, so lässt sich

Folgendes feststellen: (37) Auch wenn Störungen (z. B. Lärm, Lichtquelle) nicht unbedingt

die körperliche Unversehrtheit von einzelnen Tieren direkt beeinträchtigen, so können sie

sich doch indirekt nachteilig auf die Art auswirken (z. B. weil die Tiere sehr viel Energie

aufwenden müssen, um zu fliehen. Wenn Fledermäuse z. B. im Winterschlaf gestört werden,

heizen sie ihre Körpertemperatur hoch und fliegen davon, so dass sie aufgrund des

hohen Energieverlustes weniger Chancen haben, den Winter zu überleben). Somit sind die

Intensität, Dauer und Frequenz der Störungswiederholung entscheidende Parameter für die

Beurteilung der Auswirkungen von Störungen auf eine Art. Verschiedene Arten sind unterschiedlich

empfindlich oder reagieren unterschiedlich auf dieselbe Art von Störung, was

bei jedem wirkungsvollen Schutzsystem zu berücksichtigen ist. Faktoren, die sich auf eine

Art störend auswirken, verursachen für eine andere möglicherweise keine Störung. Auch

kann die Empfindlichkeit einer Art saisonal oder in bestimmten Phasen ihres Lebenszyklus

(z. B. während der Fortpflanzungszeit) schwanken. In Artikel 12 Absatz 1 Buchstabe b) wird

dieser Möglichkeit Rechnung getragen und hervorgehoben, dass Störungen insbesondere

während der störungsempfindlichen Phasen der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Überwinterungs-

und Wanderungszeiten zu verbieten sind. Ein artspezifischer Ansatz ist auch hier

erforderlich, um den Begriff „Störung“ im Einzelnen zu definieren.

(48) Im Strafrecht wird zwischen vorsätzlichen/absichtlichen und unabsichtlichen Handlungen

unterschieden. Mit dem Begriff „absichtlich“ werden auch Situationen abgedeckt, in

denen eine Person die Folgen ihrer Handlung nicht direkt gewollt hat, aber den potenziellen

Folgen ihrer Handlung hätte Rechnung tragen müssen. Dies zeigt deutlich, dass durch das

Auslassen des Wortes „absichtlich“ unter Buchstabe d) unabsichtliche Handlungen, die

Beschädigung oder Zerstörungen verursachen, in die Bestimmung ebenfalls einbezogen

werden sollten. Hierdurch erhält diese Bestimmung eine besondere Bedeutung: Jede Form

der Beschädigung oder Vernichtung von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten ist effektiv zu

verbieten, d. h. zu vermeiden.

(54) Aus Artikel 12 Absatz 1 Buchstabe d) ergibt sich somit, dass die betreffenden Fortpflanzungs-

und Ruhestätten auch dann zu schützen sind, wenn sie nicht ständig besetzt

sind, aber die betreffenden Arten mit einigermaßen großer Wahrscheinlichkeit an diese

Stätten zurückkehren werden.“

Klimaschutz

Bäume sind gerade in Zeiten des Klimawandels wichtige CO2 Speicher.

Bis der Effekt der CO2-Speicherung der Ersatzplanzungen den jetzigen Umfang des

Bahnhofswaldes erreicht, vergehen Jahrzehnte. Sowohl jetzt als auch in den nächsten

Jahren besteht ein akuter Handlungsbedarf in der Klimapolitik in allen politischen Gremien,

damit eine Verschlechterung des Weltklimas noch verhindert werden kann.

Ebenfalls wurde die Bedeutung gerade von innerstädtischen Wäldern im Punkt

Naturschutz und Artenvielfalt aktuell vom Bundesumweltministerium im Masterplan

Stadtnatur hervorgehoben. Nachzulesen ist dies in einer Pressemitteilung des BUM vom

06.06.2019 und auf den Internetseiten des BUM und des BfN.

Bäume haben aus folgenden Gründen eine positive Wirkung für das Klima in einer

Innenstadt:

-Sie sorgen für eine wichtige CO2 Speicherung

-Sie produzieren Sauerstoff

-Sie dienen als Lärmschlucker und spenden Schatten

-Sie binden Feinstäube und andere Partikel und reinigen somit die Luft

-Sie regulieren über die Beeinflussung der Luftfeuchte ihre Umgebungstemperatur

Die Ersatzpflanzung im Verhältnis 1:4 ist grundsätzlich löblich, kann allerdings den

positiven Effekt der existierenden Bäume auf das innerstädtische Kleinklima nicht

ausgleichen, da sie am Stadtrand erfolgen soll. Ebenfalls steht dieses Vorgehen zum

Klimapakt der Stadt Flensburg im Widerspruch.

Außerdem lässt sich zum Verhältnis der Ersatzpflanzung von 1:4 keine rechtlich

verbindliche Vereinbarung zwischen der Stadt Flensburg und den Investoren finden.

Freundliche Grüße

Bernd Green für Greenpeace Flensburg

Stellungnahme #1051

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr Vorhaben den Bahnhofswald fast vollständig oder auch nur teilweise abzuholzen, um ein Parkhaus und Edelhotel zu errichten, muss ich kategorisch ablehnen.

Die Fakten sind klar.

- Der über 100 Jahre alte Wald bildet eine grüne Lunge für die Innenstadt, ist Habitat von Tieren, darunter gefährdeten Fledermäusen, und die Bäume stabilisieren den Hang und die oberhalb gelegenen Häuser in der Schleswiger Straße.

- Mit einem Parkhaus angeblich Pendlern, die mit der Bahn zur Arbeit fahren, helfen zu wollen, ist ein holpriges Argument – Flensburg hat eine denkbar schlechte Bahnanbindung. Außerdem fahren die Busse des öffentlichen Nahverkehrs gut getaktet zum Bahnhof.

- Das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt und Bahnhofsnähe ist hoch genug. Wollen Sie wirklich mit einem Parkhaus noch mehr PKWs in die Innenstadt locken? Und wie passt das zum Klimapaket der Stadt Flensburg?

- Wenn Sie die Wirtschaft und den Tourismus in Flensburg ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen möchten, stehen Ihnen in der Innenstadt zahlreiche leerstehende Flächen und sanierungsbedürftige Gebäude zur Verfügung. Warum soll ein bewaldeter, schöner Steilhang am Bahnhof, der an einer Kopfsteinpflasterstraße liegt, zerstört werden für die klingelnden Träumereien der Investoren und Bauinteressenvertreter?

- Flensburg braucht Wohnungen, aber um die Flensburger Bürger geht es Ihnen offenbar nicht.

- Eine doppelte oder mehrfache Neuanpflanzung von Bäumen weit außerhalb der Stadt ist kein Ersatz für die Abholzung eines alten innerstädtischen Walds. Dieser ist und bleibt ersatzlos.

Der gewählte Standort für dieses Bauvorhaben ist ungeeignet. Der Versuch seitens der Investoren, Interessenvertreter, Politiker oder Ratsversammlungsmitglieder, dieses Vorhaben schön zu reden, ist zynisch. Die Politiker und Mitglieder der Stadtverwaltung und beteiligten Behörden verdeutlichen damit nur, in wessen Tasche sie stecken.

Ich bin gebürtige Flensburgerin und schätze den Bahnhofswald seit über 50 Jahren. Ich fordere Sie auf, alle Ihnen entgegengebrachten Stellungnahmen und Fragen gewissenhaft zu prüfen und zu beantworten. Bitte vermeiden Sie es, die Bürger für dumm zu verkaufen. In Zeiten von Artensterben, Erkrankung vieler Bäume und besorgniserregender Entwicklung in den Wäldern bundesweit auch nur den Vorschlag einer Abholzung in der Innenstadt und die Erbauung eines Parkhauses zu unterbreiten, zeigt, dass Sie Tatsachen missachten und Investoren mehr Recht zukommen lassen wollen als den Bürgern dieser Stadt. Von Ihrer Missachtung der Natur ganz zu schweigen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

(Ich habe versucht, den Ortsbezug einzugeben, aber konnte die Werkzeuge auf der interaktiven Karte nicht einsetzen). Ortsbezug: wohnhaft in Flensburg.

Stellungnahme #1050

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Gerade in Zeiten des Klimawandels und des starken Artensterben brauchen wir Menschen die Natur und die Tiere. Es ist nicht nachvollziehbar, warum kostbare Bäume und Tiere zugunsten einer profitorientierten Bebauung zugrunde gehen sollen. Ohne die Natur ist der Mensch verloren und ohne Maßnahmen, die den Klimawandel stoppen, werden die Kosten für die Menscheit immer höher und höher. Wir brauchen die Bäume, damit wir Sauerstoff bekommen. Wir brauchen die Artenvielfalt, die momentan ohne Ende zerstört wird. Alle Menschen sollten dafür kämpfen, dass diese Bebauung mit einem Parkhaus (noch mehr CO2 Ausstoß) und einem Hotel verhindert wird.